Norderstedt
Volleyball

„Wir wollen beim 1. VC Norderstedt wieder Spaß haben“

Lisa Schwarz (1. VC Norderstedt) peilt mit ihren Teamkolleginnen den Aufstieg in die Regionalliga Nord an

Lisa Schwarz (1. VC Norderstedt) peilt mit ihren Teamkolleginnen den Aufstieg in die Regionalliga Nord an

Foto: Thomas Maibom / Thomas Maibom Thomas Maibom

Lisa Schwarz hat befreundete Zweit- und Drittliga-Volleyballerinnen zum Vereinswechsel animiert. Trainer des Teams ist ihr Vater.

Norderstedt.  Lisa Schwarz musste ihre drei Freundinnen nicht lange bitten. Ihr Entschluss stand fest, und dementsprechend reagierten auch die Mannschaftskameradinnen. Mit dem Ende der Vorsaison war es demzufolge vorbei mit dem sportlichen Engagement der 21 Jahre alten Norderstedterin und ihren Mitspielerinnen vom Zweitligisten Volleyballteam Hamburg. Jetzt steht man also gemeinsam für den 1. VC Norderstedt in der Verbandsliga Hamburg auf dem Feld.

Beim VT Hamburg war die Atmosphäre gestört

Nach dem Wechsel des Quartetts, bedingt durch zunehmende Unzufriedenheit in manchen Bereichen beim VT Hamburg (dahinter steht als Verein die Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft), vollzieht sich in Norderstedt ein interessanter Neuaufbau mit einem Superaufgebot.

Neben Lisa Schwarz spielten zuletzt auch Anisa Sarac, Alissa Willert und Juliane Lüning beim VTH. Dazu gesellten sich während der Saisonvorbereitung mehrere Frauen aus Drittliga- und Regionalligateams (wir berichteten) – zusammen ergibt das eine Mannschaft, für die die Rückkehr in die Regionalliga Nord beschlossene Sache ist. „Aber auch in der Verbandsliga sind die Aufgaben für uns keine Selbstgänger, jedes Match muss erst einmal gewonnen werden“, betont die 1,81 Meter große Tochter von VCN-Trainer Frank Koch und dessen Ehefrau Martina Schwarz, die früher selbst erfolgreiche Volleyballerin war.

Wie auch immer man es dreht: Die neu formierte Crew ist als klarer Titelfavorit einzuschätzen. Die Punktrunde wird am Sonnabend mit zwei Heimpartien gegen Grün-Weiss Eimsbüttel III und die VG WiWa Hamburg II eröffnet (Beginn: 14.30 Uhr, Moorbekhalle).

Der Kader des VCN ist bis auf zwei Spielerinnen neu

Lisa Schwarz sprüht vor Ehrgeiz. „Die meisten von uns kennen sich schon lange und haben regelmäßig Kontakt“, sagt die Außenangreiferin. „Wir wollen wieder Spaß haben, treiben zusammen Sport, feiern zusammen und kommunizieren miteinander. Dabei geht es nicht nur um Volleyball.“

Die 14 Spielerinnen des 1. VC Norderstedt wohnen allerdings beileibe nicht Tür an Tür. Lisa Schwarz, die noch drei Brüder und eine Schwester hat, ist mittlerweile zu ihrem Freund nach Bergedorf gezogen. Bei einer Firma in Reinbek hat sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau begonnen. Die Berufe der Schmetterkünstlerinnen sind sehr unterschiedlich. Nur zwei Beispiele: Alissa Willert studiert BWL, Juliane Lüning ist Fachärztin im Krankenhaus Barmbek.

Gwendolin Lake spielte einige Zeit bei Bayer Leverkusen in der 2. Bundesliga – jetzt geht’s für sie ebenso in den hohen Norden zurück wie für Verena Präger. Die Hamburgerin studierte im vergangenen Jahr in Freiburg und war für den dortigen USC in der Regionalliga am Ball. Auch Volleyballerinnen des SC Alstertal-Langenhorn (3. Liga) baggern von jetzt an in Norderstedt: Lisa-Marie Kipar, Claudia Förster, Karen Meyer, Lisa-Marie Papenthin und Nathalie Koch folgten dem Ruf von Lisa Schwarz, die bisher übrigens nie in einer von ihrem Vater trainierten Mannschaft gespielt hat.

Vom Team der vergangenen Saison sind nur noch Carina Polomsky und Vanessa Finnern dabei – alle anderen Spielerinnen haben den Verein nach dem Abstieg verlassen.

Wie sehr die Leistungsbereitschaft vorhanden ist, zeigte sich beim Uli-Lampe-Gedächtnisturnier in der Moorbekhalle. Beim Meeting mit acht Mannschaften wurden die VCN-Frauen erst im Spiel um Platz eins vom VT Hamburg mit 2:0 Sätzen geschlagen. Die Norderstedter Männer präsentierten sich ebenfalls in guter Verfassung – sie belegten hinter dem Kieler TV (2. Bundesliga) und vor Drittligist VfL Pinneberg Rang zwei.