Norderstedt
Fussball

Eintracht Norderstedt bangt um Stürmer Felix Drinkuth

Felix Drinkuth (l., im Laufduell mit dem HSVer Fabian Gmeiner) präsentierte sich in den vergangenen Wochen in bestechender Form. Ob er am Sonntag im Heimspiel gegen den Lüneburger SK mitmischen kann, ist allerdings ungewiss

Felix Drinkuth (l., im Laufduell mit dem HSVer Fabian Gmeiner) präsentierte sich in den vergangenen Wochen in bestechender Form. Ob er am Sonntag im Heimspiel gegen den Lüneburger SK mitmischen kann, ist allerdings ungewiss

Foto: Anne Pamperin

Der in dieser Saison schon fünfmal erfolgreiche Angreifer des Regionalligisten verletzt sich beim 3:1 im Derby gegen den HSV II am Knie.

Norderstedt.  Die Freude über den verdienten Sieg im Regionalliga-Derby gegen den Hamburger SV II währte nur kurz. Am Morgen nach dem 3:1 (1:0)-Heimerfolg vor 1017 Zuschauern teilte Felix Drinkuth seinem Trainer Dirk Heyne mit, dass er sich am Knie verletzt hat; das Gelenk war in der Nacht angeschwollen. Eine MRT-Untersuchung soll nun Aufschluss über Art und Schwere der Verletzung geben.

Wie wichtig der 23 Jahre alte Stürmer für die Eintracht ist, hatte er während der Flutlichtpartie mehrfach bewiesen – unter anderem beim zweiten Norderstedter Treffer, als er den Südkoraner Kangmin Choi so mustergültig in Szene setzte, dass dieser das Spielgerät nur noch über die Linie zu drücken brauchte (55.). Und zwölf Minuten später, als er nach einem Steilpass von Rico Bork auf davon zog und den Ball mit dem linken Fuß ins von Jakob Golz gehütete HSV-Tor zimmerte.

Den Grundstein zum Sieg hatten die Gastgeber zuvor mit ihrem disziplinierten Abwehrverhalten gelegt. Wie schon in den Partien gegen den VfB Lübeck (1:1) und beim TSV Havelse (1:0) ließen sie ihrem Gegner wenig Platz zum Kombinieren. Coach Heyne: „Es ist schön anzusehen, wie der eine für den anderen da ist, wie wir die Räume zulaufen.“

„Das war eine starke Mannschaftsleistung“, sagte Keeper Johannes Höcker, der sich nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Yannick Rath
(TSV Osterholz-Tenever) trotzdem ein wenig ärgerte. Der Grund: das Gegentor durch Khaled Mohssen in der
88. Minute nach einer Ecke. „Ich hätte natürlich wie in Havelse gern zu null gespielt“, sagte der Schlussmann, der gegen Moritz Kwarteng (45.) und Maximilian Geißen (87.) überragend rettete.

HSV II leistet bei den ersten beiden Toren Schützenhilfe

Zwei weitere Gründe für den zweiten Norderstedter Erfolg hintereinander: die Effektivität in der Offensive (fünf Chancen, drei Tore) sowie der erschreckend schwache Auftritt es Hamburger SV II. Die Crew des jungen Trainers Steffen Weiß (29) leistete bei den ersten beiden Treffern der Hausherren tatkräftig Schützenhilfe: Tobias Knost verschuldete einen völlig unnötigen Strafstoß, den Sinisa Veselinovic cool verwandelte (24.). Ähnlich dusselig wie Knost stellte sich Jonas Behounek vor dem 2:0 an, als er den Norderstedter Nick Brisevac mit einem Einwurf bediente und dieser deshalb Felix Drinkuth für dessen Vorlage auf Choi in Position bringen konnte. Zu allem Überfluss flog dann auch noch der in der 72. Minute eingewechselte Patrick Storb nach einem Frust-Foul an Johann von Knebel vom Platz (89.).

Nächster Gegner der Eintracht im Edmund-Plambeck-Stadion ist am Sonntag um 14 Uhr der Lüneburger SK. Dirk Heyne sieht dem Match optimistisch entgegen: „Es wäre großartig, sofort nachzulegen. Der LSK wird mit Sicherheit durchschlagskräftiger als der HSV II agieren, und die große Herausforderung für uns ist, die guten Vorstellungen in den letzten drei Partien zu bestätigen. Aber die Jungs treten so harmonisch auf, wie ich es bei dieser Mannschaft bislang nur ganz selten erlebt habe. Da wird nach Ballverlusten nicht gemotzt, sondern jeder hilft jedem. So stelle ich mir das vor.“

Weiterhin zum Zuschauen verdammt sind Mannschaftskapitän Jordan Brown, der nach wie vor über Achillessehnenbeschwerden klagt, Jan Novotny (Rücken), Dane Kummerfeld (Hüfte), Jan Lüneburg (Muskelfaserriss im Oberschenkel) sowie Hamajak Bojadgian (Reha nach Kreuzband-Operation).

Eintracht Norderstedt – Hamburger SV II 3:1 (1:0). – Tore: 1:0 Sinisa Veselinovic (24./Foulelfmeter), 2:0 Kangmin Choi (55.), 3:0 Felix Drinkuth (67.), 3:1 Khaled Mohssen (88.). – Eintracht Norderstedt: Höcker – Marxen, Coffie, Rose, Bork – Koch, Meien (88. Toksöz) – Drinkuth (79. von Knebel), Brisevac (80. Facklam), Choi – Veselinovic.