Norderstedt
Interview

Sven Tramm: „Der Held ist die Mannschaft“

Sven Tramm ist seit Beginn der Saison 2017/2018 Teamchef der Oberliga-Fußballer des SV Todesfelde.

Sven Tramm ist seit Beginn der Saison 2017/2018 Teamchef der Oberliga-Fußballer des SV Todesfelde.

Foto: Thomas Maibom

Der Teamchef der Oberliga-Fußballer des SV Todesfelde verrät, warum die Mannschaft des Dorfklubs seit Jahren so erfolgreich ist.

Todesfelde.  Als der SV Todesfelde im Jahr 1928 gegründet wurde, ahnte noch niemand, wie positiv der Club sich entwickeln würde. Vor allem die Fußballer machen von sich reden und präsentieren sich in einem Licht, das nichts mit der englischen Bezeichnung des Vereinsnamens („Deathfield“) gemein hat. Der SVT ist keine tote Region, er hat Zukunftsvisionen. Für den Aufschwung steht vor allem ein Mann: Sven Tramm (41) aus Neversdorf. Das Hamburger Abendblatt sprach mit dem Teamchef des aktuellen Oberliga-Spitzenreiters.

Das Internetportal „Sportbuzzer.de“ hat Sie kürzlich zum Helden der Woche ernannt, nachdem Sie gegen den 1. FC Phönix Lübeck mit Dennis Studt und Sebastian Klimmek zwei Joker einwechselten, die aus einem 1:1 ein 3:1 machten...

Sven Tramm Der Held ist die Mannschaft, da gibt es für mich keine Zweifel. Sie ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen.

Der Einzug des SVT ins Finale des SHFV-Lotto-Pokals ist der bisherige Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Aber auch die erneute Teilnahme am Hallenmasters in Kiel und die mögliche Oberliga-Meisterschaft sind in aller Munde. Welcher Wettbewerb ist Ihnen am wichtigsten?

Wenn mir ein Erfolg am liebsten wäre, dann der im Pokalendspiel gegen den VfB Lübeck. Dann hätten wir die Chance, im DFB-Pokal den FC Bayern München oder Borussia Dortmund zugelost zu bekommen. Ich glaube, jeder denkt hier so.

Liegt es daran, dass Sie während Ihrer aktiven Zeit als Fußballer mit dem VfB Lübeck selbst zweimal im DFB-Pokal antreten durften und dabei gegen Bayer Uerdingen und Fortuna Düsseldorf spielten?

Das war eine tolle Zeit, die einen geprägt hat. Das habe ich mir wohl bewahrt. Und deshalb ist die Affinität zum Pokalwettbewerb bis heute gegeben.

Sie arbeiten jetzt in Ihrer dritten Saison in Todesfelde. Was war für Sie am auffälligsten, nachdem sie den Job von Sascha Sievers übernommen hatten?

Sascha hat alles eingeleitet, ich profitiere nicht wenig davon. Der gesamte Trainerstab mit Bastian Holdorf, André Friedrichs und Timo Gothmann ist ein eingeschworenes Team. Auch Vereinsboss Holger Böhm, Thomas Steenbock und unser Hauptsponsor Bernd Jorkisch leisten immens viel.

Der Sportliche Leiter Markus Weber sagt, dass Sie ein Mann mit Weitblick sind. Einer, der ein Spiel lesen kann, ein gutes Gespür hat, die richtigen Entscheidungen trifft und wie die Spieler auch ein Teamplayer ist...

Wenn er das so sagt, fühle ich mich geehrt. Entscheidungen treffen wir im Trainerstab meistens zusammen, auch wenn ich letztlich den Hut aufhabe. Die Spieler akzeptieren das, konzentrieren sich ausschließlich auf sich.

Und wie halten Sie diejenigen Akteure bei Laune, die bei den Punktspielen nicht erste Wahl im Oberliga-Kader sind?

Spieler aus der zweiten Mannschaft, die Sechster in der Verbandsliga West ist, bekommen ihre Chance, können sich bei uns jederzeit profilieren. Mit den Trainern Stefan Komm und Frank Freitag pflege ich einen ständigen Kontakt. Aus dieser Kooperation entstehen weitere positive Effekte für den Fußball.

Sie haben nach Ende der Saison 2007/2008 im Pokalspiel Ihres damaligen Vereins
SC Concordia einen dreifachen Schien- und Wadenbeinbruch sowie einen Knöchelbruch erlitten, bei der Operation gab es Komplikationen. Vor 13 Jahren beendeten Sie die aktive Laufbahn. Belastet es Sie, dass Sie wegen langwieriger körperlicher Nachwirkungen keinen Trainerschein machen können?

Ich denke selten daran, die Arbeit in Todesfelde macht mir auch so Spaß. Meine Frau Sonja und unser 13-jähriger Sohn Moritz geben mir vollen Rückhalt.

Was passiert, wenn sich eines Tages die Frage nach der Teilnahme an der Regionalliga-Aufstiegsrunde stellt?

Dieses Thema wird bei uns im Verein nach wie vor zwiespältig betrachtet, der SVT müsste dann ja viele Auflagen erfüllen. Wichtig ist für mich, dass die Mannschaft ihren dritten Platz aus der Vorsaison bestätigt und darüber hinaus noch weitere Qualitäten zeigt.