Norderstedt
Frauenhandball

Torhüterin Victoria Nigbur ist ein Glücksgriff

Victoria Nigbur (20) war bei den Heimsiegen gegen ihren Ex-Club SC Alstertal-Langenhorn und den TSV Wattenbek die Matchwinnerin für den SVHU.

Victoria Nigbur (20) war bei den Heimsiegen gegen ihren Ex-Club SC Alstertal-Langenhorn und den TSV Wattenbek die Matchwinnerin für den SVHU.

Foto: Thomas Maibom

Die Drittliga-Keeperin, die vom SC Alstertal-Langenhorn zum SV Henstedt-Ulzburg gewechselt ist, glänzt mit konstant guten Leistungen.

Henstedt-Ulzburg. 8:4 Zähler nach sechs Punktspielen, zuletzt zwei Heimsiege in Folge: Für die Drittliga-Handballerinnen des SV Henstedt-Ulzburg hätte der Saisonstart schlechter laufen können. Das junge Team von Trainer Christian Gosch präsentiert sich zwar nicht fehlerfrei, begeistert Fans und Beobachter aber mit großem Engagement und Teamgeist.

Mit Druck geht die 20-Jährige gut um

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor in den vergangenen Wochen ist zudem Torhüterin Victoria Nigbur. Auf dem Papier verfügt der SVHU in dieser Saison mit der 20-Jährigen, Merline Wünsche und Pia Belza zwar über ein Trio zwischen den Pfosten. Doch da sowohl Wünsche als auch Belza wegen Verletzungen und Krankheit derzeit nicht einsatzfähig sind, lastet derzeit die alleinige Verantwortung auf Nigbur – und die dankt es mit starken Leistungen. Bei den Heimerfolgen gegen den SC Alstertal-Langenhorn (23:20) und den TSV Wattenbek (23:22) avancierte sie mit ihren Paraden sogar zur Matchwinnerin.

Entsprechend groß ist das Lob des Trainers für den Neuzugang, der vor der Saison als Ersatz für Nele Reese aus Hamburg in die Großgemeinde gewechselt war und getrost als Glücksgriff bezeichnet werden kann. „Ich habe Vicky auch erst in der Sommerpause kennengelernt. Sportlich hat sie mich schon in der Vorbereitung überzeugt, jetzt in der Saison hat sie aber erst richtig eingeschlagen“, sagt Gosch. „In den Partien gegen SCALA und Wattenbek war sie eine Klasse besser als die gegnerischen Schlussfrauen.“

Süße Rache am Ex-Club

Besonders das Heimspiel gegen ihre ehemaligen Kolleginnen vom SC Alstertal-Langenhorn war für Victoria Nigbur in besonderes Erlebnis. „Ich habe mich in meiner Zeit dort nicht so wohl gefühlt. Es hat menschlich mit Trainer Olaf Schimpf einfach nicht gepasst“, erinnert sie sich. „Um in der Partie keinen zu großen Druck zu haben, bin ich das Spiel angegangen wie jedes andere. Aber natürlich wollte ich es meinen Ex-Teamkolleginnen zeigen.“ Ihr Plan ging mit 19 Paraden auf...

Dass der Wechsel zum SV Henstedt-Ulzburg überhaupt über die Bühne gehen konnte, hängt mit den guten Kontakten von Bernd Haarbrücker zusammen. Der Coach der Hamburg-Liga-Frauen des HT Norderstedt trainierte Nigbur in der Jugend gemeinsam mit seiner Tochter Lara, die seit Sommer 2018 ebenfalls in Henstedt-Ulzburg spielt. „Bernd hat mir wie so oft einen Tipp gegeben“, sagt Christian Gosch.

Coach Christian Gosch ist von der Keeperin begeistert

Nach anfänglicher Zurückhaltung ist Nigbur beim SVHU richtig aufgetaut. „Sie fehlt trotz der langen Anfahrt aus Aumühle bei keinem Training und bildet mit Merline Wünsche ein tolles Gespann. Kurzum: Sie ist ein Kracher-Zugang und ein Supertyp.“ Wenn Wünsche wieder voll bei Kräften sei, habe der
SV Henstedt-Ulzburg eines der besten Torhüterinnen-Duos der 3. Liga. „Das macht mir als Trainer die Entscheidung, wer in der Startformation steht, natürlich nicht leicht“, so der Trainer.

Victoria Nigbur beschreibt ihr Verhältnis zu Merline Wünsche, die im vergangenen Jahr noch Stammkeeperin der Frogs-Ladies war, als harmonisch. „Wir verstehen uns sehr gut und unterstützen uns gegenseitig. Der Erfolg des Teams steht bei uns im Fokus.“

Die gut 75-minütige Anfahrt aus dem Süden Schleswig-Holsteins ist für sie kein Problem. Nigbur: „Ich bin in einer Fahrgemeinschaft mit Kristin Rakowski und Lara Haarbrücker unterwegs. Wir haben schon in der Jugend gemeinsam beim AMTV Hamburg gespielt und kennen uns daher gut. Die beiden haben mir auch die Entscheidung leicht gemacht, zum SVHU zu kommen.“

Eine Verbindung zum früheren Fußball-Nationaltorhüter Norbert Nigbur, der unter anderem für den FC Schalke 04 und Hertha BSC zwischen Pfosten stand, gibt es nicht. „Ich habe allerdings noch nicht genau nachgeforscht“, sagt die Namensvetterin lachend.

Am Sonntag geht’s nach Hannover

Auf Victoria Nigbur und ihre Paraden wird es auch am kommenden Sonntag wieder ankommen. Dann gastiert der SV Henstedt-Ulzburg beim Tabellenschlusslicht Hannoverscher SC. „Wir wollen natürlich gewinnen und unser Punktekonto weiter aufstocken. Dass wir in der Tabelle aktuell so gut dastehen, hätte keiner gedacht“, sagt die Keeperin. Und Christian Gosch ergänzt: „Dieses Spiel wird für uns schwieriger als die vorangegangenen Partien. Wir fahren als Favorit zum Letzten und haben den Druck, dort siegen zu müssen.“ Anwurf in der OSB Sahlkamp ist um 13.30 Uhr.