Norderstedt
Todesfelde

900 Zuschauer genießen das Fußballfest des SV Todesfelde

Der Oberliga-Club hat Zweitligist Holstein Kiel zu Gast und zieht sich bei seiner 0:4-Niederlage im Benefizspiel achtbar aus der Affäre

Todesfelde. Ein ganzes Dorf fieberte einem grandiosen Fußballfest entgegen – und genoss es dann in vollen Zügen. Rund 900 Zuschauer verfolgten das Freundschaftsspiel zwischen dem SV Todesfelde und dem KSV Holstein Kiel. Sonnenschein, Bratwurst- und Bierstände, ein perfekter Catering-Service und vor allem die gute Stimmung unter den Besuchern im Joda-Park machten den Nachmittag zu einem Erlebnis.

Die 0:4 (0:2)-Niederlage des Oberligisten SVT im Benefizspiel zugunsten der Tafelstiftung Schleswig-Holstein-Hamburg (Schirmherr ist Ministerpräsident Daniel Günther) besaß untergeordnete Bedeutung. Auf die finanzielle Hilfe kam es an. Was unter dem Strich an Geld zusammengekommen ist, wird in diesen Tagen noch errechnet. Erfreulich: Ein finanzielles Minus hat der SV Todesfelde, der allein 1000 Euro für den Sicherheitsdienst aufbringen musste, nicht zu verzeichnen.

Sportlich stimmte es aus Sicht der Gastgeber ebenfalls. Der SVT, bei dem die Torhüter Fabian Oeser und Lukas Benner jeweils eine Halbzeit zwischen den Pfosten standen, lieferte dem Gegner 90 Minuten lang einen beherzten Kampf. Ihre beste Möglichkeit vergaben die Hausherren kurz vor dem Abpfiff durch Elia Kukanda, der allein aufs Kieler Tor zulief, den Ball aber nicht im Netz unterbringen konnte. Trainer Sven Tramm: „Die Jungs haben sich richtig reingehauen. Man sieht, wie entschlossen sie die Saison angehen wollen.“

Holstein Kiel, mit dem Großteil des Zweitligakaders angetreten, kam durch Benjamin Girth (2), Kingsley Schindler und Alexander Mühling zu seinen Toren. Der neue „Störche“-Coach Tim Walter war zwar nur eingeschränkt zufrieden mit seiner Elf, vergaß aber nicht, den SVT-Verantwortlichen ein Kompliment zu machen. „Was hier auf die Beine gestellt wurde, ist schon professionell.“

Teammanager Timo Gothmann, Clubchef und Stadionsprecher Holger Böhm, die Initiatoren und Helfer des Vereins und nicht zuletzt die Sponsoren saßen meist im 150 Quadratmeter großen Zelt hinter dem Tor – und lebten manchmal gefährlich. Nicht selten flogen Bälle vom Spielfeld direkt und mit voller Wucht durch den Eingang, sodass die Feiernden in Deckung gingen. Im VIP-Bereich war auch eine Spendenbox aufgestellt, in die fleißig Euroscheine gesteckt wurden.

Der Hauptsponsor des SV Todesfelde, Bernd Jorkisch, besitzt in Daldorf eine Firma mit Holz- und Gartenprodukten. Er unterstützt den SVT schon seit Jahren. Unlängst ist Jorkisch nun
60 geworden – und beim SVT fragte man sich, wie man ihm wohl ein passendes Geschenk überreichen könnte.

Also überraschte man das langjährige SVT-Mitglied mit einem Wohltätigkeitsspiel gegen den Zweitliga-Verein, der in der Provinz erschien, ohne finanzielle Forderungen zu stellen. Thomas Steenbock, Vorsitzender des Fördervereins, und Jan Gerken hatten die Sache eingeleitet.

Gerken ist beim Dorfclub für die Betreuung der Geldgeber zuständig. „Ich glaube, das Event war eine gelungene Reputation für unsere Fans und auch die Sponsoren“, sagte er.

Zum Abschluss wagte der Teammanager dann noch einen nicht ganz ernst gemeinten Ausblick Richtung Saisonauftakt in der 2. Bundesliga: Holstein Kiel muss am Freitag, 3. August, beim Hamburger SV antreten. Und sollten die Kieler im Volksparkstadion gewinnen, könnten die Todesfelder behaupten, dass sie mit dem Erstliga-Absteiger auf Augenhöhe sind…

SV Todesfelde – Holstein Kiel 0:4 (0:2). Tore: 0:1, 0:2 Benjamin Girth (31./41.), 0:3 Kingsley Schindler (48.), 0:4 Alexander Mühling (72.).