Norderstedt
Bittere Pleite

Eintracht Norderstedt schlägt sich beim 1:3 selbst

Johann von Knebel erzielte in der 55. Minute den Anschlusstreffer für Eintracht Norderstedt.

Johann von Knebel erzielte in der 55. Minute den Anschlusstreffer für Eintracht Norderstedt.

Foto: Thomas Maibom

Regionalliga-Fußballer verlieren beim VfB Oldenburg – trotz klarer Überlegenheit und hochkarätiger Chancen in der zweiten Halbzeit.

Norderstedt.  Es bleibt dabei: Wenn es gegen den VfB Oldenburg geht, gibt es für die Regionalliga-Fußballer von Eintracht Norderstedt nicht viel zu holen. Das 1:3 (0:2) vor 1323 Zuschauern im Marschwegstadion war für die Garstedter im 13. Vergleich seit dem Aufstieg im Jahr 2013 die neunte Niederlage – und sie war so überflüssig wie ein Kropf.

Erstes Gegentor nach knapp zwei Minuten

Erst knapp zwei Minuten waren gespielt, als Eintracht-Keeper Lars Huxsohl zum ersten Mal hinter sich greifen musste. Rico Bork, der schon am vergangenen Mittwoch beim 3:1-Heimerfolg gegen den Hannoverschen SC eine unglückliche Figur gemacht und ein kurioses Eigentor erzielt hatte, verlor den Ball auf der linken Seite an Kai-Bastian Evers; dieser flankte direkt in die Mitte, wo Pascal Steinwender am schnellsten schaltete und das Spielgerät über die Torlinie beförderte.

Damit nicht genug: Auch das 2:0 der Oldenburger fiel mit tatkräftiger Unterstützung der Gäste. Diese patzten wie so oft in der Anfangsphase im Aufbau; davon profitierte Nico Matern, der den schnellen Enis Bytyqi steil schickte. Der von den Würzburger Kickers gekommene Neuzugang des VfB lief den Norderstedter Defensivakteuren mit dem Ball am Fuß davon und netzte cool ein (16.).

Böse Abwehrfehler in der Anfangsphase

Eintracht-Trainer Jens Martens sah es mit Grausen. „Wir haben völlig schläfrig begonnen, sind erst nach etwas mehr als 20 Minuten besser in die Partie gekommen.“ Ein direkter Freistoß von Philipp Koch, den Schlussmann Dominik Kisiel bravourös entschärfte, diente dabei als Weckruf (22.). Bis zum Seitenwechsel entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch, die besten Norderstedter Möglichkeiten vergaben Michael Kobert (34.) und Rico Bork (36.).

Leistungssteigerung nach der Pause

Nach der Halbzeitpause präsentierten sich die nun völlig verwandelten Gäste, die auf Mannschaftskapitän Jordan Brown (Achillessehnenbeschwerden nach dem Abschlusstraining) und Angreifer Jan Lüneburg (Adduktoren) verzichten mussten, von ihrer Schokoladenseite. Mutig, spritzig, zweikampf- und laufstark, immer wieder mit Zug zum Tor. Das Problem: Sie brachten die Kugel trotz einer Reihe von Großchancen nur einmal im Kasten des VfB Oldenburg unter. Und das auch nur mit Glück: Ein Linksschuss von Johann von Knebel, der zuvor von Juri Marxen in Szenen gesetzt worden war, wurde unhaltbar abgefälscht (55.).

Überragend: Oldenburgs Dominik Kisiel

Nach dem Anschlusstreffer rollte Angriff auf Angriff in Richtung von Dominik Kisiel. Doch der überragende VfB-Keeper ließ sich nicht mehr überwinden. Weder durch den nach einer Ecke von Nick Brisevac frei zum Kopfball kommenden Yannik Nuxoll (66.), Nils Brüning (66./Volleyschuss nach Flanke von Philipp Koch), Michael Kobert (76.), Nick Brisevac (80.) – noch den für Dane Kummerfeld eingewechselten Youngster Dominik Akyol (81.). Stattdessen machten die Hausherren in der Nachspielzeit den Sack zu: Pascal Steinwender nutzte nach einem Konter die einzige Möglichkeit der Niedersachsen im zweiten Durchgang zum 3:1.

Coach Martens: „Wir haben uns selbst geschlagen. Letztendlich ist es egal, wie gut der Torhüter hält. Wenn man so viele hundertprozentige Möglichkeiten hat, muss man mindestens einen Punkt mitnehmen.“ So allerdings rutschte sein Team (13 Zähler/21:20 Tore) vom achten auf den neunten Rang ab.

VfB Oldenburg – Eintracht Norderstedt 3:1 (2:0). – Zuschauer: 1323. – Tore: 1:0 Pascal Steinwender (2.), 2:0 Enis Bytyqi (16.), 2:1 Johann von Knebel (55.), 3:1 Pascal Steinwender (90.+1). – Eintracht Norderstedt: Huxsohl – Marxen, Nuxoll, Bojadgian, Kummerfeld (77. Akyol) – Koch – Brüning, Brisevac, von Knebel, Bork
(46. Amamoo) – Kobert.