Norderstedt
Fussball

Das ganz besondere Derby in der Regionalliga Nord

Rechtsfuß Juri Marxen (r.) lieferte beim 1:0-Erfolg von Eintracht Norderstedtbei Lupo-Martini Wolfsburg gute Argumente für weitere Einsätze als Linksverteidiger

Rechtsfuß Juri Marxen (r.) lieferte beim 1:0-Erfolg von Eintracht Norderstedtbei Lupo-Martini Wolfsburg gute Argumente für weitere Einsätze als Linksverteidiger

Foto: Anne Pamperin

Eintracht Norderstedt und der FC St. Pauli II treffen am Sonntag im Edmund-Plambeck-Stadion, dem gemeinsamen Heimspielort, aufeinander.

Norderstedt.  Das Nachbarschaftsduell in der Fußball-Regionalliga Nord zwischen Eintracht Norderstedt und dem FC St. Pauli II (Sonntag, 14 Uhr) ist ein besonderes Derby. Der Grund: Beide Mannschaften bestreiten ihre Heimpartien im Edmund-Plambeck-Stadion; demzufolge hat keine der Mannschaften diesbezüglich keinen Vorteil.

Nimmt man die Tabelle als Maßstab, gibt es eh keinen klaren Favoriten. Die Norderstedter, die zuletzt zwei Siege gegen den SSV Jeddeloh (1:0) und bei Lupo-Martini Wolfsburg (2:0) einfuhren, sind mit 19 Punkten Tabellenneunter. Die Hamburger, die seit eineinhalb Jahren Platzmiete an die Eintracht zahlen und so eine Art sportliches Asyl an der Ochsenzoller Straße gefunden haben, rangieren mit 20 Zählern einen Platz vor der Elf von Coach Dirk Heyne.

Dieser nahm St. Pauli beim dessen 4:0-Erfolg gegen Jeddeloh persönlich unter die Lupe – und zeigte sich schwer beeindruckt. „Das war schon sehr stark, was St. Pauli da vor allem über die Flügel gezeigt hat“, sagte Heyne, der bei der Spielvorbereitung auf die Matches gegen zweite Mannschaften von Profi-Clubs ein grundsätzliches Problem hat: „Man weiß nie so genau, welche Nachwuchsakteure für das erste Team abgestellt werden und mit welcher Aufstellung man rechnen muss.“

Nicht sicher, aber auch nicht ganz ausgeschlossen ist ein Wiedersehen mit vier Akteuren, die einst ihre Fußballschuhe für die Eintracht geschnürt haben. Jan-Marc Schneider (24) und Brian Koglin (21) gehören mittlerweile zum Profikader der Kiez-Kicker. Lennart Keßner (21) war Kapitän der Norderstedter U-17-Mannschaft, Clifford Aniteye (24) wechselte kurz nach Saisonbeginn von Altona 93 zum FC St. Pauli II.

Dirk Heyne hofft darauf, dass seine Crew ähnlich engagiert wie in den Partien gegen Jeddeloh und Wolfsburg zu Werke geht. „Wir haben zwar zweimal hintereinander gewonnen. Es gibt aber überhaupt keinen Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Dafür ist die Leistungsdichte in der Regionalliga zu groß, der Abstand zur unteren Tabellenregion zu gering.“

InnenverteidigerJan Novotny hat sich erneut verletzt

Eher gering sind auch die Aussichten, dass Jan Novotny (25) vor der Winterpause noch einmal für die Norderstedter auflaufen wird. Der Innenverteidiger war in den vergangenen Monaten wegen Rückenproblemen ausgefallen, stieg dann wieder ins Training ein – und verletzte sich erneut. Die Diagnose: Bruch des Sesambeins am großen Zeh. Wie lange der Pechvogel pausieren muss, lässt sich erst nach einer MRT-Untersuchung sagen.

Routinier Jan-Philipp Rose (32/Rückenblockade) kann gegen den FC St. Pauli II ebenfalls nur zuschauen. Da auch Rico Bork (23) angeschlagen ist, dürfte Rechtsfuß Juri Marxen eine weitere Bewährungschance auf der für ihn ungewohnten Position des Linksverteidigers bekommen.