Norderstedt
FUSSBALL

Eintracht muss das Abwehrloch stopfen

Der Einsatz von Kapitän Jordan Brown (Achillessehnenprobleme) steht auf der Kippe

Der Einsatz von Kapitän Jordan Brown (Achillessehnenprobleme) steht auf der Kippe

Foto: Anne Pamperin

Die zuletzt wackelige Defensive des Norderstedter Regionalligisten steht gegen Meister Weiche Flensburg im Blickpunkt.

Norderstedt.  Beim Heimspiel gegen den Tabellensechsten und Vorjahresmeister SC Weiche Flensburg 08 (Sonntag, 14 Uhr) steht für Fußball-Regionalligist Eintracht Norderstedt Wiedergutmachung auf dem Programm. „Das 1:5 in Drochtersen habe ich noch nicht ganz verdaut. Die Mannschaft hat sich aber danach im Training sehr engagiert gezeigt“, sagt Trainer Dirk Heyne.

Das Debakel war der bisherige Tiefpunkt der Saison. Bitter ist vor allem die Art und Weise der Niederlage. Beim 0:1 schlief die Abwehr bei einer Ecke, die Gegentore zwei bis fünf fielen allesamt nach Kontern. „In der Offensive haben wir uns abkochen lassen, den Ball zu schnell verloren. Im Rückwärtsgang waren wir zu brav. Da müssen wir eben auch mal ein taktisches Foul begehen“, bemängelt Dirk Heyne. „Gegen Flensburg will ich mehr Torgefahr sehen. Und mein Team muss abgeklärter und kämpferischer agieren.“

Topscorer Felix Drinkuth ist wieder einsatzbereit

Ein Grund für manche mangelhafte Darbietung in dieser Spielzeit ist die Verletztenmisere. „Wir haben einige Ersatzspieler, die den Anspruch erheben, regionalligatauglich zu sein. Wenn sie dann von Beginn an spielen, zeigen sie es nicht“, kritisiert Präsident Reenald Koch. Gegen Flensburg entspannt sich die personelle Lage allerdings zumindest in der Offensive. Nick Brisevac und Felix Drinkuth können wahrscheinlich von Beginn an spielen, ein Fragezeichen steht hinter Jordan Brown. Der Kapitän trainiert wieder, ist aber in der Achillessehne noch nicht schmerzfrei. Kangmin Choi, Jan Lüneburg, Jan Novotny und Dane Kummerfeld fehlen weiterhin. Rico Bork wurde nach der Partie in Drochtersen krank, fällt ebenfalls aus.

Die aktuellen Brennpunkte liegen jedoch eher in der Defensive. Mit 20 Gegentoren in zehn Partien stellt die Eintracht gemeinsam mit Schlusslicht VfL Oldenburg die drittschlechteste Abwehr der Regionalliga Nord. Laut Abendblatt-Informationen unzufrieden mit seiner aktuellen Reservisten-Rolle im defensiven Mittelfeld ist Deran Toksöz. Den wendigen Edeltechniker setzte eine Verletzung am Gesäßmuskel einen Monat außer Gefecht, gegen den Hamburger SV II (3:1) spielte er daraufhin zwei Minuten, dann 26 gegen den Lüneburger SK Hansa (1:2) und die zweite Halbzeit gegen die SV Drochtersen/Assel. „Wir bauen ihn ganz normal wieder auf, führen ihn an seine alte Fitness heran“, sagt Coach Heyne.

Die Aushilfs-Innenverteidiger schwächeln

Probleme bereitet dem Trainer zudem die Besetzung der Innenverteidigung. Marin Mandic ist bis zum 24. September suspendiert (das Abendblatt berichtete), Jan Novotny nach Rückenproblemen für das Flensburg-Spiel keine Option – der Neuzugang aus Altona stand noch keine Sekunde auf dem Feld. Das aus der Not geborene zentrale Abwehrpaar Marcus Coffie und Jan-Philipp Rose überzeugte in Drochtersen nicht.

Immerhin: Um seinen eigenen Job muss sich Dirk Heyne keine Sorgen machen. „Der Trainer steht weiterhin völlig außerhalb jeder Diskussion. Er macht sehr gute Arbeit“, sagt Reenald Koch. „Wenn die Verletzten wiederkehren und wir unsere Qualität voll ausspielen können, werden wir auch in der Tabelle wieder höher klettern und dem Tal der Tränen entkommen.“