Norderstedt
Trainerwechsel

Auch Christian Gosch will auf Tempohandball setzen

Neue Rolle beim SV Henstedt-Ulzburg: In der abgelaufenen Punktrunde war Christian Gosch (M., mit den Torhüterinnen Merline Wünsche/l. und Nele Reese) noch Co-Trainer des Drittliga-Teams.

Neue Rolle beim SV Henstedt-Ulzburg: In der abgelaufenen Punktrunde war Christian Gosch (M., mit den Torhüterinnen Merline Wünsche/l. und Nele Reese) noch Co-Trainer des Drittliga-Teams.

Foto: Thomas Maibom

Der neue Coach der Drittliga-Handballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg geht mit einer jungen Mannschaft in die kommende Saison.

Henstedt-Ulzburg.  Jetzt steht Christian Gosch in der Verantwortung. Von Juni an ist der Neumünsteraner neuer Cheftrainer der Handballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg und wird das Team auf ein weiteres Jahr in der 3. Liga Nord vorbereiten. Gosch, der in der abgelaufenen Punktrunde als Assistent von Sven Rusbült fungierte, ist nach dem überraschenden Abgang des bisherigen Headcoaches in die erste Reihe gerückt. Im Interview mit dem Hamburger Abendblatt spricht der 45-Jährige über die künftige Zusammensetzung des Mannschaftskaders, das sportliche Ziel für die Serie 2019/2020 und seine Trainerphilosophie.

Als Anfang April der Wechsel von Sven Rusbült zum HSV Hamburg bekannt gegeben wurde, standen Sie schon als Nachfolger fest. Wie lange mussten Sie überlegen, um sich dafür zu entscheiden, Chefcoach zu werden?

Christian Gosch „Ich habe mir schon einige Gedanken gemacht, denn ich war mehr als zwei Jahre lang nicht mehr hauptverantwortlich für ein Team tätig, vor allen Dingen noch nie für eine Frauenmannschaft. In erster Linie war mir wichtig, dass mich die Mädels als Trainer haben und behalten wollten. Auch viele frühere Weggefährten haben mich in der Entscheidung bestärkt. Sie haben gesagt: Du hast die ganze Saison über so positiv über das Team gesprochen, du kannst jetzt nicht nein sagen.

Mit Sven Rusbült verliert der SVHU einen engagierten Förderer des Nachwuchses. Setzen Sie diesen Weg fort?

Sven hat für viele wichtige Strukturen im Verein gesorgt. Diese Vorarbeit kann und werde ich nutzen. Was hier auf die Beine gestellt wurde, ist nicht alltäglich für eine Drittliga-Mannschaft. Wir haben einen Athletik- und einen Mentalcoach, das Event-Team sorgt für mustergültig organisierte Heimspiele. Sportlich wird der Weg mit hoffnungsvollen Talenten konsequent fortgeführt. Auch in der kommenden Saison steht Tempohandball bei uns im Vordergrund.

Nach dem großen Umbruch im vergangenen Jahr verliert der SV Henstedt-Ulzburg mit Nele Reese, Maren Gajewski und Katharina Rahn erneut drei wichtige Spielerinnen. Wie kann das Team diese Abgänge verkraften?

Kathi Rahns Weggang zum TSV Nord Harrislee ist sicherlich unser schmerzlichster Verlust. Sie hat zu den stärksten Mittelspielerinnen der 3. Liga Nord gehört und ist nicht einfach so zu ersetzen. Ihr Abgang reißt ein Loch, das wir als Team nur gemeinsam schließen können. Grundsätzlich ist unser Kader durch die Verpflichtung von Rechtsaußen Carina Büchel vom TuS Esingen und Torhüterin Viktoria Nigbur vom SC Alstertal-Lan­genhorn komplett. Alle Positionen sind doppelt besetzt. Unser Team ist nach wie vor irre jung, talentiert und willig, sich zu entwickeln.

Zum Abschluss der vergangenen Spielzeit gab es Siege gegen die Top-Mannschaften aus Jörl und Frankfurt. Was fehlt dem SV Henstedt-Ulzburg, um ganz oben angreifen zu können?

Sven Rusbült und ich haben einen Dreijahresplan aufgestellt. In der abgelaufenen Saison ging es darum, nicht abzusteigen. Jetzt wollen wir uns in der Klasse etablieren, um ein Jahr später dann nächsten Schritt zu machen. Das ist natürlich auch eine Frage der Staffeleinteilung. Ich hoffe, dass die Entwicklung bei den Mädels in der Pause weitergehen wird, vor allem im Kopf. Das Team wird eine Wundertüte und ein Kindergarten bleiben. Aber ich kann nun darauf aufbauen, womit wir angefangen haben.

Ein Vorteil könnte auch sein, dass die Mannschaft und Sie sich bereits gut kennen. Was ist Christian Gosch eigentlich für ein Trainertyp? Worauf müssen sich die Frogs-Ladies einstellen?

Meine Rolle wird sich künftig definitiv ändern. Als Co-Trainer hatte ich noch die Ruhe weg, habe den Mädels einiges durchgehen lassen. Das liegt vielleicht am Alter, immerhin bin ich 15 Jahre älter als mein Vorgänger (lacht). Ich sehe mich als eine Mischung aus Sebastian Schräbler (SVHU-Trainer von 2014 bis 2017, Anm. d. Red.) und Sven Rusbült. Nicht so locker wie Basti und nicht so streng wie Sven.