Norderstedt
FUSSBALL

Für die Landesliga fehlt dem SSC Phoenix das Geld

Kisdorfs Trainer Boris Völker erwägt seinen Abgang zum Saisonende.

Kisdorfs Trainer Boris Völker erwägt seinen Abgang zum Saisonende.

Foto: Thomas Maibom

Ein Aufstieg ist für die Kisdorfer Verbandsligafußballer trotz der momentan guten sportlichen Perspektive nicht zu realisieren.

Kisdorf.  Sportlich läuft es für die Fußballer des SSC Phoenix Kisdorf nach Plan. Zur Winterpause rangiert die Mannschaft von Trainer Boris Völker auf dem zweiten Platz der Verbandsliga West, punktgleich mit Tabellenführer Geest 05. „Ich bin zufrieden. In der Meisterschaft ist alles drin“, sagt Völker.

Doch was die Zukunft von Coach und Mannschaft anbelangt, steht noch ein großes Fragezeichen im Raum. Das Problem: die finanziellen Rahmenbedingungen. „Wir haben wenig Lust, mit diesem Etat hochzugehen“, so Völker. Der aktuelle Stand sei, dass man selbst als Meister sein Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen würde. „Da sind wir uns im Verein einig.“ Die Erfahrung der vergangenen Landesliga-Saison habe gezeigt, dass man für diese Spielklasse nicht gut genug aufgestellt sei.

Carl-Heinz Warner, Vorsitzender des SSC, ist darum bemüht, die Strukturen durch Sponsoren-Akquise zu verbessern. Er wirbt um Verständnis. „Wir haben da schon einen Sprung gemacht. Das Umfeld in Kisdorf ist aber nicht gerade dafür prädestiniert, um große Sponsoren zu gewinnen. Es ist mir fast peinlich, zu den kleinen Unternehmen zu gehen und nach Geld zu fragen.“ Man habe einen Kreis von über 30 Unterstützern, der ganz dicke Fisch ist dem SSC aber noch nicht ins Netz gegangen. Enttäuscht ist der Funktionär vor allem über die mangelnde Unterstützung aus der Gemeinde. „Wir haben einen Zuschuss von 8500 Euro pro Jahr für die Sanierung der beiden Rasenplätze angefragt, um den ordnungsgemäßen Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Obwohl die Gemeinde in den nächsten drei Jahren rund vier Millionen Euro für – zugegebenermaßen – notwendige Investitionen im Bereich Schule, Kita und Feuerwehr tätigen wird, wurde unser Antrag abgelehnt. Die Begründung: Es wäre kein Geld da“, so Warner.

Clubchef Warner kritisiert die Gemeinde

Der Clubchef attestiert der Gemeinde eine vorausschauende Planung, „um die vorhandenen Fördertöpfe anzuzapfen. Wir vermissen aber eine Planung und die damit verbundene Förderung des Sports in Kisdorf.“ Seitdem der frühere Gemeindevertreter und weitere Idealisten Ende 2011 nach der Insolvenz des Vorgängervereins SC Kisdorf den reinen Fußballclub gegründet haben, fühlt man sich am Strietkamp alleingelassen. Das Interesse am Sport aus der Politik tendiere gen Null, so Warner. „Wir sollen alles aus eigener Tasche bezahlen. Natürlich ist das hier keine reiche Gemeinde, so schlecht geht es uns aber auch nicht.“

Sollten sich die Bedingungen in Kisdorf nicht wesentlich verändern, droht im Sommer der Verlust von Erfolgstrainer Völker. Der SSC-Coach arbeitet gerne mit seiner Mannschaft zusammen, guckt sich aber bereits nach Alternativen um. „Ich bin da ganz offen und habe dem Verein auch mitgeteilt, dass ich Gespräche mit anderen Clubs führe.“ Die Optionen würden bis zur Oberliga reichen.

Dass die von Völker zusammengestellte Mannschaft bei einem Abgang des Trainers auseinanderfallen könnte, glaubt Carl-Heinz Warner nicht. „Wenn Boris gehen sollte, möchte er ja gerne zu einem höherklassigen Verein. Doch es heißt ja, dass nicht alle Spieler oberligatauglich sind.“

Trotz eines sportlich versöhnlichen Ausgangs in 2018 steht der Fußball in Kisdorf also am Scheideweg. Warner bedauert: „Ich finde es traurig, wenn man das Sportliche auf das Finanzielle reduziert.“