Norderstedt
Frauenfussball-Regionalliga

SV Henstedt-Ulzburg und HSV starten in die Punktrunde

Der SV Henstedt-Ulzburg gehört in der Regionalliga Nord zu den Meisterschaftsfavoriten. Hinten von links: Martina Taritas, Kaja Komm, Tomke Dziesiaty, Rieke Ehlers, Friederike Nagorny, Anna Ljuljic. Mitte von links: Torwarttrainer Marco Kainzinger, Teammanager Norbert Dachsel, Franziska Hilmer, Jule Gloy, Malin Hegeler, Linda Ottlinger, Catherine Knobloch, Melena Lux, Teambetreuer Harald Geiger, Trainer Christian Jürss, Physiotherapeut Geert Brück. Vorne von links: Indra Hahn, Chiara Pawelec, Lea Schneider, Ann-Cathrin Mitschke, Alicia Bautz, Alina Witt, Vera Homp und Monja Kunrath.

Der SV Henstedt-Ulzburg gehört in der Regionalliga Nord zu den Meisterschaftsfavoriten. Hinten von links: Martina Taritas, Kaja Komm, Tomke Dziesiaty, Rieke Ehlers, Friederike Nagorny, Anna Ljuljic. Mitte von links: Torwarttrainer Marco Kainzinger, Teammanager Norbert Dachsel, Franziska Hilmer, Jule Gloy, Malin Hegeler, Linda Ottlinger, Catherine Knobloch, Melena Lux, Teambetreuer Harald Geiger, Trainer Christian Jürss, Physiotherapeut Geert Brück. Vorne von links: Indra Hahn, Chiara Pawelec, Lea Schneider, Ann-Cathrin Mitschke, Alicia Bautz, Alina Witt, Vera Homp und Monja Kunrath.

Foto: Thomas Maibom

Beide Mannschaften müssen am Sonntag in ihrem Auftaktspielen auswärts ran: Der SVHU beim FC St. Pauli, der Aufsteiger beim TuS Büppel.

Henstedt-Ulzburg/Norderstedt.  Franziska Hilmer stand in der heißen Endphase der Saison 2018/2019 häufig am Spielfeldrand und litt mit, als ihre langjährigen Mitspielerinnen und Freundinnen eine komplette Saison auf der Zielgeraden zu einem unglücklichen Ende führten. Wochenlang schienen die Fußballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg relativ souverän dem Gewinn der Meisterschaft in der Regionalliga Nord entgegenzusteuern. Danach aber ging nicht mehr viel – letztlich reichte es nur noch zum dritten Platz.

Franziska Hilmer ist zurückgekehrt

Die Abwehrspielerin gehörte zu diesem Zeitpunkt zwar nicht dem Kader des SVHU an. Für die 28 Jahre alte Innenverteidigerin stand aber schon fest, dass sie nach einem einjährigen Gastspiel beim Hamburger Oberligisten Eimsbütteler TV wieder zu ihrem alten Verein am Schäferkampsweg zurückkehren würde. Ihre ersten Stationen waren der Niendorfer TSV und FFC Oldesloe gewesen.

Die Innenverteidigerin erlebte auch die Zeit mit, in der der ersten Mannschaft unter Trainer Tobias Homp der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelang, wo sich der SVHU in der Serie 2015/2016 auch hervorragend schlug. Wenn sie im Kader meist auch nicht erste Wahl war und überwiegend in der zweiten Mannschaft mitkickte: Ihr Herz schlug stets für den Frauenfußball in Henstedt-Ulzburg.

Einjährige Pause wegen Verletzungen

Einfach war die Situation häufig nicht: „Franzi“ Hilmer hatte mit Verletzungen zu kämpfen. „Leistenprobleme und Schambeinentzündungen haben mich immer wieder belastet“, sagt sie. „Ich dachte, ich würde den Anschluss nicht mehr finden und habe 2015 auch ein Jahr lang pausiert.“

In ihren Gedanken war die Hamburgerin trotzdem immer beim SVHU. Das ist ihr Verein, und das wissen die langjährigen Kameradinnen. Sie schätzen die Routine und Robustheit der Verteidigerin, die häufig resolut dazwischen geht und Fehler anderer im Abwehrbereich ausmerzt.

Der Kontakt ist nie abgerissen

Mit der Zeit sind abseits des Fußballs sogar Freundschaften entstanden, die die Gemeinschaft fördern und die Lust am Fußball erhalten. Vor allem zu Torjägerin Vera Homp und Malin Hegeler hält Franziska Hilmer seit über fünf Jahren regen Kontakt.

Die Rückkehrerin ist nicht die einzige Spielerin im jetzigen Kader, die vom neuen Trainer Christian Jürss angetan ist. „Unter ihm könnte sich eine Philosophie fortsetzen, wie es sie im Henstedt-Ulzburger Frauenfußball über Jahre hinweg einmal gab“, sagt sie. „Dabei geht es vor allem um Zusammenhalt und Respekt zwischen den Spielerinnen untereinander und allen gegenüber, die unser Team unterstützen. Wenn sich dann auch noch der Erfolg einstellt, ist doch alles super.“

Die Generalprobe ist gelungen

Eine gelungene Regionalliga-Premiere wäre es, wenn die Henstedt-Ulzburgerinnen nach dem 11:0-Sieg in der ersten Runde des Landespokals gegen den Heider SV nun auch den Punktspielalltag in der dritthöchsten Klasse erfreulich gestalten könnten. An diesem Sonntag tritt das Team um 13 Uhr beim Hamburger Nachbarn FC St. Pauli an.

„Das schaffen wir, wir holen drei Punkte“, gibt sich Franziska Hilmer zuversichtlich. Coach Christian Jürss ist da noch nicht ganz so sicher, aber ein gutes Gefühl hat er schon. Der neue Mann an der Seitenlinie muss auf Leistungsträgerin Vera Homp verzichten, die sich beim 9:0 im Testspiel gegen Viktoria Berlin (Regionalliga Nord-Ost) eine Innenbandverletzung zugezogen hatte und nicht ganz fit wirkt. Und dann ist da auch die Erinnerung an das Hinspiel der vergangenen Saison, als der SVHU die Partie nach einem 0:3-Rückstand und in einem „wilden“ Spiel noch mit 5:3 über St. Pauli triumphierte.

HSV steht in der zweiten DFB-Pokalrunde

Jürss’ Kollege Manuel Alpers ist ein kritischer Mensch. Der Trainer der Fußballfrauen des Hamburger SV ist auch nach Siegen öfter unzufrieden mit der Leistung seiner Spielerinnen. Nach dem 2:0 (1:0) zum Saisonauftakt in der ersten DFB-Pokalrunde gegen Union Berlin war jedoch alles anders.

„Das war eine überragende Leistung meiner Spielerinnen. Wir sind gerade in die Regionalliga Nord aufgestiegen, Union Berlin als Meister der Nordost-Staffel hingegen in der Relegation knapp am Zweitligaaufstieg gescheitert. Wir hatten einen Sahnetag.“ Dieser wurde veredelte durch die beiden Treffer. Anna Hepfer schlenzte einen Freistoß in den Winkel (21.), Victoria Schultz machte in der Nachspielzeit mit einem energischen Gegenstoß den Deckel drauf (90.+3).

Drei Langzeitverletzte fehlen

Sauer war Alpers trotzdem – auf den Relegationsgegner ATS Buntentor aus Bremen. „Nach unserem 4:0-Hinspielsieg ging Buntentor im Rückspiel am 9. Juni, das wir 2:0 gewannen, mit einer Aggressivität zu Werke, wie ich sie in 15 Jahren Frauenfußball noch nicht erlebt habe. Nun fehlen uns Sara Schäfer-Hansen und Catharina Schimpf jeweils mit einem Kreuzbandriss sowie Manja Rickert mit einem Mittelfußbruch.“

Buntentor zog sogar vors Sportgericht, da im Hinspiel wegen der Hitze der Kunstrasen in der Halbzeitpause gewässert worden war. „Laut dem gegnerischen Trainer haben wir nur deshalb unsere vier Tore geschossen“, so Alpers fassungslos. Vor zwei Wochen wurde die Klage abgeschmettert.

Auftaktmatch beim TuS Büppel

Am Sonntag starten Manuel Alpers und seine Spielerinnen nun beim TuS Büppel im niedersächsischen Varel (Anpfiff: 13 Uhr) in die Regionalliga-Saison. „Wir können alles schaffen. Die Ausfälle schwächen uns, aber wir haben uns auch gut verstärkt“, so Alpers. „Gegen Union Berlin haben wir ja schon ein Achtungszeichen gesetzt.“