Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Ein Zwei-Klassen-Unterschied

Fußballfrauen des SVHU unterliegen SGS Essen im DFB-Pokal mit 0:14

Henstedt-Ulzburg.  Selten zuvor waren auf dem Sportplatz am Schäferkampsweg in Henstedt-Ulzburg prominentere Gäste zu Besuch. Als das DFB-Pokalspiel der zweiten Hauptrunde zwischen den Fußballfrauen des
SV Henstedt-Ulzburg und Bundesligaclub SGS Essen angepfiffen wurde, befand sich ein Mann unter den Zuschauern, der jedem Fußball-Fan in deutschen Landen bestens bekannt ist: Horst Hrubesch.

Der frühere Nationalspieler (67), seit dem 13. März interimsweise als Coach der Frauen-Nationalmannschaft im Amt, stand mit seiner Assistentin Britta Carlson am Spielfeldrand und sah reichlich Tore. Die Gastgeberinnen kassierten gegen die Spitzentruppe aus der Bundesliga (seit drei Jahren unter den Top fünf) eine 0:14 (0:3)-Schlappe und schieden wie im Vorjahr in Runde zwei des Wettbewerbs aus.

Den munteren Torreigen zweier Mannschaften mit nicht vergleichbarem Leistungsstandard und vor allem unterschiedlichen Ambitionen verfolgte der aus seinem Wohnort Boostedt an den Schäferkampsweg gekommene Hrubesch indes nur am Rande. Das „Kopfball-Ungeheuer“ vergangener Zeiten interessierte sich eher für die Auftritte seiner für Essen spielenden Nationalspielerinnen, von denen vier zum Pokal-Kader gehörten und aktiv ins Geschehen eingriffen: Lena Oberdorf, Linda Dallmann, Nina Brüggemann und Lea Schüller. An Letzterer hatte der Nationalcoach viel Freude, denn sie traf insgesamt viermal, und zwar ausschließlich in der zweiten Halbzeit.

Bis zur 45. Minute (0:3) hatten sich die Schützlinge von SVHU-Trainer Mac Agyei-Mensah noch relativ gut aus der Affäre gezogen. In der Folgezeit aber war die vom Gegner ausgelöste Torflut nicht mehr zu stoppen. „Der Zwei-Klassen-Unterschied war nicht zu übersehen. Wir konnten im Prinzip nur lernen, das ist trotz des deprimierenden Ergebnisses positiv zu bewerten.“ Und auch die Laune der bedauernswerten Torhüterin Alicia Bautz, die 14 Gegentore schluckte und das Spielfeld total geknickt verließ, hatte sich bis gestern wieder etwas gebessert.

Am Sonntag kann sich der SVHU wieder auf den Alltag in der Regionalliga einstellen, wenn der Tabellensechste den TV Jahn Delmenhorst empfängt (14 Uhr). Das zweite SVHU-Team feierte in der Oberliga mit dem 6:1 (3:0) über die SSG Rot-Schwarz Kiel den ersten Saisonsieg.