Norderstedt
Fussball-Regionalliga

Eintracht Norderstedt krönt eine starke Hinrunde

Evans Nyarko (Eintracht Norderstedt, r.) und Lennart Keßner (l.) kämpfen mit Jeddelohs Nikky Goguadze um den Ball. Nyarko sorgte in der 56. Minute per Kopf für den überfälligen Ausgleichstreffer.

Evans Nyarko (Eintracht Norderstedt, r.) und Lennart Keßner (l.) kämpfen mit Jeddelohs Nikky Goguadze um den Ball. Nyarko sorgte in der 56. Minute per Kopf für den überfälligen Ausgleichstreffer.

Foto: noveski.com

Die Mannschaft von Trainer Jens Martens feiert mit dem hochverdienten 2:1 beim SSV Jeddeloh den vierten Auswärtssieg hintereinander.

Norderstedt.  Als Schiedsrichter Stefan Zielsdorf (SpVgg Hülsen-Westerloh) das letzten Hinrundenspiel der Regionalliga-Fußballer von Eintracht Norderstedt abpfiff und mit dem 2:1 (0:1) beim SSV Jeddeloh der vierte Auswärtssieg hintereinander amtlich war, fielen Trainer Jens Martens Zentnerlasten von den Schultern.

„Nach den ersten 45 Minuten hätte ich am liebsten in die Auswechselbank gebissen“, sagte er, „wir haben ein hervorragendes Spiel, gemacht, den Gegner beherrscht – und sind trotzdem mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine gegangen.“

Die Chanchenauswertung ist katastrophal

Das Problem der Gäste: Sie nutzten wie so oft in den vergangenen Wochen ihre hochkarätigen Chancen nicht. In der 7. Minute wurde ein Kopfball von Nils Brüning von der Linie gekratzt, Johann von Knebel traf nach einer schönen Einzelaktion nur den linken Pfosten (18.), Brüning scheiterte per Kopf völlig freistehend aus zentraler Position an Schlussmann Pelle Boevink, Juri Marxen verfehlte kurz vor der Halbzeitpause um wenige Zentimeter den Torwinkel. Martens: „Was wir zurzeit an Möglichkeiten verballen, geht auf keine Kuhhaut mehr.

Zwischen diesen Gelegenheiten fiel – wie aus heiterem Himmel und unverdient – der Führungstreffer der Hausherren. Passenderweise nicht aus dem Spielgeschehen heraus, sondern nach einer Standardsituation: SSV-Kapitän Kevin Samide schlug nach einer halben Stunde einen Freistoß in den Norderstedter Strafraum, Almir Ziga verlängerte den Ball per Kopf. Und die Kugel senkte sich über Eintracht-Keeper Lars Huxsohl hinweg ins Netz...

Alle drei Tore fallen nach Freistößen

Martens: „In der Pause hat unser Trainerteam dann alles getan, um den Jungs einzuhämmern, dass sie besser als der Gegner sind.“ Mit Erfolg. Kurios: Die Norderstedter Kicker nahmen sich beim Toreschießen

nun ein Beispiel an den Niedersachsen, trafen zweimal nach ruhenden Bällen.

Als Vorbereiter glänzte dabei der für den im Abschlusstraining umgeknickten Linksverteidiger Dane Kummerfeld in die Mannschaft gerutschte Rico Bork. Sowohl Evans Nyarko (56.) als auch Hamajak Bojadgian (68.) profitierten von seinen präzise vor das Tor geschlagenen Freistößen.

Zwei Norderstedter Pfostentreffer

Danach versäumte es die Eintracht, den Sack endgültig zuzumachen. Der für Lennart Keßner eingewechselte Nathaniel Amamoo konnte sich nach schöner Vorarbeit von Nils Brüning aus neun Metern freistehend die Ecke aussuchen, traf aber nur den linken Pfosten (78.).

Und so kam, was kommen musste: Der SSV Jeddeloh, der in der Schlussviertelstunde fast nur noch mit langen Schlägen in den Norderstedter Strafraum operierte, hatte durch Thilo Höpken kurz vor Schluss den Ausgleichstreffer auf dem Fuß. Doch Lars Huxsohl bewahrte die Gäste vor einem bitteren Unentschieden – und seinen Coach möglicherweise vor dem Gang zum Zahnarzt.

Rang neun nach der ersten Saisonhälfte

Mit 25 Punkten aus 17 Partien schließt die Eintracht die erste Saisonhälfte als Tabellenneunter ab, der Vorsprung auf Abstiegsplatz 16 beträgt komfortable zwölf Zähler. „Damit konnte und durfte man zu Beginn der Serie nicht rechnen“, sagte Jens Martens, „unser gutes Abschneiden ist keine Selbstverständlichkeit. Wir haben eine neu zusammengestellte, junge, unerfahrene Mannschaft, die in den vergangenen Monaten viel gelernt hat, zuletzt aber auch extrem vom Verletzungspech gebeutelt war.“

Nächster Gegner ist Altona 93

Am Sonntag, 10. November, bietet sich die Gelegenheit, die gute Zwischenbilanz weiter aufzuhübschen. In der ersten Rückrundenpartie geht es in der Adolf-Jäger-Kampfbahn an der Griegstraße gegen Aufsteiger Altona 93. Die Erinnerungen an den ersten Vergleich am 28. Juli sind gut: die Norderstedter setzten sich durch Tore von Hamajak Bojadgian, Nils Brüning, Nathaniel Amamoo, Jordan Brown und Nick Brisevac mit 5:2 durch. Damals allerdings hatten die Garstedter im Gegensatz zur aktuellen Situation erhebliche Probleme im Abwehrbereich – und glänzten dafür in der Offensive...

SSV Jeddeloh – Eintracht Norderstedt 1:2 (1:0). – Zuschauer: 344. – Schiedsrichter: Stefan Zielsdorf (SpVgg Hülsen-Westerloh). – Tore: 1:0 Almir Ziga (30.), 1:1 Evans Nyarko (56.), 1:2 Hamajak Bojadgian (68.) – Eintracht Norderstedt: Huxsohl – Marxen, Nuxoll, Bojadgian, Bork (81. Kummerfeld) – Koch – Keßner (64. Amamoo), Nyarko, von Knebel, Brüning – Kobert
(82. Lüneburg).