Norderstedt
Volleyball-Regionalpokal

Nur Zweitligist Stralsund ist besser als der 1. VCN

Anisa Sarac, Vanessa Finnern-Bien, Carina Polomsky, Lisa Schwarz, Lisa-Marie Kipar (hinten von links),  Nathalie Koch, Alissa Willert, Karen Meyer und Tabea Schle­meyer (vorne von links) schalteten im Halbfinale den klassenhöheren Drittligisten Kieler TV mit 3:0 Sätzen aus.

Anisa Sarac, Vanessa Finnern-Bien, Carina Polomsky, Lisa Schwarz, Lisa-Marie Kipar (hinten von links), Nathalie Koch, Alissa Willert, Karen Meyer und Tabea Schle­meyer (vorne von links) schalteten im Halbfinale den klassenhöheren Drittligisten Kieler TV mit 3:0 Sätzen aus.

Foto: Anne Pamperin

Die Freude von Norderstedts Frauenmannschaft wird allerdings durch den Kreuzbandriss von Diagonalangreiferin Gwendolin Lake getrübt.

Norderstedt. Prächtige Stimmung ist bei den Volleyballfrauen des 1. VC Norderstedt schon immer angesagt gewesen. Gwendolin Lake, die vor Beginn der vergangenen Saison vom Zweitligisten Bayer Leverkusen zum VCN gewechselte Diagonalangreiferin des Regionalliga-Spitzenreiters, hat zuletzt mit am meisten dazu beigetragen.

In diesen Tagen aber ist die 25-Jährige weniger gut gelaunt, sondern total betrübt: Sie zog sich einen Kreuzbandriss zu und muss operiert werden. Das Malheur passierte im mit 25:16, 25:19, 25:21 gewonnenen Regionalliga-Match der Norderstedterinnen bei der VG WiWa Hamburg. Bei einer dynamischen Sprungaktion knickte Gwendolin Lake plötzlich so unglücklich um, dass es zu der folgenschweren Knieverletzung kam. Anschließend wurde sie gleich ins AK Barmbek gebracht.

MRT-Untersuchung bringt Gewissheit

Eine MRT-Untersuchung brachte anschließend die traurige Gewissheit. „Das ist ein Wermutstropfen für uns, der glatte Sieg ist damit völlig in den Hintergrund gerückt“, sagte VCN-Coach Frank Koch, dem seine wichtige Spielerin bis zum Saisonende nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

Mannschaftsführerin und Trainertochter Lisa Schwarz: „Wir alle wissen, was wir an Gwendolin haben und hoffen, dass sie bald wieder genesen wird. Wenn wir gewinnen, tun wir das auch für sie.“

Auch der Vereinsvorsitzende Justus Kreyenberg (er spielt beim Eimsbütteler TV in der 3. Liga) weiß um die Qualitäten von Gwendolin Lake. „Ich bin mir aber sicher, dass sich das Team auf dem Weg zur Staffelmeisterschaft nicht beirren lassen wird.“

1. VC Norderstedt peilt Aufstieg in 3. Liga an

Der Vorfall ereignete sich ausgerechnet am Tag vor der finalen Viererrunde im Regionalpokal Nord, bei dem die VCN-Frauen in der heimischen Moorbekhalle für den Hamburger Volleyballverband als Gastgeberinnen auftraten. Sie taten es durchaus mit Erfolg und kamen ohne Gwendolin Lake im Halbfinale zunächst zu einem lockeren 3:0-Sieg über den Kieler TV, der immerhin in der 3. Liga schmettert. Genau dorthin orientiert sich die Crew von Frank Koch in dieser Saison.

Im Endspiel gegen die Wildcats Stralsund wurden dem 1. VC Norderstedt zum ersten Mal seit längerer Zeit die Grenzen aufgezeigt. Die Mannschaft aus Mecklenburg-Vorpommern ist in der
2. Bundesliga angesiedelt, setzte sich in vier Sätzen sicher mit 3:1 (25:9, 25:11, 21:25, 25:18) durch und tritt nun gegen den Sieger des Regionalpokals Ost an. Der Gewinner dieser Begegnung ist dann im Achtelfinale des DVV-Pokals auf Bundesebene am Start. Koch: „Im dritten Satz haben wir es ja immerhin verstanden mitzuhalten. Insgesamt war es aber ein Klassenunterschied.“

Klassenunterschied im Finale

Vor allem in puncto Tempowechsel, Antizipationsfähigkeit und Spielgestaltung sei sein Team gegen den Kontrahenten aus der zweithöchsten deutschen Klasse in einigen Phasen überfordert gewesen.

Einer der Gründe dafür ist die Intensität, mit der Spielerinnen trainieren. end die Norderstedterinnen sich insgesamt rund vier Stunden in der Woche auf ihre Punktspiele vorbereiten, stehen bei den Wildcats fünf Übungseinheiten pro Woche auf dem Programm. Für eine zusätzliche Schwächung beim VCN sorgte der Ausfall der Zuspielerinnen Claudia Förster und Juliane Lüning (Beruf/Urlaub). Und: Drei Matches an zwei Tagen hinterließen doch einige Spuren.

Erinnerungen an glanzvolle Zeiten

Einige der älteren Besucher in der Moorbekhalle mögen sich beim Regionalpokal Nord unter Umständen an vergangene große Zeiten im Norderstedter Volleyballsport erinnert haben. Frank Koch in jedem Fall: Er war Anfang der 1980er-Jahre im Trikot des 1. SC Norderstedt dabei, als die Männermannschaft im damaligen Schulzentrum Nord glanzvoll auftrumpfte. Durch zwei unerwartete Siege gegen die Erstliga-Mannschaften von Orplid Frankfurt und VfL Sindelfingen stand man einmal sogar in der Vorschlussrunde des Deutschen Volleyball-Pokals.

Seine Regionalliga-Frauenmannschaft hat jetzt erst einmal eine zweieinhalbwöchige Wettkampfpause und kann regenerieren. Am Sonnabend, 26. Oktober hat der 1. VC Norderstedt dann um 17.30 Uhr Heimrecht gegen den SV Warnemünde, der mit nur zwei Punkten aus drei Partien überraschend schwach in die Saison gestartet ist und nur den drittletzten Tabellenplatz belegt.