Norderstedt
1:0 in der 92. Minute

Außenseiter SV Todesfelde schafft die Sensation

Der Augenblick der Todesfelder Glückseligkeit: Siegtorschütze Florian Petzold reißt triumphierend die Arme hoch, links dreht Mannschaftskapitän Luca Sixtus jubelnd ab.

Der Augenblick der Todesfelder Glückseligkeit: Siegtorschütze Florian Petzold reißt triumphierend die Arme hoch, links dreht Mannschaftskapitän Luca Sixtus jubelnd ab.

Foto: Thomas Maibom

Oberliga-Kicker schalten den favorisierten Regionalliga-Club SC Weiche Flensburg 08 in der Vorschlussrunde des SHFV-Lotto-Pokals aus.

Todesfelde.  „An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit“ – nicht ohne Grund dröhnte der Hit der Kult-Band Die Toten Hosen nach dem Abpfiff aus den Lautsprechern im Joda-Sportpark. Treffender hätte die Stimmung, wie sie die Oberliga-Fußballer des SV Todesfelde vor 600 Zuschauern an einem für sie wahrhaft einmaligen Nachmittag erlebten, kaum beschrieben werden können.

Finalgegner am 23. Mai 2020: der VfB Lübeck

Nach einem packenden und intensiven Match setzte sich der SVT im Halbfinale des SHFV-Lotto-Pokals gegen Regionalliga-Club SC Weiche Flensburg 08 sensationell mit 1:0 (0:0) durch und trifft im Endspiel am 23. Mai 2020 nun auf den VfB Lübeck, der sich beim TSB Flensburg mit 3:1 behauptete. Das Finale wird die ARD am Tag des DFB-Pokalendspiels in einer Live-Konferenz zeigen.

In Todesfelde hatte gerade die Schlussphase begonnen, da forderte Stadionsprecher und Clubchef Holger Böhm die Fans auf der Gegenseite der Tribüne auf, noch einmal die letzte Luft beim Anfeuern zu mobilisieren. Das wirkte. In der zweiten Minute der Nachspielzeit tobte der Joda-Sportpark dann: Nach einem abgefälschten Pass im Strafraum sprang der Ball zurück in Richtung Florian Petzold. Der nahm Maß und setzte die Kugel mit einem platzierten Schuss halbhoch ins linke Eck.

Entscheidung fällt in der Nachspielzeit

Das war die Entscheidung in einer Partie, in der der klassenhöhere Gast als klarer Favorit galt, dem Spiel aber zu keinem Zeitpunkt entscheidende Akzente verleihen konnte. Immer wieder störten die Todesfelder, auch dank der stark koordinierten Deckungsarbeit von Kai Schulz und Christian Rave, erfolgreich die Aktionen des Gegners. SVT-Trainer Sven Tramm hatte ja schon vor dem Spiel eine Vorahnung gehabt: „Wenn wir über uns hinauswachsen, ist die Überraschung vielleicht möglich.“

Einmaliger Triumph in der Vereinshistorie

Recht hatte der Coach, der mit seiner Truppe nach zwei missglückten Anläufen erstmals den Einzug ins Finale schaffte. „Es ist ein einmaliger Triumph in der Vereinshistorie“, sagte der 41-Jährige. Mannschaftskapitän Luca Sixtus gehörte zu den wenigen Akteuren, die schon eine Stunde nach Spielschluss die Kabine verlassen hatten. Der Antreiber im Mittelfeld kümmerte sich mit um den Aufbau des VIP-Zeltes, in dem am Abend die Halloween-Party stieg.

Sixtus war restlos euphorisiert: „Dass ich das erleben darf, ist einfach grandios. Nun wollen wir versuchen, auch im Endspiel aufzutrumpfen.“

Am Sonnabend geht’s in Flensburg um Punkte

Am Sonnabend müssen sich die Himmelsstürmer allerdings erst einmal wieder dem Punktspielalltag in der Oberliga Schleswig-Holstein widmen. Um 14 Uhr tritt der Tabellenzweite beim SC Weiche Flensburg 08 II (3.) an.