Norderstedt
AMERICAN FOOTBALL

Das bittere Saisonende der Norderstedt Mustangs

Deprimierte Mienen – das letzte Saisonspiel war für die Mustangs ein in mehrerer Hinsicht bitteres Erlebnis

Deprimierte Mienen – das letzte Saisonspiel war für die Mustangs ein in mehrerer Hinsicht bitteres Erlebnis

Foto: Thomas Maibom

Kapitän Simon Malluvius bricht sich drei Lendenwirbel – und die Mannschaft steigt aus der Verbandsliga ab.

Norderstedt.  Es sollte ein glückliches, glanzvolles Saisonende für die Footballspieler der Norderstedt Mustangs werden. Alles war bereitet für das abschließende Highlight: Ein Sieg im letzten Match der Verbandsliga Nord gegen die Schwarzenbek Wolves hätte gereicht, und die breitschultrigen Männer des SV Friedrichsgabe hätten den Klassenerhalt geschafft. Der sollte nach der Night-Session mit einem Feuerwerk gefeiert werden. Monika Sievers, Mutter von Teammitglied Maik Sievers, hatte mit ihren Helfern alles initiiert.

Dann aber sollte alles ganz anders kommen. Es waren einfach nur bittere Momente für die Mannschaft des SV Friedrichsgabe. Im Abstiegsduell gegen die Schwarzenbeker Gäste war im letzten Viertel nur noch kurze Zeit zu spielen, als sich Simon Malluvius und Malte Klüssendorff formierten, um in der Defense ein mit drei Punkten bewertetetes Fieldgoal der Wolves zu verhindern. Bei der Aktion prallten die beiden aus unterschiedlichen Richtungen anstürmenden Mustangs mit Wucht aufeinander. Schwerwiegende Folgen hatte es für Simon Malluvius, den 23 Jahre alten Kapitän und seit kurzem auch Abteilungsleiter.

Die Gefahr einer Lähmung bestand nicht

Es passierte kurz vor 21 Uhr: Malluvius, beim Saisonausklang als Cornerback (Passverteidigung) im Einsatz, wurde vom Teamkameraden so unglücklich am Rücken getroffen, dass er sich drei Lendenwirbel brach. Das stellte sich in der Nacht nach der Untersuchung in der Asklepios Klinik Nord-Heidberg in Langenhorn heraus. Bis heute musste der Unglückliche zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben. Die Gefahr einer Querschnittslähmung war laut Auskunft der Ärzte zum Glück nicht gegeben.

Dass die Begegnung gegen Schwarzenbek 14:26 und dadurch mit dem Abstieg aus der Verbandsliga Nord endete, wurde hinterher fast zu einer Randnotiz. Der Kapitän registrierte das Feuerwerk im Waldstadion ohnehin nur am Rande. „Anfangs habe ich nicht einmal viel gespürt, es schien alles nicht so schlimm. Dann wurden die Schmerzen schlimmer“, berichtet der Schwerletzte, den Kumpel Robin Wüstenberg später ins Krankenhaus fuhr.

Die Reha wird Monate dauern

„Ich darf die Geduld nicht verlieren. Es kann Monate dauern, bis ich wieder hergestellt und voll belastbar bin“, so Malluvius, dessen Verletzung auch Brasiliens Superstar Neymar einst erlitten hat. Bei der Fußball-WM 2014 brach sich dieser gegen Kolumbien (2:1) nach einem bösem Foul von Juan Zuniga einen Lendenwirbel.

Mitgefühl entwickelt bei den Mustangs das Umfeld. Der 53 Jahre alte Norderstedter Olaf Formella, der seit 30 Jahren im Footballgeschäft tätig ist und vor Jahren auch bei den Harksheide Beavers (TuRa) tätig war, gehört dem Trainer-Team als einer der Defense-Coaches an und sagt: „Die Stimmung ist bedrückt, aber wir wollen nach dem Abstieg gemeinsam für einen Aufschwung sorgen, auch wenn wir nur noch in der Landesliga Nord spielen.“

Engagiert arbeiten unter Chefcoach Stefan Schumacher unter anderem Sven Röpcke und Steffen Caldwell, der wie Olaf Formella relativ neu dabei ist. Unklar ist, wie es mit Carsten Spengemann weitergehen wird. Der Coach ist als TV-Moderator bei RanNFL live (ProSieben MAXX und ran.de) stark gefragt. Aus dieser wachsenden Medienpräsenz heraus resultieren bei den Mustangs jüngst übrigens zunehmend Spieleranfragen. Am Mittwoch wird im 32er-Kader über die Zukunft beraten.

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