Norderstedt
WSV STELLT KONZEPT VOR

Verein wirbt für neuen Ortsmittelpunkt

Jörg Hansen, sportpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Volkmar Jank (Wirtschaftsbeirat WSV Tangstedt) und der FDP-Gemeindevertreter Peter Larsson (von links) diskutierten das Konzept bei einem Ortstermin auf der WSV-Anlage in Wilstedt.

Jörg Hansen, sportpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Volkmar Jank (Wirtschaftsbeirat WSV Tangstedt) und der FDP-Gemeindevertreter Peter Larsson (von links) diskutierten das Konzept bei einem Ortstermin auf der WSV-Anlage in Wilstedt.

Foto: Christopher Herbst

WSV Tangstedt bittet um Unterstützung bei den Planungen für ein Sport- und Kulturzentrum zwischen den Ortsteilen.

Tangstedt. Volkmar Jank ist ein ungeduldiger Mensch. Und weil der langjährige Vorsitzende des WSV Tangstedt und heutige Wirtschaftsbeirat nicht mehr warten will, geht er jetzt mit seinem Herzensprojekt in die Offensive. Jank – und er spricht hier, das betont er auf Nachfrage, für den ganzen Verein – möchte, dass der WSV mit seinen rund 700 Mitgliedern ungefähr einen Kilometer weiter südlich komplett neu beginnt. „Zentrum Tangstedt“ heißt das Konzept, das in der Vergangenheit immer wieder durch die Gemeinde schwirrte, aber politisch nie konkret wurde. Auf einer bisher ungenutzten Fläche an der Tangstedter Straße, gegenüber dem Golfclub Oberalster, soll der Wilstedter Sportverein eine moderne Heimstätte mit Kunstrasen und Flutlicht erhalten.

Sporthalle, Kita, Bürgerhaus – alles könnte integriert sein

Und das wäre nur ein kleiner Baustein: eine Dreifeld-Sporthalle, eine Kindertagesstätte, zwei kleine Bolzplätze, ein zweigeschossiges Bürgerhaus und vielleicht ja auch eine neue Grundschule mit Hort und eine neue Feuerwache. „Ein Sport- und Kulturzentrum, damit Tangstedt und Wilstedt zusammenwachsen“, sagt Jank. „Die Idee ist von 2006.“

Über ein Architektenbüro hat er schon vor Jahren alles berechnen lassen. Damals wären alle Neubauvorhaben plus Erschließungskosten zusammen ungefähr 10 Millionen Euro teuer gewesen – wahrscheinlich sind die Kosten heute um einiges höher. Doch das wäre kein Ausschlusskriterium aus Sicht des WSV. Denn dort, wo der Club derzeit seinen Sitz hat, befindet sich aus planerischer Sicht eine potenziell verheißungsvolle und lukrative Fläche. „Das sind sechs Hektar, die Bauerwartungsland sind. Es gibt aber einen Bestandsschutz, solange es keine neuen Sportflächen gibt“, sagt Volkmar Jank. Genau das will er eben ändern. Sprich: Die Gemeinde könnte die bestehenden Sportflächen, also die Rasenfußballplätze sowie das Vereinsheim mit dem Restaurant Trio, an einen Investor veräußern mit dem Zweck, mittelfristig Wohnungsbau im nördlichen Bereich von Wilstedt zu realisieren.

Die Landesregierung soll helfen

Im Alleingang geht das alles nicht. Deswegen hatten Jank und der Tangstedter FDP-Gemeindevertreter Peter Larsson nun den liberalen Landtagsabgeordneten Jörg Hansen zu Gast. Jener ist sportpolitischer Sprecher der Fraktion in Kiel. Geduldig hörte er sich die Ideen des WSV an – und erfuhr nebenbei gleich, dass die Gemengelage in Tangstedt kompliziert ist. Denn Jank und Larsson gehören zu der neuen Initiative im Ort, die für eine langfristige Loslösung vom Amt Itzstedt und dem Kreis Stormarn und in Konsequenz einen Anschluss an die Nachbarstadt trommelt. „Wir werden aufgerieben“, sagt Jank. „Wir müssen möglichst weg aus Itzstedt, ein Stadtteil von Norderstedt werden. Wir haben tolle Möglichkeiten zur Entwicklung im Wohnbereich, mit Gewerbe östlich der Schleswig-Holstein-Straße.“

Larsson ergänzt: „Wir sind der vergessene Ort. Der Kreis Stormarn interessiert sich nur für Bargteheide, Bad Oldesloe und Ahrensburg.“ Deswegen soll beim erhofften Sport- und Kulturzentrum das Land helfen. Denn das anvisierte Areal ist ein Landschaftsschutzgebiet, müsste also umgewandelt werden – das geht nur mit Genehmigung der Landesplanung. „Das wäre eine Hürde“, so Jörg Hansen. Aber keine unüberwindbare. „Wir machen viel für den Sport. Aber einen Sportverein, der wichtige Pläne für die Gemeindeentwicklung hat, würden wir nicht nur monetär unterstützen.“

Vor den Sommerferien soll die Politik das Konzept beraten

Die Landgesellschaft Schleswig-Holstein könnte als Treuhänder beim Erwerb der nötigen Grundstücke helfen. Doch bevor in irgendeiner Form über Sportstättenförderung oder weitere planerische beziehungsweise finanzielle Unterstützung verhandelt werden kann, ist die Tangstedter Politik am Zug. Und nachdem die FDP kürzlich bereits alle anderen Fraktionen zu einem Grundsatzbeschluss für eine Umgehungsstraße ins Boot holen konnte, soll dies nun ein zweites Mal gelingen. „Mit der SPD und der BGT ist das nicht zu machen“, sagt Peter Larsson zwar. „Ich hoffe, dass die Grünen mitmachen.“ Eine geschlossene „Jamaika“-Koalition hätte die Mehrheit. Er kündigt an, den entsprechenden Antrag für ein Sport- und Kulturzentrum schon bald zu stellen. „Auf jeden Fall noch vor den Sommerferien.“