Norderstedt
Leichtathletik

Aktive aus dem Kreis Segeberg sorgen bundesweit für Aufsehen

Foto: Iris Hensel

Die Statistik dokumentiert: 2018 war ein sehr erfolgreiches Jahr, vor allem für den in der Jugendarbeit vorbildlichen SC Rönnau 74.

Norderstedt.  „Dass wir dieses Ergebnis noch toppen würden, hätte ich nie erwartet“, sagte Ralph Meyer, Leichtathletiktrainer des SC Rönnau 74, beim Blick in das gerade veröffentlichte Jahrbuch des Schleswig-Holsteinischen Leichtathletikverbandes.

2017 hatten die Nachwuchstalente seines Vereins 43 Landestitel eingeheimst und sich mehrfach für Deutsche Meisterschaften qualifiziert. „Tatsächlich haben wir in diesem Jahr zwar einen Landesmeister weniger, dafür aber viele andere noch größere Erfolge errungen. Deswegen war 2018 sogar noch erfolgreicher für uns“, sagt der Coach, der zusammen mit Wolf-Rüdiger Boyens und Mike Schlabinger die älteren Schüler des SCR betreut.

Hinzu kommen noch weitere Nachwuchscoaches, die immer auf der Suche nach neuen Talenten sind und mittlerweile eine große Anzahl von Youngstern aller Altersklassen unter ihre Fittiche genommen haben.

Gleich zu Jahresbeginn sorgte Karl Löbe (15) für Aufsehen, als er bei den Landesmeisterschaften in Hamburg die schleswig-holsteinische Hallenbestzeit über 800 Meter in der Altersklasse M 15 auf 2:03,37 Minuten verbesserte. Damit löste er den bisherigen Rekordhalter Simon Pzollla vom
TSV Klausdorf ab.

Damit nicht genug: Löbe wurde im Juli in Berlin in 1:59,60 Minuten zudem Norddeutscher U-16-Freiluftmeister. „In der Hauptstadt waren die besten deutschen 800-Meter-Läufer am Start. Das war eigentlich ein vorweggenommener DM-Endlauf“, sagte Ralph Meyer. Bei den nationalen Titelkämpfen startete Löbe indes nicht, da er sich zu dem Zeitpunkt bereits in Neuseeland befand; er absolviert dort aktuell ein Auslandsschuljahr.

U-16-Team des SC Rönnau gewinnt DM-Bronze

Absoluter Höhepunkt aus Sicht des SC Rönnau 74 waren allerdings die Deutschen Schüler-Mehrkampfmeisterschaften. Die U-16-Crew in der Besetzung Liam Taube, Torge Prüß und Pascal Baltz holte mit 14.301 Punkten die Bronzemedaille im Neunkampf. Liam Taube (M 14) sorgte zudem als Fünfter für die beste Einzelplatzierung.

Für 2019 ist Ralph Meyer ebenfalls optimistisch. „Liam ist unheimlich fokussiert, ich bin gespannt, was im kommenden Jahr so geht“, sagte Ralph Meyer, der seinen goldenen Jahrgang 2003, zu dem unter anderem Torge Prüß, Karl Löbe, Pascal Baltz, aber auch die erfolgreichen Schülerinnen Charleen Richter und Pia Steffens gehören, nun an den Jugend- und Erwachsenencoach Sören Kuhn abgegeben hat.

In der Gesamtwertung aller Vereine belegt der SC Rönnau 74, gemessen an den Erfolgen bei Landesmeisterschaften, hinter der SG TSV Kronshagen/Kieler TB und der LG Flensburg einen hervorragenden dritten Platz. In der Kinder- und Schülerwertung der Altersklassen U 12 bis U 16 stehen die Rönnauer sogar ganz oben.

Die anderen Vereine im Kreis Segeberg müssen sich ebenfalls nicht verstecken. Eine DM-Medaille für den SV Friedrichsgabe holte Anna Lindenau (19), die bei den nationalen U-20-Meisterschaften über 400 Meter Hürden den dritten Platz belegte. Der Lohn war eine Einladung zum U-20-Länderkampf zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien in Berlin.

Dort startete auch Stabhochspringerin Daniela Schumann (19, Kaltenkirchener TS), die 2018 zum ersten Mal in ihrer Karriere 3,80 Meter überquerte. International im Einsatz war auch Speerwerfer Adrian Griffel (18), der sich zuvor mit 62,05 Metern Bronze bei den Deutschen Winterwurfmeisterschaften gesichert hatte. Sein Vereinskamerad Aaron Christian Köhler (18) startete 2018 über 400 Meter Hürden und schaffte bei der U-20-DM auf Anhieb Platz vier.

Besonders spannend und hochklassig verlief der Hochsprungwettbewerb der Männer bei den Norddeutschen Meisterschaften in Hamburg. Finn Drümmer (22, Kaltenkirchener TS) verbesserte seinen bisherigen Rekord um acht Zentimeter auf 2,15 Meter und qualifizierte sich so für die DM der Männer, wo er mit 2,05 Metern Zwölfter wurde.

Viele weitere Sportler des Kreis-Leichtathletikverbandes Segeberg lieferten im vergangen Jahr eine Reihe von Topleistungen ab, die allerdings nur möglich waren, weil die Aktiven hauptsächlich von ehrenamtlich tätigen Übungsleitern kompetent trainiert und betreut wurden. Wie groß deren Aufwand ist, wird daran deutlich, dass etliche Verein händeringend nach qualifiziertem Personal suchen – leider oft ohne Erfolg.