Norderstedt
Fussball-Regionalliga

Eintracht Norderstedt verliert 1:2 gegen VfB Lübeck

Die Norderstedter Evans Nyarko (Mitte) und Juri Marxen (rechts) stoppen mit vereinten Kräften Lübecks  Patrick Hobsch. 

Die Norderstedter Evans Nyarko (Mitte) und Juri Marxen (rechts) stoppen mit vereinten Kräften Lübecks Patrick Hobsch. 

Foto: ABS Michael Schwarz

Der Tabellenachte überzeugt gegen den Spitzenreiter, doch der Anschlusstreffer kommt vor der Rekordkulisse von 1550 Zuschauern zu spät.

Norderstedt. Rekordkulisse im Edmund-Plambeck-Stadion an der Ochsenzoller Straße: 1550 Zuschauer wollten das Regionalliga-Fußballspiel zwischen Eintracht Norderstedt (8./19 Zähler) und Tabellenführer VfB Lübeck (33 Zähler) sehen – einen solchen Ansturm auf die Tickets gab’s noch nie in einer Heimpartie der Garstedter seit dem Aufstieg in die Nordstaffel im Jahr 2013. Grund zum Jubeln hatten nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Benjamin Schmidt (SpVg Laatzen) indes nur die etwa 500 Fans der Gäste, die sich über einen verdienten 2:1 (2:0)-Erfolg ihrer Lieblinge freuen.

An der Leistung der Hansestädter gab es nur wenig auszusetzen. Sie präsentierten sich im Stil einer Spitzenmannschaft, verteidigten mit ganz wenigen Ausnahmen sicher, erarbeiteten sich in der Offensive während der 90 Minuten ein klares Chancenplus. Einziges Manko: ihre schlechte Trefferquote. „Für mich ist das der Topfavorit auf die Meisterschaft“, sagte Eintracht-Coach Jens Martens, „das ist ein robustes, hervorragend organisiertes und sehr cleveres Team.“

VfB-Trainer Rolf Landerl schwänzt Pressekonferenz

Das Auftreten der Lübecker nach dem Match kam bei Martens und Teammanager Olaf Bösselmann, der bei der obligatorischen Pressekonferenz Regie führte, kam allerdings weniger gut an. Zunächst mussten das Eintracht-Duo und die Medienvertreter fast 20 Minuten lang auf einen VfB-Verantwortlichen warten. Und dann erschien nicht etwa – wie abgesprochen – Trainer Rolf Martin Lan­derl. Sondern sein Assistent, der Portugiese Luis Diogo Compos. Und der formulierte seine Eindrücke vom Spiel zur allgemeinen Überraschung auf Englisch.

Eintracht-Team ist lange auf Augenhöhe

„Das war ganz schlechter Stil von euch, fast schon ein Affront“, gab Jens Martens dem Lübecker Vorstandsmitglied Florian Möller mit auf die Heimfahrt. Zuvor hatte der Fußballlehrer die Vorstellung seiner Mannschaft mit lobenden Worten gewürdigt. „Ich bin mit meinen Jungs sehr zufrieden, das Team hat sich im Verlauf dieser Saison gut entwickelt. Wir waren mit dem VfB lange auf Augenhöhe, konnten nach dem Anschlusstreffer sogar noch auf den Ausgleich hoffen.“

Lübeck ist cleverer

Um den Gegner ernsthaft in Bedrängnis bringen zu können, fehlte den Norderstedtern allerdings die nötige Cleverness. Musterbeispiele für Ausgebufftheit lieferten dagegen die Lübecker Torschützen. So ging Florian Riedel in der 36. Minute nach einem harmlos erscheinenden Zweikampf mit Eintracht-Innenverteidiger Evans Nyarko im Strafraum zu Boden. Referee Schmidt entschied auf Foulelfmeter, Ahmet Arslan verwandelte sicher zum 0:1.

Umstrittener Elfmeter in der 36. Minute

„Man kann in dieser Szene auch anders entscheiden, 50 Prozent aller Schiedsrichter hätten dies vermutlich getan“, sagte Nyarko, „mein Gegenspieler hat mich zuerst berührt und ist erst danach ins Straucheln geraten. Aber er hat das schlau gemacht.“

Beim zweiten Treffer der Gäste stand Daniel Halke genau im richtigen Moment am richtigen Ort. Er profitierte von einem Patzer des Norderstedters Nathaniel Amamoo, der sich – vor dem eigenen Tor stehend – bei einer Flanke von Ryan Malone brutal verschätzte, und nickte den Ball per Kopf ein (39.). Immerhin rehabilitierte sich Amamoo in der 89. Minute für seinen Fauxpas. Er sorgte nach einem Freistoß von Philipp Koch für das 1:2 und machte das Match so noch einmal spannend.

Nächster Gegner: Hannover 96 II

In den kommenden Tagen werden das Trainerteam und die Spieler die dritte Heimniederlage in dieser Saison genau analysieren. Am kommenden Sonnabend geht’s dann zu Hannover 96 II. Das Ziel von Eintracht Norderstedt im Stadion an der Clausewitzstraße: der dritte Auswärtssieg in Folge.

Eintracht Norderstedt – VfB Lübeck 1:2 (0:2). – Zuschauer: 1550. – Tore: 0:1 Ahmet Arslan (36./Foulelfmeter), 0:2 Daniel Halke (39.), 1:2 Nathaniel Amamoo (89.). – Eintracht Norderstedt: Huxsohl – Marxen, Nyarko, Bojadgian, Kummerfeld (64. Bork) – Koch – Amamoo, Brisevac, von Knebel (71. Kobert), Brüning (76. C. Williams) – Lüneburg.