Norderstedt
FUSSBALL

Der Abstiegskampf wird zum Rechenspiel

Juri Marxen (Mitte) und die Eintracht haben ihre letzten vier Ligaspiele verloren und sind dadurch auf einen direkten Abstiegsplatz abgestürzt.

Juri Marxen (Mitte) und die Eintracht haben ihre letzten vier Ligaspiele verloren und sind dadurch auf einen direkten Abstiegsplatz abgestürzt.

Foto: Anne Pamperin

Ob sich Eintracht Norderstedt in der Fußball-Regionalliga Nord halten kann, hängt nicht nur von den eigenen Ergebnissen ab

Norderstedt.  Das nächste Schicksalsspiel für Fußball-Regionalligist Eintracht Norderstedt fällt vorläufig ins Wasser. Das Kellerduell am Sonntag beim punktgleichen Lüneburger SK musste nach starken Regenfällen wegen Unbespielbarkeit des Platzes bereits am gestrigen Freitagmittag abgesagt werden. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

Somit richten sich die Blicke der immer stärker um den Klassenerhalt zitternden Eintracht-Fans am Sonntag vor allem nach Havelse. Gewinnt der am vergangenen Wochenende mit 2:1 bei den Garstedtern siegreiche TSV auch daheim gegen die U 21 des Hamburger SV, rutscht Norderstedt von Rang 15 auf Rang 16 ab. Die Lage würde noch bedrohlicher.

Drittligist Braunschweig droht Abstieg in die Regionalliga

Wie prekär sie exakt ist, kann allerdings nicht angegeben werden. Nur auf den ersten Blick ist es einfach. Die letzten drei Teams der 18er-Staffel in der Regionalliga Nord steigen ab, der Tabellen-15. – aktuell Eintracht Norderstedt – hat zwei Relegationsspiele um den Ligaverbleib gegen den Vizemeister der Oberliga Niedersachsen vor der Brust. Als Gegner kommen bei realistischer Betrachtung nur noch der dortige Tabellenführer Eintracht Northeim (42 Punkte/+19 Tore) und der Verfolger Hannoverscher SC (42 Punkte/+16 Tore) infrage.

Der Tabellendritte Eintracht Braunschweig II (32 Punkte/+10 Tore) ist bereits weit abgeschlagen und besitzt kein Aufstiegsrecht, da die erste Mannschaft der Braunschweiger in der dritten Liga spielt. Eine erste Mannschaft in der dritten und eine zweite Mannschaft in der vierten Liga erlauben die Regularien nicht.

Dennoch ist Eintracht Braunschweig das Zünglein an der Waage. In Liga drei hat sich die im Winter aufgerüstete Mannschaft von Trainer André Schubert zwar wieder ans rettende Ufer herangearbeitet, steht als Tabellen-18. der 20er-Staffel aber weiterhin einen Punkt unter dem Strich. Steigt der Traditionsverein ab, würde er in die Regionalliga Nord eingruppiert. Die Folge: Die Zahl der direkten Absteiger aus dieser Spielklasse erhöht sich um einen Platz.

„Was Eintracht Braunschweig macht, darauf haben wir keinen Einfluss. Deshalb schaue ich da nicht hin, deren Ergebnisse können wir nicht beeinflussen“, sagt der Garstedter Trainer Dirk Heyne. Außerdem wird es ja noch komplizierter. Steigt nämlich der Meister der Regionalliga Nord, aller Voraussicht nach der VfL Wolfsburg II, am Saisonende über die Playoffrunde in die dritte Liga auf, verringert sich die Zahl der Abstiegsränge in der Regionalliga Nord um einen Platz.

Nur ab Platz 13 ist der Ligaerhalt definitiv sicher

Somit sind vier Konstellationen im Abstiegskampf möglich. Nummer eins: Braunschweig steigt aus der dritten Liga ab, der VfL Wolfsburg II in der Regionalliga Nord aber nicht auf. Konsequenz: Der 14. der Regionalliga Nord bestreitet die Relegation, die Plätze 15 bis 18 sind Abstiegsplätze. Nummer zwei: Braunschweig schafft in der dritten Liga den Klassenerhalt und der VfL Wolfsburg II steigt in die dritte Liga auf. Dann steigen nur der 17. und 18. aus der Regionalliga Nord direkt ab, der 16. geht in die Relegation.

Nummer drei und Nummer vier haben identische Auswirkungen: Rettet sich Braunschweig und Wolfsburg II steigt nicht auf, führt das zu exakt demselben Ergebnis wie ein Braunschweiger Abstieg gepaart mit einem Wolfsburger Aufstieg. Es bleibt alles beim Alten. Die Plätze 16 bis 18 sind direkte Abstiegsplätze, der 15. muss in die Relegation.

Legt man den aktuellen Stand zugrunde (Braunschweig auf einem Abstiegsplatz, Wolfsburg II noch nicht aufgestiegen), rangiert Eintracht Norderstedt als 15. zurzeit auf einem Abstiegsplatz. Die Glückszahl ist wiederum die 13. Als Tabellen-13. ist der Klassenerhalt auf alle Fälle sicher. Sogar ganz ohne Rechenspiele.