Norderstedt
Leichtathletik

Medaillenregen für den Nachwuchs des SC Rönnau 74

Die Rönnauer U-16-Sprinter Mika Krüger, Karl Löbe, Pascal Baltz und Paul Dittrich (von links) waren in der 4x100-Meter-Staffel nicht zu schlagen

Die Rönnauer U-16-Sprinter Mika Krüger, Karl Löbe, Pascal Baltz und Paul Dittrich (von links) waren in der 4x100-Meter-Staffel nicht zu schlagen

Foto: Anne Pamperin

Die Aktiven des Dorfclubs erkämpfen bei den schleswig-holsteinischen U-16- und U-20-Landesmeisterschaften 19 Podestplatzierungen.

Hamburg.  Karl Löbe kann zurzeit machen, was er will: Ihm gelingt fast alles. Der 15 Jahre alte Leichtathlet des SC Rönnau 74 hat – im wahrsten Sinn des Wortes – einen Lauf. Mit seiner Zeit von 1:59,32 über 800 Meter, die er vor einer Woche als Sieger bei den U-18-Landesmeisterschaften in Flensburg rannte, führt der Schlamersdorfer momentan die nationale Bestenliste in der Altersklasse M 15 an.

Doch damit gibt sich der Schüler des Städtischen Gymnasiums in Bad Segeberg, der nach außen immer total entspannt wirkt, offensichtlich nicht zufrieden. Bei den gemeinsamen Titelkämpfen der Landesverbände Hamburg und Schleswig-Holstein in den Altersklassen U 16 und U 20 in der Jahnkampfbahn setzte Löbe noch ein weiteres Ausrufezeichen; er absolvierte vier Disziplinen abseits der Tartanbahn und demonstrierte eindrucksvoll, dass er auch das Zeug zum Mehrkämpfer hat.

Multitalent Karl Löbe brilliert mit Speer und Diskus

Im Speer- (42,70 Meter) und im Diskuswerfen (39,81 Meter) landete der vielseitige Athlet auf Platz eins, im Kugelstoßen (12,02 Meter) und im Stabhochsprung (3,10 Meter) holte sich Löbe die Vizemeisterschaft. Einen weiteren Titel erkämpfte er sich zusammen mit der 4 x 100-Meter-Staffel des SC Rönnau 74. Das U-16-Team, zu dem außerdem noch Pascal Baltz, Paul Dittrich und Mika Krüger gehörten, setzte sich in 46,98 Sekunden durch.

Die Erfolgsstory von Karl Löbe im Trikot des SCR wird allerdings demnächst unterbrochen: Der Teenager verabschiedet sich in drei Wochen in Richtung Neuseeland, um dort ein Auslandsjahr zu absolvieren.

„Ich bin mir sicher, dass Karl dort auch Sport treiben wird“, sagte Trainer Ralph Meyer. Klar, dass der Coach über die bevorstehende Trennung auf Zeit traurig ist. Schließlich hätte sein Schützling auch bei den Deutschen Meisterschaften der Altersklasse U 16 gute Chancen, über 800 Meter vorne mitzumischen.

Der vorerst letzte Wettkampf für Löbe im neonfarbenen Dress seines Vereins werden die Norddeutschen Meisterschaften in Berlin in zwei Wochen sein. „Ich wünsche ihm zum Abschied den Titel über 800 Meter. Aber die Konkurrenz ist groß, das wird spannend“, so Meyer.

Karl Löbe war in der Hamburger Jahnkampfbahn aber nicht der einzige Rönnauer, der aufs Treppchen durfte. Landesmeister im Kugelstoßen wurde Torge Prüß (M 15) mit 14,06 Metern. Im Speerwerfen setzte sich Pia Steffens
(W 15/33,54 Meter) durch. Liam Taube (M 14) gewann den Stabhochsprung mit 3,10 Metern, Mika Krüger (M 14) holte sich in 12,09 Sekunden Gold über 100 Meter. Ralph Meyer: „Wir haben 19 Podestplätze erreicht. Das ist klasse.“

Einen weiteren Titel für den Kreisleichtathletikverband Segeberg gewann Speerwerfer Adrian Griffel (Bramstedter TS). Der 17-Jährige setzte sich mit 64,80 Metern bei den Junioren U 20 durch. In den ersten fünf Versuchen klappte wenig, im letzten Durchgang beförderte der Padenstedter den 800-Gramm-Speer dann aber auf eine neue persönliche Bestmarke. „Da hat er endlich einmal das Stemmbein durchgedrückt, was vorher überhaupt nicht funktionierte“, sagte sein Coach An­dreas Ber­necker.

Am kommenden Wochenenende geht’s auf Nordebene weiter

Am Wochenende will Griffel, der im März bei einem U-20-Länderkampf im Trikot der Nationalmannschaft auflaufen durfte, bei den Nordtitelkämpfen in Hamburg starten. Vorläufiger Saisonhöhepunkt sind für ihn die Deutschen U-20-Meisterschaften in Rostock vom 27. bis 29. Juli.

Qualifiziert für die DM ist auch Stabhochspringerin Daniela Schumann von der Kaltenkirchener TS. In Hamburg reichten ihr 3,50 Meter zum ersten Platz bei den Juniorinnen U 20. W-14-Landesmeisterin in der technisch anspruchsvollen Disziplin wurde auch ihre Vereinskameradin Emily Barotas, die 2,30 Meter überquerte.

Parallel zu den Junioren und Schülern ermittelten die Senioren auf dem Nebenplatz die Landesmeister im Hammerwurf. Wolfgang Saß (LG Alsternord) holte sich in der Altersklasse M 75 mit 33,07 Metern Bronze. Sein Vereinskamerad Alexander Marini – mit 81 Jahren der älteste Teilnehmer überhaupt – schleuderte den Hammer auf 31,43 Meter und wurde damit als einziger Starter in seiner Kategorie Erster. „Ich würde gerne in diesem Jahr noch meinen eigenen Hamburger Rekord knacken. Der steht bei 32,78 Metern. Den nächsten Versuch starte ich beim Werfertag in Medelby am 28. Juli“, sagte der Norderstedter, der seine Disziplin – genau wie Saß – nun schon seit mehr als 50 Jahren ausübt.