Norderstedt
Norderstedts beste Athletin

Jasmin Köhler reizt der Kampf gegen sich selbst

Jasmin Köhler (35, DLRG Norderstedt) absolvierte die komplette Sportwoche mit Radrennen, Langstreckenschwimmen, Abendlauf und Triathlon und wurde Norderstedts beste Athletin 2019.

Jasmin Köhler (35, DLRG Norderstedt) absolvierte die komplette Sportwoche mit Radrennen, Langstreckenschwimmen, Abendlauf und Triathlon und wurde Norderstedts beste Athletin 2019.

Foto: Gordon Köhler

Das nächste Ziel der 35-Jährigen, die gerade erst ihren ersten Triathlon bestritten hat, ist der Start bei einem Ironman-Wettbewerb.

Kaltenkirchen.  Es gab da mal diesen Augenblick, als Jasmin Köhler von einer Freundin auf das Thema angesprochen wurde. „Wie viele Sportarten willst du denn eigentlich noch treiben? Du bist doch schon so fit.“

Köhler versteht letzteren Satz durchaus als Kompliment. Der Triumph bei der Norderstedter Sportwoche, bei der sie sich nach vier Wettbewerben den Gesamtsieg als „Norderstedts beste Athletin“ sicherte, bestärkt die Rettungsschwimmerin und Marathonläuferin nur noch, es in einer weiteren Disziplin zu versuchen, die immer mehr an Popularität gewinnt, der sie bislang indes noch nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt hat: dem Triathlon.

Die Gunst der Stunde genutzt

Da anlässlich der Sportwoche auch ein Volkstriathlon (500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5000 Meter Laufen) angeboten wurde, nutzte Jasmin Köhler die Gunst der Stunde. Sie nahm an ihrem ersten Dreikampf teil.

„Schon vor mehreren Jahren bin ich der Faszination dieser Sportart verfallen“, sagt sie. „Große Veranstaltungen haben mir dann den letzten Kick gegeben.“ Nun also konnte sie in Norderstedt endlich ihr Triathlon-Debüt feiern.

Die Kombination der drei Disziplinen hat sie schon immer gereizt. So ganz leicht waren die Anfänge allerdings nicht. Schließlich steht Jasmin Köhler mitten im Berufsleben und hat als Autoverkäuferin in Hamburg einen anspruchsvollen und zeitintensiven Job.

Die stärkste Disziplin der 35-Jährigen ist das Laufen

Zweimal pro Woche geht sie zum Training ins Arriba-Erlebnisbad oder steigt auf ihr Rennrad, das sie sich inzwischen gekauft hat. Das Radfahren bezeichnet die 35-Jährige übrigens nach wie vor als eine Schwäche, die sie erst ganz allmählich abstellt. Das Laufen liebt die vielseitigste Sportlerin nach eigener Aussage besonders. Hier holt sie immer wieder wertvolle Sekunden heraus. „Am Ende zählen nur Training, Disziplin und Durchhaltevermögen“, sagt sie.

So war es schon vor einem Jahr, als sie erstmals am Hamburger Marathon teilnahm und in einer Zeit von 3:43,07 Stunden durchs Ziel lief. Am 28. April verbesserte sie diese Marke um fast genau elf Minuten auf 3:32,09 Stunden. Die kürzere Triathlon-Distanz im Norderstedter Stadtpark beendet sie in 1:15,24 Stunden, was den sechsten Rang in der Gesamtwertung bedeutete.

Intensive Vorbereitung ist Pflicht

Doch wie ist die Idee von der großen Herausforderung Triathlon überhaupt entstanden? „Nach über 30 Jahren Mitgliedschaft in der DLRG möchte ich mich weiterentwickeln“, sagt Jasmin Köhler. Schon beim ersten Wettkampf hat die Kaltenkirchenerin es gespürt: „Man kämpft gegen sich selbst und stellt sich die Frage: Wie kann ich den inneren Schweinehund überwinden? Triathlon erfordert eine beinahe tägliche, unglaublich intensive Vorbereitung.“

Gerade hier seien die Anforderungen an den gesamten Körper besonders hoch. All jenen, die in die vielleicht härteste aller Ausdauersportarten einsteigen wollen, rät Jasmin Köhler folgendes: „Unbedingt locker anfangen und nicht mit zu langen Distanzen beginnen, sonst entstehen schon am Anfang Unmut und Selbstzweifel.“

Bei der Vorbereitung auf ihren ersten Triathlon hatte sie die Menschen um sich herum motiviert. Nicht unbedingt zum Mitmachen, wohl aber dazu, sich selbst persönliche Ziele zu setzen und hart dafür zu arbeiten.

Gordon Köhler unterstützt seine Ehefrau

Der große Traum von Jasmin Köhler: die Teilnahme an einem Ironman-Wettbewerb. „Dafür muss ich sicher noch einige persönliche Opfer bringen“, sagt sie. „Aber ich bin bereit, sie auf mich zu nehmen.“ Ihr Ehemann Gordon, der grundsätzlich mit an der Strecke steht und mitfieberte, entlastet sie nach Kräften und macht es erst möglich. So viel Energie, wie sie die Frau an seiner Seite aufbringt, hat er allerdings nicht…

Jasmin Köhler weiß die Unterstützung zu schätzen: „Obwohl man allein an der Start geht, ist man auf der Strecke eigentlich nie allein, das ist ein angenehmes Gefühl. Wenn mich dann noch die Zuschauer begeistert anfeuern, kann ich den Kampf gegen mich und die Uhr bestehen.“