Norderstedt
Tennis

Future Nord: Gespräche über die Zukunft laufen an

Foto: Thomas Maibom

Norddeutsche Landesverbände diskutieren bei German Open am Rothenbaum. Dimitar Kuzmanov und Jule Niemeier siegen bei dritter Auflage.

Kaltenkirchen.  Patrick Mackenstein (39) packte im Hotel Kleiner Markt in Kaltenkirchen zum letzten Mal seine Sachen und fuhr hinaus zur Anlage des TC an der Schirnau – Schlusstag beim 3. Future-Nord-Weltranglistenturnier der internationalen Dachorganisation ITF. Mackenstein, Supervisor und Oberschiedsrichter des neun Tage dauernden Tennis-Spektakels, trat nach der Siegerehrung zufrieden die fünfstündige Heimfahrt nach Aachen an. Das Preisgeldmeeting mit rund 100 Teilnehmern (Dotierung: 30.000 Dollar) war trotz widriger Witterungsbedingungen mit Regen und Sturm wie geplant abgewickelt worden, kein Match lief in der Halle.

Torben Osmann aus Hamburg fungierte als Turnier-Organisator. Ihm und allen anderen, die am Gelingen beteiligt waren, zollte Mackenstein ein Lob. „Eine Superarbeit, das Organisationsteam war perfekt.“ Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass eine so hochkarätige Veranstaltung in Kaltenkirchen überhaupt stattfinden kann.

Viel Arbeit in Kaltenkirchen für Patrick Mackenstein

Patrick Mackenstein ist Experte in der Regelkunde und im Schiedsrichterwesen. Drei Wochen vor Turnierbeginn prüft er Zulassungsberechtigungen von Spielern und Spielerinnen, einsehbar auf einer so genannten Acceptance-List. Er sorgt für die Spielansetzungen und bestimmt Stuhlschiedsrichter – neun waren es in Kaltenkirchen. Damit nicht genug: Der Mann mit der höchsten deutschen Schiedsrichter-Lizenz koordiniert außerdem Live-Scores im Internet und Interviews.

Ein wenig Bürokratie muss sein, Organisationsvermögen aber auch. So wie auch bei den übrigen 16 ITF-Weltranglisten-Events im In- und Ausland, bei denen der Westdeutsche regelmäßig vor Ort ist. „Die Turnierlandschaft innerhalb der ITF sortiert sich neu“, sagt Mackenstein, der in seiner Heimatstadt Punktspiele bestreitet. „Man muss künftig mit Veränderungen rechnen.“

Das Future Nord hat sich zu einem Vorzeigeturnier entwickelt. Die Finanzierung garantieren größtenteils die Tennis-Landesverbände von Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Berlin-Neubrandenburg. Deren Verantwortliche werden sich in knapp fünf Wochen anlässlich der German Open am Rothenbaum treffen und Gespräche führen. Einiges deutet darauf hin, dass der TC an der Schirnau 2019 erneut den Zuschlag für die Austragung erhält.

Die jüngere Generation soll – wie in den Vorjahren – die Chance erhalten, den Einstieg in die internationale Turnierszene zu finden. Das geht vornehmlich über Weltranglistenpunkte.

Das drittgrößte norddeutsche Tennisturnier ist auch für George von Massow eine Chance, um sich zu profilieren. Das gelang der Nummer eins des
TC Rot-Weiss Wahlstedt diemal ganz gut, er spielte sich zum zweiten Mal nach 2017 bis ins Viertelfinale vor.

Der Hamburger Marvin Möller erreicht das Herren-Finale

In der dritten Runde traf von Massow auf den späteren Sieger Dimitar Kuzmanov, 325. der Weltrangliste, und unterlag dem Bulgaren mit 4:6, 3:6. Von Massows Vereinskamerad Leonard von Hindte scheiterte in Runde eins. Im Endspiel triumphierte Kuzmanov gegen den angehenden Hamburger Profi Marvin Möller 6:2, 6:3 und erhielt dafür 2160 Dollar sowie 18 Weltranglistenpunkte.

Das Finale der Damen (2352 Dollar, zwölf Ranglistenzähler) endete mit dem Überraschungssieg von Jule Niemeier (TC Bad Vibel), die wie einige andere weibliche Youngster zum Porsche Talent-Team des Deutschen Tennis Bundes gehört. Dort werden Nachwuchsasse für den Fedcup-Kader gesichtet. Im Endspiel bezwang die ungesetzte
19-Jährige ihre israelisch-usbekische Gegnerin Vlada Ekshibarova mit 7:5, 6:2.

Anna Klasen vom TC Rot-Weiss Wahlstedt kam erstaunlich weit und scheiterte bei ihrem ersten Auftritt in Kaltenkirchen erst im Viertelfinale.