Norderstedt
Fussball

Glanzlose Auftaktsiege im Hamburger Oddset-Pokal

Neuzugang Johann von Knebel (vorne) erzielte beim 4:1 von Eintracht Norderstedt gegen den NCG FC Hamburg den Treffer zum zwischenzeitlichen 3:1

Neuzugang Johann von Knebel (vorne) erzielte beim 4:1 von Eintracht Norderstedt gegen den NCG FC Hamburg den Treffer zum zwischenzeitlichen 3:1

Foto: Anne Pamperin

Eintracht Norderstedt, TuRa Harksheide und der Glashütter SV erreichen die zweite Runde des Cupwettbewerbs.

Norderstedt.  „Gott sei Dank!“ entfuhr es einem genervten Fan von Eintracht Norderstedt, nachdem Schiedsrichter Thomas Sieg die Erstrundenpartie im Hamburger Oddset-Pokal zwischen den haushoch favorisierten Regionalliga-Fußballern und dem Nigerian Community Germany Football Club Hamburg (Kreisklasse 4) abgepfiffen hatte.

Der Grund für den Frust des Zuschauers: Das erhoffte Schützenfest war ausgeblieben, am Ende setzte sich die Mannschaft von Trainer Dirk Heyne bei Temperaturen um die 30 Grad lediglich mit 4:1 (3:1) durch. Torschützen für die Gastgeber waren auf dem Kunstrasenplatz 3 an der Ochsenzoller Straße Jan Lüneburg (5. und 82. Minute), Jan-Philipp Rose (23.) und Johann von Knebel (38.). Vor vier Jahren hatte es in der Auftaktrunde des Hamburger Cupwettbewerbs noch einen 20:0-Erfolg der Eintracht gegeben...

Symptomatisch für den müden Auftritt der Hausherren: die Ausführung des an Jan Lüneburg verursachte Foulelfmeters in der 30. Minute. Jan-Philipp Rose schoss so schwach und unplatziert, dass Keeper Donatus Ofokaire mühelos parieren konnte. „Wir haben uns nicht gerade mit Ruhm bekleckert“, sagte Rose nach dem Match selbstkritisch.

Fans des NCG FC Hamburg bejubeln Ehrentreffer

Begeisterung kam demzufolge nur bei den 20 Anhängern des NCG FC auf, die die Aktionen ihrer Mannschaft mit afrikanischen Rhythmen untermalten und in der 35. Minute sogar lautstark jubeln durften. Schlussmann Ofokaire beförderte einen Abschlag in die Norderstedter Hälfte; Eintracht-Innenverteidiger Marcus Coffie wollte die Situation bereinigen, stattdessen gab’s einen Pressschlag mit Steven Johnson – und das Spielgerät senkte sich über den weit vor seinem Kasten stehenden und verdutzt dreinschauenden Keeper Tjark Grundmann hinweg ins Netz.

Wer nach der Pause einen Sturmlauf von Eintracht Norderstedt erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die magere Ausbeute: nur ein Tor durch Jan Lüneburg, der eine Flanke von Marcus Coffie per Kopf ins Netz beförderte (81.) – mehr Zählbares sprang am Ende trotz gefühlten 95 Prozent Ballbesitz nicht heraus.

Trainer Dirk Heyne, der dem neuen Mannschaftskapitän Jordan Brown – seine Stellvertreter sind Philipp Koch und Deran Toksöz – eine Erholungspause gönnte, hatte sich einen besseren Auftritt seines Teams erhofft. „Nach unserem frühen Führungstreffer war die Konzentration nicht mehr da“, kritisierte er.

Landesliga-Club TuRa Harksheide setzte sich ebenfalls glanzlos mit 3:0 (1:0) bei Kreisklassist Benfica durch. Auf dem staubigen Grandplatz am Berliner Tor taten die Gastgeber zumeist das, was Teams, die von der Papierform her unterlegen sind, eben tun: Sie gingen robust in die Zweikämpfe und droschen den Ball im Zweifel weit weg aus der Gefahrenzone.

TuRa nahm diese Bedingungen in Hälfte eins teilweise nicht richtig an, spielte nicht zielstrebig genug. Chancen zur Führung waren trotzdem einige vorhanden. Jonah Petersen vergab frei vor dem Tor (5.), Leon Schulz zielte per Fernschuss (15.) und mit einer verunglückten Flanke (31.) an die Latte, Tim Weber jagte den Ball aus bester Position in die Wolken (35.).

Die Erlösung kam unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff: Petersen bediente Sören Ostermann mit einem hübschen Trick, und der Neuzugang vom Hamburger SV III verwandelte mit einem strammen Schuss in die kurze Ecke zur Führung. Ein nicht minder fein anzusehender Spielzug führte nach Vorlage von Felix Feuerlein zum 2:0 per Heber durch den starken, oft aber zu eigensinnigen Schulz (52.).

Damit war die Partie gelaufen. Benfica kämpfte in der Folgezeit bewundernswert, verbissen und oft vergeblich – ständig lagen Spieler der Gastgeber wegen Zerrungen am Boden – gegen die offensichtlichen Konditionsmängel.

TuRa gewinnt bei Benfica mit angezogener Handbremse

Die Harksheider spielten das Match mit angezogener Handbremse zu Ende, wollte vor dem Punktspielstart keine Verletzungen mehr riskieren. Tim Henkis legte nach einem schönen doppelten Doppelpass mit Petersen (stark als Ballverteiler, schwach im Abschluss) trotzdem noch das 3:0 nach (85.).

„Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte Harksheides Trainer Jörg Schwarzer trotz des vergleichsweise knappen Ergebnisses gegen einen drei Klassen tiefer kickenden Gegner. „In dieser Partie gab es für uns keinen Schönheitspreis zu gewinnen.“

Als dritter Club aus Norderstedt erreichte der Glashütter SV (Kreisliga 6) die zweite Pokalrunde. Gegen den Staffelkonkurrenten Hoisbütteler SV gab’s einen 4:0 (1:0)-Heimerfolg. Die Treffer der Hausherren erzielen Kevin Thürwächter (3. und 74. Minute) sowie Niko Frederich (76./87.). Aus dem Cupwettbewerb ausgeschieden sind dagegen der SV Fried­richsgabe (1:4 bei Eintracht Fuhlsbüttel), der Norderstedter SV (0:4 gegen den Rahlstedter SC) sowie der
SC Ellerau, der dem SC Nienstedten zu Hause mit 2:5 unterlag.

Eintracht Norderstedt bestreitet heute im Edmund-Plambeck-Stadion ein letztes Testspiel vor dem Regionalliga-Auftakt am kommenden Sonnabend (14 Uhr beim BSV Schwarz-Weiß Rehden). Gegner ist der vom früheren Garstedter U-19-Coach Thomas Bohlen trainierte Oberligist SV Rugenbergen. Die Partie wird um 19 Uhr angepfiffen.