Norderstedt
ABSTIEG

Der Schachklub Norderstedt ist nur noch Oberligist

Michael Kopylov, der im Verein auch als Trainer tätig ist, bleibt dem SK Norderstedt auch in der Oberliga erhalten.

Michael Kopylov, der im Verein auch als Trainer tätig ist, bleibt dem SK Norderstedt auch in der Oberliga erhalten.

Foto: Thomas Maibom

Abstieg aus der 2. Bundesliga ist besiegelt. Am letzten Spieltag verliert der Club in Lübeck – selbst ein Sieg hätte nicht mehr genügt.

Norderstedt.  Die Hoffnung war vergebens. Für den Schachklub Norderstedt ist die Zeit in der 2. Bundesliga Nord vorerst vorbei. Der finale Spieltag war zu allem Überfluss auch noch extrem frustrierend, weil das Team letztlich ohnmächtig war und abhängig von anderen Vereinen – und die taten eben nicht den Gefallen, die erwünschten Resultate zu liefern.

„Ein kleines Lächeln“ von Glücksgöttin Fortuna hatte sich der SKN-Vorsitzende Rüdiger Schäfer erhofft. Doch ganz im Gegenteil. Die Norderstedter hatten darauf gesetzt, dass der Konkurrent Glückauf Rüdersdorf seine beiden Partien gegen deutlich stärker eingeschätzte Kontrahenten verlieren würde. Das geschah am ersten Wettkampftag mit einem 3:5 gegen den SV Lingen.

Konkurrent Rüdersdorf gewinnt überraschend

Doch am Sonntag, als der SK Norderstedt parallel beim Lübecker SV in schwierige Paarungen verwickelt war, bekam Schäfer eine Nachricht aus Berlin, wo Rüdersdorf gegen den SK König Tegel antrat. „Gegen 14 Uhr sickerte durch: Rüdersdorf hatte in Berlin einen Zwischenstand von 4:3 erreicht. Damit war es unmöglich, auf den ersten Nichtabstiegsplatz vorzuspringen“, so Schäfer. Die Folge: Die Motivation ließ nach, die meisten Partien wurden schnell als Remis gegeben, Thomas Kahlert und Frank Hagenstein gaben auf, Lübeck gewann mit 5:3.

Die Saison sei „katastrophal gewesen“, konstatierte Rüdiger Schäfer anschließend. „Vieles ist nicht so gut gelaufen. Vielleicht hätten wir die Aufstellung ändern müssen. Aber hinterher ist man immer schlauer.“ Positiv seien immerhin die Einzelergebnisse von Daniel Kopylov und Benedict Krause gewesen. Kopylov errang seine erste Norm für den internationalen Meistertitel, Krause erreichte eine Spielstärke von 2531 – ein wichtiger Schritt hin zu seinem Ziel des Großmeistertitels.

Zwei Topspieler wollen gehen

Ab September spielt der SK Norderstedt somit in der Oberliga (Staffel Nord/Nord). „Ich gehe davon aus, dass wir Andrey Ostrovskiy und Lawrence Trent nicht halten können. Es klang so an, dass sie keine Lust auf Oberliga hätten.“ sagte Rüdiger Schäfer. Ersatz zu finden als Absteiger sei aber nicht einfach. „Wir müssen in den nächsten Wochen schauen, wie wir für die neue Saison wieder ein schlagkräftiges Team auf die Beine stellen.“ Meldeschluss ist der 1. Juli, dann könnte sich schon abzeichnen, ob der SKN das Potenzial für einen direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga haben wird.