Norderstedt
Prestigeduell

Ein Regionalliga-Derby mit Spektakel-Garantie

Genervt: Eintracht-Trainer Jens Martens.

Genervt: Eintracht-Trainer Jens Martens.

Foto: noveski.com

Die Fußballer von Eintracht Norderstedt haben am Sonntag um 14 Uhr im Edmund-Plambeck-Stadion das zweite Team des Hamburger SV zu Gast.

Norderstedt. Jens Martens ist kein abergläubischer Mensch. „Geile Statistik“, kommentierte der Trainer des Fußball-Regionalligisten Eintracht Norderstedt daher die bisherige Heimbilanz seines Teams gegen den Hamburger SV II, „aber auf unser Spiel hat sie überhaupt keinen Einfluss.“

Eintrachts Lieblingsgegner kommt

Die Partie gegen die Zweitvertretung des HSV findet am Sonntag um 14 Uhr im Edmund-Plambeck-Stadion statt. Man kann mit Fug und Recht behaupten: Eintrachts Lieblingsgegner kommt. Sechs Heimspiele trugen die Garstedter in ihrer Regionalliga-Geschichte gegen die U 23 der Hamburger aus. Die Ausbeute könnte mit fünf Siegen und einem Remis kaum strahlender sein.

Martens will von einem Selbstgänger wegen eines psychologischen Vorteils aber nichts wissen. Er ärgert sich stattdessen immer noch über die Verschwendung der eigenen spielerischen Potenz durch mangelhafte Chancenverwertung. Beim VfB Oldenburg beispielsweise dominierte die Eintracht die zweite Halbzeit nach Belieben, ohne dafür Punkte aus dem Stadion am Marschweg mitzunehmen.

Beide Teams haben aktuell ihre Probleme

„Wir gestatten dem Gegner in den zweiten 45 Minuten nur einen Torschuss. Den nutzt er zum 3:1. Wir haben sechs hundertprozentige Möglichkeiten und machen nur den Anschlusstreffer“, sagt der Fußballlehrer. So reicht es zurzeit nur zu Rang neun, der HSV II ist Zwölfter.

Durch Spielformen mit Abschlusssituationen ist Jens Martens in dieser Woche dem Problem abermals auf den Pelz gerückt. „Durch die Wiederholungen bekommen unsere Offensivspieler hoffentlich die Sicherheit, die sie brauchen.“ Doch ausgerechnet Stoßstürmer Jan Lüneburg droht auszufallen. Beim Nachholspiel gegen den HSC Hannover (3:1) wurde „Lüne“ zu Beginn der zweiten Halbzeit mit Adduktorenproblemen ausgewechselt. Die Reise nach Oldenburg trat er nicht an. „Hinter Jans Einsatz steht ein Fragezeichen“, so Martens.

Jan Lüneburg und Rico Bork drohen auszufallen

Ebenso wie hinter dem von Außenbahnspieler Rico Bork, der sich den Hüftbeuger gezerrt hat. Sicher nicht dabei sein werden Innenverteidiger Fabian Grau (Oberschenkelzerrung) und die drei Langzeitverletzten Stefan Rakocevic, Fahri Akyol und Jannik Mohr. Keeper Rakocevic leidet unter einer Hüftschädigung, das Innenverteidiger-Duo Akyol (Anriss des vorderen Kreuzbandes) und Jannik Mohr (Fußbruch) ist ebenfalls nicht fit.

„Die Verletztenliste zeigt, dass wir unsere eigenen Probleme haben. Außerdem ist der Gegner sehr spielstark“, sagt Martens. „Aber“, fügt er hinzu, „auch der Hamburger SV II hat den Druck, unbedingt punkten zu müssen.“

HSV II hat zuletzt fünf Pleiten hintereinander kassiert

Tatsächlich verläuft die Saison an der Hagenbeckstraße bislang sehr rätselhaft. Mit acht Punkten aus vier Partien startete die U 23 der Hamburger sehr gut in die Saison, schoss den Heider SV (5:1) und Holstein Kiel II (6:0) ab. Mit dem 0:2 beim SC Weiche Flensburg 08 riss der Faden am fünften Spieltag komplett. Inklusive der Weiche-Pleite folgten fünf teils herbe Schlappen, unter anderem ein unerklärliches 1:4 gegen den BSV Rehden. Selbst Coach Hannes Drews, der sich sonst stets schützend vor sein Team stellt, bezeichnete die zweite Hälfte als „katastrophal“. Nach dem 0:1 gegen Werder Bremen II bescheinigte er seiner Mannschaft indes aufsteigende Tendenz.

Der HSV II hat in dieser Saison bislang ähnlich gekickt wie die Eintracht in Oldenburg: spielerisch stark, vor dem Tor bemerkenswert uneffektiv. „Wir müssen in Norderstedt Leidenschaft auf den Platz bringen und versuchen, den Gegner zu dominieren. Es wird schwer, aber wir wollen da unbedingt etwas holen“, sagt HSV-Kapitän Dominik Haut.

Norderstedt hat die beste Regionalliga-Heimbilanz

Wie auch immer das Match ausgeht, ein Spektakel scheint garantiert. In den zehn Partien mit Beteiligung von Eintracht Norderstedt fielen 41 Treffer. Macht einen Schnitt von 4,1 Toren pro Spiel. Diesen Wert übertrumpft nur der SSV Jeddeloh (44/4,4), Holstein Kiel II (ebenfalls 41) kann immerhin mithalten. „Vor allem bei uns im Edmund-Plambeck-Stadion haben unsere Fans ja schon viel Unterhaltsames gesehen in dieser Saison“, merkt Jens Martens an. Und nicht nur das. Die Eintracht stellt das beste Heimteam der Regionalliga Nord! Fünf Spiele, vier Siege, nur eine Pleite, 17:7 Tore. Der Coach hätte nichts dagegen, diese Statistik auszubauen...