Norderstedt
Tennis

Jennifer Witthöft gewinnt Verbandsmeisterschaften

Bei den Damen gewinnt Jennifer Witthöft (r., Der Club an der Alster) das Finale gegen Janna Hildebrand THC von Horn und Hamm.

Bei den Damen gewinnt Jennifer Witthöft (r., Der Club an der Alster) das Finale gegen Janna Hildebrand THC von Horn und Hamm.

Foto: Tennisverband SH

Auf der Anlage des TSC Glashütte setzt sich in der Herrenkonkurrenz Leonard von Hindte gegen den Vorjahressieger durch.

Norderstedt. Die erfolgreichsten Damen erhielten bei der Siegerehrung durch Hamburgs Verbandssportwart Jens Kröger einen prächtigen Blumenstrauß, für die Herren gab es leckere Pralinen. Über eine andere Belohnung freuten sich die Topakteure nach Ende der sechsten gemeinsamen Tennis-Verbandsmeisterschaften von Hamburg und Schleswig-Holstein auf der Anlage des TSC Glashütte allerdings noch mehr. Bei den Titelkämpfen waren insgesamt 6900 Euro an Preisgeld zu gewinnen: Sieger und Finalisten in den beiden Hauptkonkurrenzen kassierten jeweils 1200 und 600 Euro.

Die Hitzetage im Tennispark am Lemsahler Weg sind vorbei, und leicht gemacht wurde es den am weitesten gekommenen Aktiven unter den 90 Teilnehmern nicht. Als Jennifer Witthöft (Club an der Alster) nach gewonnenem Einzel-Endspiel gegen die mehrfache Verbandsmeisterin und Vorjahresfinalistin Janna Hildebrand (THC von Horn und Hamm) den Platz verließ, wirkte sie total erschöpft. „Diese Wärme hat mich geschafft, wahrscheinlich leide ich unter Magnesiummangel“, sagte die 25 Jahre alte Nummer 64 der deutschen Rangliste, die international nicht mehr auf der Tour ist und auch nur wenige Turniere bestreitet. Ihre um ein Jahr jüngere Schwester Carina (aktueller WTA-Weltranglistenplatz 229) fieberte mit und sah, wie Jennifer den ersten Satz mit 7:5 für sich entschied, danach von Wadenkrämpfen geplagt wurde. Janna Hildebrand sicherte sich daher den zweiten Satz mit 6:0, ehe Jennifer Witthöft sich wieder fing und im Match-Tiebreak mit 10:7 die Oberhand behielt. „Super gemacht“, so der kurze Kommentar der Fedcup-Spielerin, die mit ihrer Schwester relativ regelmäßig trainiert.

Außergewöhnliches leistete einmal mehr Leonard von Hindte (24). Der langjährige Spitzenspieler des TC Rot-Weiss Wahlstedt (jetzt Club an der Alster) wurde zum Marathon-Mann und traf im Finale wie im Vorjahr auf Niklas Guttau vom Suchsdorfer SV. Nachdem von Hindte dem deutschen U-18-Meister im Vorjahr im Endspiel knapp in drei Sätzen unterlegen war, revanchierte er sich nun und siegte 3:6, 7:5, 10:4 – praktisch eine exakte Umkehr des Vorjahresergebnisses (3:6, 7:5, 10:5 für Guttau). Schon im Halbfinale musste der in Bad Schwartau lebende von Hindte über drei Sätze gehen, als er seinen Clubkameraden, Freund und an Nummer eins gesetzten George von Massow 6:7, 6:2 und 10:7 in die Knie zwang.

Das war nicht alles: Der Herren-Titelträger musste gleich im Anschluss an das Einzelfinale zum Doppel-Endspiel auf den Court. „Eigentlich mag ich nicht mehr“, sagte er – und musste noch einmal über drei Sätze gehen. Am Ende verlor er mit Pelle Boerma (TTK Sachsenwald) 6:4, 3:6 und 5:10 gegen das Duo von Massow/Guttau. Das Damen-Doppel gewannen Sibel Demirbaga (TC an der Schirnau) und Alicia Melosch (Großflottbeker THGC) gegen Anna Bögner (TSV Glinde) und Kim Juliane Auerswald (Schirnau) 6:1, 6:1. Für Demirbaga ein Trostpflaster nach dem recht frühen Ausscheiden im Einzel (Achtelfinale).

Ein positives Fazit zog Veranstalter TSC Glashütte nach dem Top-Event. Kommunikationswart Florian Pfaffelberger: „Die Meisterschaften sind beste Werbung für unseren Club.“ In zwei Jahren könnten die Glashütter laut Reglement erneut Gastgeber sein. Turnierleiter Wolfgang Schildknecht: „Nirgendwo im Kreis sind die Voraussetzungen mit 14 Plätzen besser.“