Norderstedt
34. Solarstrom-Cup

Leezener SC wiederholt seinen Vorjahrestriumph

Die Leezener Spieler laufen auf ihren Torhüter Tjark Reimers zu, der im finalen Neunmeterschießen gegen den TuS Hartenholm zwei Bälle hielt und dann den entscheidenden Schuss selbst versenkte. 

Die Leezener Spieler laufen auf ihren Torhüter Tjark Reimers zu, der im finalen Neunmeterschießen gegen den TuS Hartenholm zwei Bälle hielt und dann den entscheidenden Schuss selbst versenkte. 

Foto: noveski.com

Der Fußball-Kreisligist setzt sich im Finale gegen den TuS Hartenholm dank Keeper Tjark Reimers mit 4:2 nach Neunmeterschießen durch.

Leezen.  Es waren Momente, die Tjark Reimers so schnell nicht vergessen wird: Der Fußball-Torhüter wurde zum umjubelten Matchwinner des Leezener SC, als beim 34. Solarstrom-Cup um den Dieter-Pütz-Gedächtnispokal mit 25 Mannschaften die Entscheidung nahte. 0:0 stand es nach zwölf Minuten der finalen Partie gegen den TuS Hartenholm – ein Neunmeterschießen wurde notwendig.

Die Hartenholmer, die im Turnierverlauf 38 Treffer erzielt hatten und sehr souverän aufgetreten waren, verließ ausgerechnet im wichtigsten Augenblick das Glück. Für den Landesligisten, der wegen mehrerer Verletzter im Endspiel mit dreifachem Ersatz antreten mussten, scheiterten nacheinander Christian Voigt und Tim Ollenschläger vom Punkt.

Tjark Reimers wehrte beide Schüsse glänzend ab und traf als letzter Schütze beim Neunmeterschießen selbst zum 4:2. Danach rannten die Mitspieler mit lautem Jubelgeschrei auf den Glücklichen zu.

Sie haben es also tatsächlich wieder gepackt, die Leezener Hallenspezialisten. Kapitän Phil Paustian nahm aus der Hand von Vorstandsmitglied und Mitorganisator Sascha Luetjens den Wanderpokal entgegen. Die Belohnung obendrauf: 350 Euro Preisgeld.

Allen Unkenrufen zum Trotz bestätigte der Kreisliga-Tabellenführer seinen Vorjahrestriumph. Beim Kreis-Master im Dezember 2018 an gleicher Stelle war die Truppe von Trainer Kay Beuck noch enttäuschend früh gescheitert.

Die Gastgeber bewiesen schon im Halbfinale gute Nerven. Gegen die stark auftretende Verbandsliga-Crew der SG Bornhöved/Schmalensee stand es nach zwölf Minuten ebenfalls 0:0. Und auch in der Vorschlussrundenpartie, die mit einem 4:3-Erfolg endete, wehrte der 24 Jahre alte Tjark Reimers den letzten und entscheidenden Ball im Neunmeterschießen ab.

Die Spielgemeinschaft durfte 150 Euro mit auf die Heimfahrt nehmen – 3:2 im Treffen um Platz drei gegen den TSV Gudow, einen Klassengefährten des Gastgeber-Teams, der 100 Euro kassierte. Außerdem wurde SG-Torwart Patrick Rehberg zum besten Keeper des Turniers gewählt.

Die leise Enttäuschung beim TuS Hartenholm über die Endspiel-Niederlage war nachvollziehbar. Die Mannschaft (sie gewann das Halbfinale gegen Gudow 3:2) stellte mit Maximilian Kokot (neun Treffer) zwar den Torschützenkönig, weiß aber spätestens jetzt: Beim Solarstrom-Cup läuft es für sie nicht optimal. Zuletzt hatte man in Leezen in der Saison 2013/2014 im Finale gestanden, dort aber ebenfalls den Kürzeren gezogen.

Turnierchef Heino Togert gab zu, dass dem Landesligisten der Gesamtsieg ohne die kurzfristig aufgetreten personellen Sorgen wohl kaum zu nehmen gewesen wäre. „Die Mannschaft hat schon stark beeindruckt und die Besucher immer wieder begeistert. Zu unserem Glück nur im Finale nicht.“

Den Fans auf der Tribüne gefiel aber nicht nur die Endphase der 34. Auflage des Solarstrom-Cups. Sie erlebten in der Gruppenphase, der Zwischenrunde, den Halbfinals, dem Match um Platz drei und im Endspiel viele packende Partien. Mal ganz abzusehen von der gut besuchten Players Night zusammen mit den Spielern, die bis zum Morgengrauen dauerte.

Heino Togert war nicht mehr bis zum Schluss dabei. Er beschäftigte sich derweil mit der Bilanz eines Hallenspektakels, das stets mit viel Aufwand geplant wird und in Schleswig-Holstein seinesgleichen sucht. Togert: „Am ersten Turnierabend am Freitag hatten wir mit 300 Besuchern genauso viele wie kürzlich beim Hallen-Kreismasters zusammen.“ Insgesamt strömten an den drei Veranstaltungstagen rund 1000 Fans in die Leezener Amtssporthalle.

„Der Solarstrom-Cup wird auch in Zukunft seinen Charakter behalten und ein Familientreffen für die Fußballer aus der Region bleiben“, betonte Togert. „Viele Leute haben mir auch gesagt, dass sie froh sind, wenn sie nach den Feiertagen zum Anfang des Jahres mal etwas anderes um die Ohren und dabei auch noch Spaß haben.“

Für den Mitfavoriten des SV Todesfelde I war die Teilnahme wohl doch etwas zuviel des Guten. Nach einer ordentlichen Vorstellung in der Vorrunde mit dem Gruppensieg bekamen der SVT in der Folgezeit nicht mehr viel auf die Reihe. Kein Wunder: Einige Akteure waren schon am Freitag am Ball, einen Tag später dann beim Kieler Masters, dann ging’s noch einmal zurück nach Leezen. Trainer Sven Tramm: „Die Jungs waren einfach nur noch platt.“