Norderstedt
Fussball

Eintracht Norderstedt macht vier bittere individuelle Fehler

Eintracht-Kapitän Jordan Brown wird von Florian Carstens gefoult. Schiedrichter Malte Göttsch (TuS Hartenholm) entscheidet auf Strafstoß, den Felix Drinkuth zum 1:0 für die Norderstedter verwandelt.

Eintracht-Kapitän Jordan Brown wird von Florian Carstens gefoult. Schiedrichter Malte Göttsch (TuS Hartenholm) entscheidet auf Strafstoß, den Felix Drinkuth zum 1:0 für die Norderstedter verwandelt.

Foto: Anne Pamperin

Die Mannschaft von Trainer Dirk Heyne verliert das Regionaliga-Derby gegen den FC St. Pauli II mit 1:4 – und Stürmer Sinisa Veselinovic.

Norderstedt.  So schnell geht das in der Fußball-Regionalliga Nord: Zwei Wochen lang erntete Nick Nürnberger, 21 Jahre alter Torhüter von Eintracht Norderstedt, Komplimente en masse. Kein Wunder: Der Ersatzmann des noch am Sprunggelenk verletzten Stammkeepers Johannes Höcker hielt mit ausgezeichnetem Stellungsspiel und zahlreichen guten Paraden sowohl gegen den SSV Jeddeloh (1:0) als auch bei Lupo-Martini Wolfsburg (2:0) seinen Kasten sauber.

Doch im Nachbarschaftsduell gegen den FC St. Pauli II erlebte der Youngster vor 585 Zuschauern im Edmund-Plambeck-Stadion nun die Schattenseite seines Jobs. Nürnberger hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Garstedter eine 1:4 (1:1)-Packung kassierten.

Zunächst ging der Schlussmann beim Zwischenstand von 1:0 für Eintracht – Felix Drinkuth hatte einen Tag nach seinem 24. Geburtstag in der
27. Minute einen an Jordan Brown verursachten Strafstoß cool verwandelt – fast an der Grundlinie viel zu ungestüm gegen Sirlord Conteh zu Werke. Schiedsrichter Malte Göttsch (TuS Hartenholm) zeigte ein zweites Mal auf den Punkt, Brian Koglin ließ sich die Chance zum Ausgleichstreffer nicht nehmen (35.).

Keeper Nick Nürnberger sieht zweimal schlecht aus

„Völlig egal, ob der Elfmeter nun berechtigt war oder nicht, da darf man auf keinen Fall so hingehen“, sagte Innenverteidiger Marin Mandic, der nur wenige Meter neben dem Tatort stand. Und Trainer Dirk Heyne ergänzte: „Diese übermotivierte Torhüteraktion war eine der Schlüsselszenen des gesamten Spiels.“

Eine noch schlechtere Figur machte Nürnberger beim 1:4 (75.), als er nach einem Rückpass von Juri Marxen versuchte, Jan-Marc Schneider lässig aussteigen zu lassen. Schneider, der zum Zweitligakader des FC St. Pauli gehört und bis zu diesem Zeitpunkt kaum einen Stich gegen die Norderstedter Abwehr gesehen, war darauf gedanklich vorbereitet, erkämpfte sich die Kugel – und brauchte diese nur noch über die Linie zu schieben.

Bitter für die Eintracht: Auch die Gegentore zwei und drei durch Sirlord Conteh (51./66.) waren überflüssig. Vor dem 1:2 nutzte Dario Kovacevic einen Ballverlust im Mittelfeld und spielte Conteh frei, der anschließend Nick Nürnberger überlupfte. Das 1:3 fiel nach einem ungenauen Pass von Marin Mandic auf Juri Marxen; Leon Deichmann und Kovacevic initiierten umgehend einen schnellen Konter der Hamburger. „Das Ding geht klar auf meine Kappe“, sagte Mandic selbstkritisch.

Dirk Heyne ärgerte sich nach dem Match sehr über die individuellen Fehler seiner Mannschaft. „Bis zum 1:1 ist unser Plan vorzüglich aufgegangen. Wir haben in der Defensive gut gestanden, immer wieder Bälle erobert, kaum Chancen des Gegners zugelassen und dann schnell umgeschaltet. Das ist genau das, was wir aktuell mit unserem Personal spielen können.“

Vorerst nicht mehr mitwirken kann Sinisa Veselinovic. Der Stürmer, der in dieser Saison schon sechsmal getroffen hat, musste nach einem Foul von Damir Bektic in der 31. Minute ausgewechselt werden. Erste Diagnose: Verdacht auf Innenbandverletzung im rechten Knie, dem 28-Jährigen droht eine monatelange Zwangspause. Demzufolge ruhen jetzt alle Offensivhoffnungen auf Jan Lüneburg, der gegen den FC St. Pauli II erkrankt fehlte.


Eintracht Norderstedt – FC St. Pauli II
1:4 (1:1).
– Tore: 1:0 Felix Drinkuth (27./Foulelfmeter),
1:1 Brian Koglin (35./Foulelfmeter), 1:2, 1:3 Sirlord Conteh (51./66.), 1:4 Jan-Marc Schneider (75.). – Zuschauer: 585. – Eintracht Norderstedt: Nürnberger – Brown, Coffie, Mandic, Marxen (80. Bork) – Meien, von Knebel – Drinkuth, Brisevac, Can (62. Toksöz) – Veselinovic (31. Facklam).


Die Tabelle der Regionalliga Nord