Norderstedt
Fussball

Rico Bork ist ein Spezialist für ruhende Bälle

Rico Bork (23) hat in der vergangenen Saison 29 Regionalliga-Spiele für Eutin 08 bestritten

Rico Bork (23) hat in der vergangenen Saison 29 Regionalliga-Spiele für Eutin 08 bestritten

Foto: Anne Pamperin

Eintracht Norderstedts neuer Linksverteidiger hat bei Ex-Club Eutin 08 Sonderschichten eingelegt, um seine Schusstechnik zu verbessern.

Norderstedt.  Bei seinem ersten und bislang einzigen Auftritt im Edmund-Plambeck-Stadion an der Ochsenzoller Straße machte Fußballer Rico Bork mächtig Eindruck. Am 11. April erzielte er im Regionalliga-Match bei Eintracht Norderstedt in der 53. Minute den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer zum 1:2 für Eutin 08. Am Ende unterlagen die Ostholsteiner zwar mit 1:5, doch Bork war der mit Abstand beste Gästeakteur und betrieb erfolgreich Werbung in eigener Sache.

Was keiner der 200 Zuschauer wusste: Schon vor dem Duell mit den Garstedtern hatte der 23-Jährige auf der Wunschliste von Eintracht-Trainer Dirk Heyne gestanden; da bekannt war, dass Steven Lindener den Verein am Ende der Serie 2017/2018 verlassen würde, suchte den Coach einen Mann mit Perspektive für die Position des Linksverteidigers.

„Es gab damals einen ersten telefonischen Kontakt, unterschrieben war aber noch nichts“, so Bork, der die ersten Kickversuche beim SV Neukirchen in der Nähe von Heiligenhafen machte, anschließend in der U-17-, U-19- sowie Herrenmannschaft des Oldenburger SV spielte und zur Serie 2017/2018 zum Regionalliga-Aufsteiger nach Eutin wechselte.

Als sich der Abstieg seines Clubs in die Oberliga Schleswig-Holstein immer mehr abzeichnete, ging alles ganz schnell – Eintracht Norderstedt und Rico Bork intensivierten die Gespräche und einigten sich auf einen Zweijahresvertrag.

Bork, der im Gegensatz zu vielen anderen Regionalliga-Fußballern keinen Berater hat und deshalb bei den Verhandlungen von seinem Kumpel, dem früheren Profi Kevin Wölk, unterstützt wurde, musste nicht lange überlegen. „Der Wechsel zur Eintracht ist für mich ein Schritt nach vorn. Der ganze Ablauf hier ist viel professioneller, der Trainer Fußballlehrer, ich kann mich voll auf den Sport konzentrieren – solche Bedingungen gab’s in Eutin nicht.“

Zu Beginn seiner Karriere hatte der Polizeiobermeister, der in Neumünster arbeitet und dort auch wohnt, mit Defensivarbeit noch nicht viel am Hut. „Ich habe bis zum ersten Herrenjahr Linksaußen gespielt, bin dann zum Linksverteidiger umgeschult worden.“ Er kann aber auch als Sechser vor der Abwehr agieren.

Was ihn seit eh und je auszeichnet, ist seine gute Schusstechnik. Borks Eckbälle und Freistöße sind für den Gegner brandgefährlich – der Spezialist für Standards hat in den vergangenen Jahren zusätzlich zu den regulären Übungseinheiten Extraschichten eingelegt, um in diesem Bereich noch besser zu werden. „Das kann ja nicht schaden“, sagt er schmunzelnd. Der Neuzugang könnte gerade bei ruhenden Bällen eine Alternative zu Mittelfeldspieler Philipp Koch werden und so für den einen oder anderen Überraschungseffekt sorgen.

Erst einmal muss er jedoch den Sprung in die Mannschaft schaffen. „Mein Ziel ist, möglichst oft zu spielen, mich mit den Besten zu messen. Und ich will viel lernen“, sagt Rico Bork, der Routinier Jan-Philipp Rose (32) den Stammplatz auf der linken Abwehrseite streitig machen möchte.

Der Punktrunde, die am Sonnabend, 28. Juli. mit der Auswärtspartie beim BSV Rehden beginnt, sieht Bork, dem die Passsicherheit des Nationalspielers Toni Kroos sowie die Offensivqualitäten des Brasilianers Marcelo imponieren, entspannt entgegen. „Es gibt in der Regionalliga Nord zwar sechs Nachwuchsteams von Proficlubs und kaum noch eine Mannschaft, die abfällt. Aber ich denke schon, dass wir eine gute Rolle spielen können.“