Norderstedt
Frauenfußball

Hamburger SV will seine erfolgreiche Saison krönen

Die erfolgreiche Frauenfußball-Mannschaft des Hamburger SV. Hinten von links: Markella-Dimitra Koskeridou, Victoria Schulz, Maie Stein, Kimberly Zietz,  Lela-Celin Naward, Emma Burdorf-Sick, Anna-Katharina Seme, Franka Dreyer, Anna Hepfer. Vorne von links: Sandra Jahn, Selina Lenhard, Juliana Siever, Amely Jaekel, Catharina Schimpf und Lukne Gräßler.

Die erfolgreiche Frauenfußball-Mannschaft des Hamburger SV. Hinten von links: Markella-Dimitra Koskeridou, Victoria Schulz, Maie Stein, Kimberly Zietz, Lela-Celin Naward, Emma Burdorf-Sick, Anna-Katharina Seme, Franka Dreyer, Anna Hepfer. Vorne von links: Sandra Jahn, Selina Lenhard, Juliana Siever, Amely Jaekel, Catharina Schimpf und Lukne Gräßler.

Foto: Thomas Maibom

Der Oberliga-Meister in spe kann am 30. Mai Pokalsieger werden und will Anfang Juni den Aufstieg in die Regionalliga Nord schaffen.

Norderstedt.  Nach dem 6:0-Heimerfolg gegen Grün-Weiss Eimsbüttel spulte Manuel Alpers zunächst das rhetorische Pflichtprogramm ab. „Noch sind wir nicht Meister“, beteuerte der Trainer der Fußballfrauen des Hamburger SV.

Doch die Überzeugung in seiner Stimme fehlte. Kein Wunder! Zwei Spieltage vor dem Saisonende haben die Norderstedterinnen in der Oberliga Hamburg nach 18 Siegen in 18 Spielen und 112:9 Toren neun Punkte und
52 Treffer Vorsprung auf den TSC Wellingsbüttel, der wegen einer Nachholpartie noch drei Matches bestreiten muss. Eine Invasion von Außerirdischen auf der Paul-Hauenschild-Anlage an der Ulzburger Straße ist genauso wahrscheinlich wie der„drohende“ Verlust des Titels.

Sonntag geht’s gegen Einigkeit Wilhelmsburg

Daher beschäftigt sich Alpers auch bereits mit den am Sonntag anstehenden Feierlichkeiten beim Heimspiel gegen Einigkeit Wilhelmsburg (Anstoß: 13 Uhr). „Wir alle möchten nicht auf dem Sofa endgültig Meister werden. Das hatte ich schon mal als Trainer des Bramfelder SV. Es ist nicht schön.“

Der Hintergrund: Einigkeit Wilhelmsburg gab bereits zwei Matches kampflos ab, der HSV befürchtet einen erneuten Nichtantritt. Viel wichtiger als die Frage, ob es dem Team vergönnt ist, auf dem Fußballplatz den Titel perfekt zu machen, sind aber drei andere Spiele, die noch auf die Mannschaft zukommen.

Relegationsgegner ist der ATS Buntentor

Am Donnerstag, 30. Mai, findet im Stadion Hoheluft das Finale im Oddset-Pokal gegen Union Tornesch (Dritter in der Oberliga Hamburg) statt. Am Sonntag, 2. Juni (daheim), und am Sonntag, 9. Juni (auswärts), finden im Europapokalmodus – Auswärtstore zählen doppelt – Relegationsspiele zur Regionalliga Nord gegen ATS Buntentor statt. Die Bremerinnen führen ihre Oberliga mit 16 Siegen in 16 Spielen genauso souverän an wie die HSV-Frauen ihre Staffel.

Alpers ist sehr optimistisch für die anstehenden Saisonhöhepunkte: „Wir wollen den ganzen Kuchen und keine Krümel übrig lassen.“ Das Double soll es also gerne sein. Müsste der Übungsleiter wählen, würde er wohl den Aufstieg vorziehen. Der wurde von ihm vor der Punktrunde 2018/2019 ganz klar als Ziel formuliert. Die Chancen gegen Buntentor bewertet der Coach optimistisch: „Uns in zwei Spielen zu schlagen wird für unseren Gegner eine harte Nummer. Ich glaube daran, dass wir den Sprung in die Regionalliga schaffen.“

Das Bild des Vereins habe sich bereits gewandelt: „Der HSV ist wieder da im Frauen- und im Mädchenfußball. Unser Image hat sich sehr verbessert. Und auf dem Feld werden wir gefürchtet.“ Was Manuel Alpers damit meint: Viele Gegnerinnen traten sehr defensiv gegen seine Crew an, um ja nicht zu viele Gegentore schlucken zu müssen. Diesen Lernprozess hat das Team gut bewältigt.

Zugänge für die neue Serie stehen noch nicht fest

Zugänge für die neue Saison stehen noch nicht fest. Eines schließt Alpers aus: sich vor allem beim SV Hen­stedt-Ulzburg zu bedienen. Der SVHU führt aktuell die Tabelle in der Regionalliga Nord an, der Club verzichtet aber trotzdem auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Da liegt zwangsläufig der Gedanke nahe, Personal vom nur zwölf Kilometer entfernten Konkurrenten am Schäferkampsweg anzusprechen.

„Wir schauen da nicht vorrangig hin, unser Fokus liegt woanders“, sagt Alpers. „Wir haben bereits gestandene Spielerinnen wie zum Beispiel Catharina Schimpf vor dieser Saison geholt, die auch regionalligatauglich sind. Außerdem leistet unser Trainer Felix Karch in der U 16 eine exzellente Nachwuchsarbeit. Mädchen aus dieser Mannschaft sollen die Chance bekommen, bei uns zu zeigen, was sie drauf haben.“

Der vierte Platz des Hamburger SV in der B-Juniorinnen-Bundesliga und der Sieg bei den B-Juniorinnen-Futsalmeisterschaften unterstreicht Alpers’ Worte. Nun fehlt nur noch die Krönung der laufenden Spielzeit...