Norderstedt
Pferdefest des Nordens

1000 Reiter präsentieren die Vielfalt ihres Sports

Für die verschiedenen Disziplinen beim 24. Landesbreitensportturnier in Bad Segeberg hatten sich rund 1000 Reiter mit 600 Pferden angemeldet.

Für die verschiedenen Disziplinen beim 24. Landesbreitensportturnier in Bad Segeberg hatten sich rund 1000 Reiter mit 600 Pferden angemeldet.

Foto: Anja Haltenhof

Beim Landesbreitensportturnier steht die Harmonie zwischen Mensch und Tier und nicht der sportliche Konkurrenzgedanke im Mittelpunkt.

Bad Segeberg. Obwohl sich der Himmel beim 24. Landesbreitensportturnier in Bad Segeberg oft grau in grau präsentierte, war das „Pferdefest des Nordens“ eine äußerst bunte und vor allem abwechslungsreiche Angelegenheit. 1000 Reiter und 600 Pferde nahmen an den Wettbewerben, Vorführungen, Showprogrammen und Spielen auf der Rennkoppel und im Ihlwald teil.

Attraktion für Anfänger und Fortgeschrittene

Die zweitägige Veranstaltung war für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen attraktiv. So sammelten die jüngsten Pferdefans beim Führwettkampf „Durch dick und dünn“ wertvolle Erfahrungen beim Versuch, ihr Pony in die richtige Richtung zu lenken. Amy Klatt aus Tönningstedt war begeistert von dem Parcours auf dem Landesturnierplatz, hatte aber ab und zu Mühe, ihren neunjährigen Wallach La­kritz auf Kurs zu halten. Die Siebenjährige, die in Bad Segeberg ihr zweites Turnier überhaupt bestritt, ließ sich aber nicht beirren und stemmte sich mit aller Macht gegen das widerspenstige Pony.

Mutter Janine, die selber seit vielen Jahren im Sattel sitzt, versuchte, möglichst im Hintergrund zu bleiben. „Solche Wettbewerbe sind wichtig, um den Umgang mit Pferden zu lernen und ihnen zu sagen, wo es langgeht“, sagte sie.

Schon wesentlich mehr Routine als Amy Klatt strahlte Anna Rusch aus. Die Neunjährige vom Reit- und Fahrverein Kisdorf, Henstedt-Ulzburg und Umgebung nahm am Kostümvoltigieren teil und turnte bei ihrer „Einhornkür“ auf Wallach Contico herum, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätte.

Das Voltigieren gehört zu den Höhepunkten

Trainerin Maike Roggmann, die mit ihren Schützlingen zweimal pro Woche im Reitstall Petersen übt, betreute beim Landesbreitensportturnier 15 Reiterinnen und freute sich über die tollen Vorführungen der Einzelstarter und Duos. „Der Kontakt zum Pferd in Kombination mit Gymnastik macht Voltigieren so interessant. Die Herausforderung ist das Turnen auf einer bewegten Fläche. Wer Lust hat, das auszuprobieren, kann gerne zum Probetraining kommen“, so Maike Roggmann. Infos gibt es auf der Internetseite des Reit- und Fahrvereins.

Sehr beliebt: das Fohlenchampionat

Stammgäste beim Breitensportturnier sind die Mitglieder der Westernreit­union und die Teilnehmer an den rasanten Mounted Games. Auch das Fohlenchampionat ist seit vielen Jahren fester Teil des Programms. Der Anblick der jungen Hüpfer, die an der Seite der Mutterstute im Kreis geführt werden oder kreuz und quer über das Gelände springen, zaubert den Zuschauern immer wieder ein Lächeln in die Gesichter. Bei so viel Aufmerksamkeit tollt das eine oder andere Fohlen manchmal lieber herum, als der Jury zu gefallen. Das sah offenbar auch Insa so, die drei Monate alte Fjordpferdstute von Züchter Jörg Johannsen aus Negernbötel. Das abschließende Urteil der Richter lautete: „Das Fohlen war reichlich abgelenkt.“ Johannsen nahm’s gelassen: „Wichtig ist, wie sie sich als Dreijährige präsentiert.“

Besser machte es der Zögling von Wiebke Streichert aus Bebensee. Bevor sie Insa durch den Parcours führte, nahm sie mit einem deutschen Reitpony am Wettbewerb teil. Das Hengstfohlen „Der kleine Prinz“ machte seine Sache so gut, dass es am Ende sogar die Siegerschleife umgehängt bekam.

Schnupperwettbewerbe mit Trainern

Neben Bewährtem gab es auch Neues zu erkunden. „Wir hatten erstmals Schnupperwettbewerbe mit Trainerunterstützung im Programm. Das wurde sehr gut angenommen, denn so haben die Teilnehmer auch gleich ein paar Tipps bekommen“, sagte die Breitensportbeauftragte des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein, Antje Voß. „Was mir besonders gut gefällt, ist die Harmonie zwischen Mensch und Tier. Hier herrscht kein Konkurrenzkampf. Man interessiert sich stattdessen dafür, was andere machen, schaut bei deren Prüfungen zu und tauscht sich aus.“

www.ruf-kisdorf.de