Norderstedt
Nordisch Open

Eine gelungene Turnierpremiere der E-Darter

Die Regeln sind gleich. Doch im Gegensatz zum Steel Dart haben die Pfeile beim E-Dart eine Kunststoffspitze.

Die Regeln sind gleich. Doch im Gegensatz zum Steel Dart haben die Pfeile beim E-Dart eine Kunststoffspitze.

Foto: Anne Pamperin

Fetihspor Kaltenkirchen richtet erstmals den Wettbewerb der Präzisionssportler aus. Im kommenden Jahr soll es eine Neuauflage geben.

Kaltenkirchen. Wer Daniel Vogt über die Schulter schauen will, muss sich sputen. Der 39 Jahre alte Dartspieler, der sich „Bass Master“ nennt, ist schnell, verdammt schnell. Von 501 Punkten mit nur wenigen Pfeilen auf Null zu kommen, dauert bei ihm nicht einmal zwei Minuten...

Bei den ersten Fetihspor Nordisch Open im Electronic Dart in Kaltenkirchen demonstrierte der Flensburger sein Können eindrucksvoll und sicherte sich den Sieg im Einzelwettkampf – für einige Durchgänge benötigte er nur 13 Versuche, um ein Spiel zu beenden. Zusammen mit Bjarne Iversen, Lars-Daniel Lorenzen und Vladimir Andersen gewann Vogt auch den Mannschaftswettkampf und qualifizierte sich so für die Team-Europameisterschaft 2020 in Kroatien sowie die WM im kommenden Jahr in Santiago de Compostela (Spanien).

Daniel Vogt gewinnt Einzelwertung

„Mit zwölf Jahren habe ich zum ersten Mal Dart gespielt, meine Eltern haben eine Gaststätte in Flensburg, das Daddel Du. Da ich aber noch minderjährig war und ich mich nicht ständig in den Räumen aufhalten durfte, habe ich mich zunächst aufs Tischtennis konzentriert und mit 18 Jahren dann mit dem Dart-Training angefangen“, sagt der kaufmännische Angestellte. Vogt betreibt sowohl das aus dem Fernsehen bekanntere Steel Dart, ist aber auch in der elektronischen Variante erfolgreich.

„Für mich ist der Unterschied nicht so groß. Ich benutze für beide Arten dieselben Pfeile, tausche nur die Spitzen aus. Beim Steel Dart verwende ich Metallspitzen, beim E-Dart nehme ich welche aus Kunststoff“, so Daniel Vogt. Andere Akteure wie der Hamburger Prof i Mike Holz, der in Kaltenkirchen Zweiter im Einzel wurde, verwenden komplett unterschiedliche Wurfgeräte.

Vogt und Holz waren sich nach dem Wettkampf einig und bescheinigten dem Veranstalter RadikalDarts Region Nord-Ostsee: „Die Location hier ist top.“ Austragungsort war die ehemalige Tennishalle an der Schirnauallee, die inzwischen eine moderne Mehrzweckhalle auf der Johannes-Kelmes-Sportanlage ist. Dort hat auch Fetihspor Kaltenkirchen sein Vereinsheim.

Clubchef Faruk Gökdurmus war begeistert von der Stimmung, die bei den Nordisch Open herrschte und freute sich, dass das dreitägige Event in Kaltenkirchen stattfand. „Wir möchten vor allem unseren jüngeren Mitgliedern die Möglichkeit bieten, sich bei uns zu treffen, sich zu unterhalten und aktiv zu sein. Aus diesem Grund haben wir uns neben einem Tischkicker auch einen Dart-Automaten angeschafft. Über den Aufsteller des Gerätes kam dann der Kontakt zu den Veranstaltern dieses Turniers zustande“, so Gökdurmus, dessen Verein so zum Ausrichter und Namensgeber der ersten Nordisch Open im E-Dart wurde.

350 Aktive zeigen an drei Tagen ihr Können

Turnierleiterin Gaby Wehrt, die bei Veranstalter RadikalDarts als Sportsekretärin tätig ist, war mit der Premiere hochzufrieden und zählte insgesamt rund
350 Sportlerinnen und Sportler an drei Tagen. Die Hamburgerin, die auf den Rollstuhl angewiesen ist, gewann in Kaltenkirchen den Para-Wettbewerb.

„Für diejenigen, die im Rollstuhl sitzen, ist die Scheibe etwas niedriger. Ich kann kurze Zeit stehen und werfe deshalb auch auf die normalen Scheiben“, sagt die 53-Jährige, die trotz ihrer starken körperlichen Einschränkung drei Tage lang mit vollem Einsatz dabei war.

2020 soll mehr Werbung gemacht werden

Unter anderem organisierte sie auch noch eine Tombola zugunsten des Theodorus-Kinderhospizes in Hamburg. „Die Idee, ein Turnier für die Region zu veranstalten, hatte ich schon länger. Hier in Kaltenkirchen haben wir richtig tolle Bedingungen vorgefunden. Wir wollen die Veranstaltung auf jeden Fall etablieren und im kommenden Jahr wieder anbieten. Wir werden dann sicher noch einige organisatorische Dinge verbessern und vor allem früher Werbung machen, damit noch mehr Spieler kommen. Aber für das erste Mal sind wir wirklich sehr zufrieden“, so Wehrt, die auch die Nordostsee-Online-Dartliga mit mittlerweile 25 Teams betreut.

„Das Besondere an den RadikalDart-Automaten ist, dass sie miteinander vernetzt werden können. Der Vorteil ist, dass man nie alleine spielen muss, sondern jederzeit gegen andere antreten kann, ohne dabei weit fahren zu müssen. Man loggt sich ein und ist dann über ein großes Display miteinander verbunden. Das funktioniert weltweit“, sagt Wehrt.

Gesamtpreisgeld beträgt 10.000 Euro

Unterstützt wurden die Nordisch Open unter anderem von der Flensburger Brauerei, der Firma Fohsack Getränke, von Fetihspor und von Nord-Ostsee RadikalDart. Das Gesamtpreisgeld in Höhe von insgesamt 10.000 Euro wurde von weiteren Unterstützern und auch aus den Startgeldern generiert.

Wer mehr über E-Dart und die angebotenen Wettbewerbe wissen will, bekommt bei RadikalDart Germany im Internet weitere Informationen.