Norderstedt
Fussball-Regionalliga

Eintracht feiert dritten Auswärtserfolg hintereinander

Jaaaaa! Mittelfeldspieler Johann von Knebel (l.) bejubelt – verfolgt von Nils Brüning – seinen Siegtreffer in der 89. Minute.

Jaaaaa! Mittelfeldspieler Johann von Knebel (l.) bejubelt – verfolgt von Nils Brüning – seinen Siegtreffer in der 89. Minute.

Foto: noveski.com

Norderstedts Kicker setzen sich durch einen Last-Minute-Treffer von Johann von Knebel verdient mit 1:0 bei Hannover 96 II durch.

Norderstedt. Die Regionalliga-Fußballer von Eintracht Norderstedt bekommen offenbar Geschmack an Last-Minute-Siegen. Zwei Wochen nach dem 1:0-Erfolg beim TSV Havelse, den Evans Nyarko kurz vor Schluss per Kopf sicherstellte, setzten sich die Garstedter nun auch bei Hannover 96 II mit 1:0 (0:0) durch. Umjubelter Schütze des entscheidenden Tores war Johann von Knebel, der eine Flanke des eingewechselten Rico Bork im Kasten der Niedersachsen unterbrachte.

7:2 Torchancen in der ersten Halbzeit

Die Gäste hätten ihren dritten Auswärtserfolg hintereinander allerdings schon viel früher unter Dach und Fach bringen müssen. In den ersten 45 Minuten spielte die Elf von Trainer Jens Martens die Hannoveraner vor lediglich 250 Zuschauern an die sprichwörtliche Wand; der Coach kam kaum hinterher, die Chancen für seine Crew zu notieren. Als Schiedsrichter Rene-Alexander Rose (TSG Bad Harzburg) die beiden Mannschaften zum Verschnaufen in die Umkleidekabinen schickte, standen sieben klare Möglichkeiten für die Eintracht auf seinem Zettel – und lediglich zwei für die Hausherren.

Frappierende Abschlussschwäche

„Das war die beste Halbzeit, die wir in dieser Saison bislang gespielt haben“, sagte Martens, der begeistert den Offensivschwung seines Teams registrierte. Der Haken an der Sache: Die Eintracht-Kicker verpassten es, sich für ihren überzeugenden Auftritt zu belohnen.

Das Festival der Fehlschüsse begann in der 11. Minute, als Johann von Knebel an 96-Keeper Marlon Sündermann scheiterte. Philipp Kochs Versuch aus dem Rückraum wurde zum Eckball abgefälscht (12.), Nils Brünings Abschluss streifte die Latte (18.), Nathaniel Amamoo traf das Außennetz (22.).

Zwischendurch hätte Benjamin Hadzic den Spielverlauf auf den Kopf stellen können; er attackierte Eintracht-Schlussmann Lars Huxsohl, der mit einem Abspiel zu lange zögerte und den Hannoveraner anschoss. Der Ball senkte sich daraufhin bedrohlich über Huxsohl hinweg, doch der 23-Jährige bügelte seinen Fehler umgehend wieder aus und schnappte sich das Spielgerät noch vor der Linie.

Am Ende des ersten Durchgangs machten die Norderstedter mit dem Auslassen ihrer Gelegenheiten weiter: Eine scharfe Hereingabe von Nathaniel Amamoo wurde von Emre Aytun vor der Linie gestoppt (38.), Amamoo erwischte eine Hereingabe von Nils Brüning nicht mehr richtig (42.), ein zweiter Versuch von Brüning fand kurz darauf in der Mitte keinen Abnehmer.

„In der Pause haben mein Trainerteam und ich versucht, psychologisch auf die Mannschaft einzuwirken“, sagte Jens Martens, „es ist irgendwie schon verrückt: Zu Beginn der Saison haben wir im Angriff alles getroffen und waren in der Abwehr instabil. Mittlerweile ist es genau umgekehrt. Wir stehen hinten sicher und bekommen vorn die Kugel einfach nicht ins Netz.“

Zweiter Duchgang verläuft ausgeglichener

Nach dem Seitenwechsel verlief die Partie ausgeglichener – doch an der Grundtendenz änderte sich nichts: Die Eintracht verballerte einen Hochkaräter nach dem anderen. Johann von Knebel (47./55./79.), Nick Brisevac (50.) und Hamajak Bodjadgian (62.), sie alle verpassten das längst überfällige 1:0.

Das dann aber doch noch fiel – und zwar zu einem Zeitpunkt, als niemand mehr so richtig damit rechnete. Kurz darauf vergab der frei auf Marlon Sündermann zulaufende Nathaniel Amamoo das 2:0 – die Freude über den dritten Auswärtserfolg hintereinander konnte dies indes nicht trüben.

Die Mannschaft hat sich gut entwickelt

Was Mut für die kommenden Wochen macht: Das vor Beginn der Serie 2019/2020 neu zusammengestellte Norderstedter Team bewies, dass es in den vergangenen Wochen taktisch und spielerisch viel gelernt hat. Nachdem Philipp Koch (Zerrung der hinteren Oberschenkelmuskulatur) schon in der 20. Minute gegen Yannik Nuxoll ausgetauscht werden musste, rückte Evans Nyarko auf die Sechserposition – auf den Spielfluss hatte dies jedoch keine negativen Auswirkungen. Und auch, als der angeschlagene Hamajak Bojadgian gegen Rico Bork ausgetauscht werden musste (79.) und Nyarko wieder ins Abwehrzentrum zurückkehrte, geriet die Mannschaft nicht aus dem Rhythmus.

Yannik Nuxoll feiert ein starkes Comeback

Erfreulich verlief das Comeback des zuletzt rotgesperrten Yannik Nuxoll. „Ein Riesenkompliment an ihn“, sagte Jens Martens, „er hat nach seiner Einwechslung eine starke Leistung gezeigt.“ Einziger Wermutstropfen für die Eintracht: Im Heimspiel gegen die SV Drochtersen/Assel (Sonntag, 27. Oktober, 14 Uhr) wird Rico Bork verzichten müssen. Der Linksfuß mit den Jokerqualitäten sah die fünfte Gelbe Karte in dieser Saison – das bedeutet ein Match Zwangspause.

Hannover 96 II – Eintracht Norderstedt 0:1 (0:0). – Zuschauer: 250. – Tor: 0:1 Johann von Knebel (89.). – Eintracht Norderstedt: Huxsohl – Marxen, Nyarko, Bojadgian (79. Bork), Kummerfeld – Koch (20. Nuxoll) – Amamoo, Brisevac, von Knebel, Brüning – Kobert
(75. Lüneburg).