Norderstedt
Rettungsschwimmen

Mädchen der DLRG Norderstedt sind Deutscher Meister

Das siegreiche Norderstedter Team: Kaya Geßner, Finja Gulben, Katharina Hoffeins, Lara Bödding und Johanna Ebert (v. l.).

Das siegreiche Norderstedter Team: Kaya Geßner, Finja Gulben, Katharina Hoffeins, Lara Bödding und Johanna Ebert (v. l.).

Foto: nne Pamperin

AK-12-Mannschaft stellt bei den Titelkämpfen in Hagen einen nationalen Rekord in der 4 x 25-Meter Rückenstaffel ohne Armtätigkeit auf.

Norderstedt.  Vier Wochen vor dem Beginn der 47. Deutschen Mehrkampfmeisterschaften im Rettungsschwimmen fielen die Organisatoren aus allen Wolken. Die Schwimmhalle in Hannover, die als Austragungsort vorgesehen war, wurde wegen akuter technischer Mängel und der dadurch nicht mehr gewährleisteten Sicherheit umgehend geschlossen, sodass die Veranstaltung mit rund 1.200 Sportlern auszufallen drohte.

Hagen springt für Hannover ein

„Wir sind froh, dass das Westfalenbad in Hagen als Ausweichort zur Verfügung stand und der DLRG Bezirk Hagen/Ennepe-Ruhr direkt alle ehrenamtlichen Kräfte mobilisiert hat“, sagte DLRG-Präsident Achim Haag. Demzufolge konnten die Titelkämpfe dann doch stattfinden. Der Wettkampf sei für viele junge Rettungsschwimmer der sportliche Höhepunkt des Jahres. Und dessen Absage wäre „sehr schmerzlich für die Aktiven wie auch für den Verband“ gewesen.

Der Sanierungsfall in Hannover, so Haag weiter, unterstreiche einmal mehr die Aktualität des Problems maroder Schwimmbäder in Deutschland. „Der Investitionsrückstand beträgt inzwischen mehrere Milliarden Euro, es besteht dringender Handlungsbedarf“, mahnte der DLRG-Chef.

Handlungsbedarf bei der Bäderversorgung

Derzeit befasst sich der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages mit einer Eingabe der DLRG, die eine angemessene und nachhaltige Bäderversorgung fordert, damit auch in Zukunft Menschen das Schwimmen lernen können und die Möglichkeit bezahlbarer sozialer Angebote erhalten bleibt. Haag: „Die Kommunen, die zumeist Träger der Schwimmbäder sind, brauchen die finanzielle Unterstützung vom Bund.“

Für die jungen Rettungsschwimmer der DLRG Norderstedt wäre eine Absage der DM fatal gewesen, denn die Talente hatten sich wegen ihrer guten Vorplatzierungen eine Menge ausgerechnet. Die Unruhe im Vorfeld und der Wechsel nach Hagen schadeten indes überhaupt nicht. Im Gegenteil: Die Schülerinnen der Altersklasse 12 präsentierten sich am Wettkampftag so bissig wie ihr Maskottchen, der Stoff-Hai Norbi, und lieferten einen perfekten Vierkampf ab.

Erster DM-Triumph seit 28 Jahren

Das Team von Trainer Malte Geßner holte sich in der Besetzung Kaya Geßner, Katharina Hoffeins, Finja Gulben, Lara Bödding und Johanna Ebert 28 Jahre nach dem letzten Sieg einer Norderstedter Nachwuchsmannschaft auf Bundesebene wieder den deutschen Meistertitel – und stellte in der 4 x 25-Meter Rückenstaffel ohne Armtätigkeit in 1:22,19 Minuten einen nationalen Rekord auf.

„Wir haben in der Vorbereitung von den tollen Möglichkeiten in unserem Schul- und Vereinsbad profitiert, das uns ermöglicht, auch am Wochenende Training anzubieten. Das Team hat super mitgezogen, alle haben alles gegeben“, so Coach Geßner.

Kaya Geßner holt Bronze im Einzelwettbewerb

Seine Tochter Kaya gewann anschließend sogar noch Bronze im Einzelwettbewerb. Weitere Topplatzierungen erreichten Lisa Bödding, die in der AK 13/14 Vierte wurde und im 50 Meter Retten mit Flossen einen Landesrekord aufstellte, sowie die Mannschaften der AK 13/14 männlich (Ben-Robin Schmidt, Timo Karstens, Seán Mougoyannis, Mika Barthel, Mats Ole Buck) und AK 15/16 männlich (Fynn Barthel, Linus Fortmeier, Benedikt Saar, Jonas Schütt, Kenan Rama) als Fünfte. Auch hier purzelten zwei Landesrekorde.

Die Mädchen der AK 13/14 (Greta Grzybowski, Lisa Bödding, Jule Hillienhoff, Isabel Leroy, Liv Vollmann) lagen auf Bronzekurs, kassierten aber für einen technischen Fehler 200 Strafpunkte und mussten sich mit Rang zwölf begnügen. In der Gesamtwertung der 131 Vereine landete die DLRG Norderstedt auf Rang sieben, der Landesverband Schleswig-Holstein wurde ebenfalls Siebter.

Timo Zembold (17, DLRG Bad Bramstedt) freute sich im Vierkampf der Altersklasse 17/18 über den 19. Rang. „Da war sogar eine persönliche Bestzeit dabei. Ich bin zufrieden“, sagte er.

Weitere DM-Ergebnisse der Norderstedter Rettungsschwimmer, AK 12 weiblich: 14. Katharina Hoffeins; AK 12 männlich: 30. Timmy Wang; AK 13/14 männlich: 21. Seán Mougoyannis; AK 15/16 weiblich: 24. Tabea Nissen; Teams, AK 12 männlich: 23. DLRG Norderstedt; AK 15/16 weiblich: 13. DLRG Norderstedt.