Norderstedt
Rasenhandball

Spanischer Doppelschlag beim Schleswig-Holstein-Cup

Stammgäste auf der Sportanlage Lüttmoor: Die Männer von Balonmano Madrid  waren schon zum elften Mal in Nahe dabei

Stammgäste auf der Sportanlage Lüttmoor: Die Männer von Balonmano Madrid waren schon zum elften Mal in Nahe dabei

Foto: Thomas Maibom

Balonmano Madrid sichert sich erste Plätze im B- und C-Pokal der Männer. Bei den Frauen sind die HU Oldstars das Maß der Dinge.

Nahe.  „Nahe statt Malle“ – unter diesem inoffiziellen Motto ging mit dem 29. Schleswig-Holstein-Cup eines der größten Freiluft-Handballturniere Norddeutschlands erfolgreich über die Bühne. In Anlehnung an die Party-Insel im Mittelmeer feierten über 1000 Sportler, verteilt auf 96 Mannschaften im Männer- und Frauenbereich, ein harmonisches Handballfest auf der Sportanlage Lüttmoor in Nahe.

Organisationsteam und Aktive bewiesen eindrucksvoll, weshalb die Traditionsveranstaltung seit vielen Jahren ein überaus beliebtes Ziel ist. Entsprechend zufrieden zog Torsten Thomas, der hauptverantwortlich Regie führte, sein persönliches Fazit.

„Wir haben über das gesamte Wochenende tollen Sport gesehen, der beweist, dass es sich lohnt, zum Schleswig-Holstein-Cup zu kommen. Für uns ist besonders wichtig, dass es stets friedlich und mit viel Spaß zur Sache geht. Beides kann ich bestätigen“, sagte der 2. Vorsitzende des Handball-Fördervereins Nahe und Oering e.V. Und weiter: „Wir wollen bewusst das Feeling einer Saison-Abschlussfahrt bei den Spielerinnen und Spielern aufkommen lassen.“

Dass die Veranstaltung ohne die befürchteten Wetterkapriolen ablief – in den vergangenen Jahren hatten Regenschauer stets für längere Unterbrechungen gesorgt – nahm Thomas erleichtert zur Kenntnis. „Die äußeren Bedingungen sind die halbe Miete. Ist das Wetter gut, wird unser Cup zum Selbstläufer.“ Diesmal freute sich der Turnierchef über Sonne und Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke.

Bei diesen Bedingungen fanden sich die Spieler des Teams Balonmano Madrid bestens zurecht. Die einzigen internationalen Gäste des Schleswig-Holstein-Cups traten schon zum elften Mal beim Rasenturnier in Nahe an und sorgten für eine exotische Note im Teilnehmerfeld der Männer.

„Wir kommen gar nicht aus Madrid, sind vielmehr eine Gruppe von Freunden aus allen Ecken Spaniens“ – so charakterisierten die Iberer ihren bunt zusammengewürfeltes Kader. „In diesem Jahr haben wir zwei Mannschaften im B- und C-Pokal gemeldet. Am Ende stehen aber immer die Freude am Sport und das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund.“

Schon im kommenden Januar will man erneut nach Nahe reisen. Dann, um für einige Testspiele in der Halle gegen Mannschaften aus der Region anzutreten. „Und natürlich kommen wir auch im Sommer 2019 wieder zum Schleswig-Holstein-Cup.“

Abseits der Wettkämpfe herrschte auch bei der 29. Auflage des Turniers eine Atmosphäre wie bei einem großen Handball-Klassentreffen. Frühere Zweitliga-Akteure wie die Henstedt-Ulzburger Jan Wrage, Tim Völzke, Martin Laursen und Tim-Philip Jurgeleit griffen ebenso zum Ball wie die frischgebackene deutsche Pokalsiegerin Cara Hartstock von Erstligist VfL Oldenburg.

Bei den Frauen trat mit den HU Oldstars eine bunt gemischte Truppe ehemaliger Spielerinnen des SV Hen­stedt-Ulzburg an, die das Event in Nahe Jahr für Jahr als Gelegenheit für ein großes Wiedersehen nutzt.

„Wir sind über einen WhatsApp-Chat in Kontakt geblieben und freuen uns immer sehr auf dieses Turnier. In Nahe können wir die alten Zeiten wieder aufleben lassen können“, sagte Jennifer Knust vom Schleswig-Holstein-Liga-Aufsteiger SV Sülfeld. Sie und ihre Mitstreiterinnen genossen drei Tage lang Handball und Party. Als Krönung kam dann auch noch ein Erfolgserlebnis hinzu: Gemeinsam mit einstigen SVHU-Weggefährtinnen wie Inga Schlegel, Mirlinda Hani oder Alisa Oehme reichte es am Ende zum Finalsieg im A-Pokal über das Team des SV Minimalprinzip.

„Die Teilnahme solcher Top-Mannschaften macht den Schleswig-Holstein-Cup so besonders“, hob Cheforganisator Thorsten Thomas stolz hervor. „Wo sonst laufen Erstliga-Profis neben Kreisklasse-Spielern auf? Auch deshalb sind wir stets ausgebucht. Auf unserer Warteliste standen in diesem Jahr
20 Mannschaften.“

Ergebnisse beim 29. Schleswig-Holstein-Cup, Männer, A-Pokal, Finale: Klubb Kaputt – Krampfader Geschwader 5:10; B­-Pokal, Finale: SK Lieren – Balonmano Madrid 7:9; C­-Pokal, Finale: SV Barfuß Jerusalem – Balonmano Madrid 14:10; Frauen, A­-Pokal, Finale: HU Oldstars – SV Minimalprinzig 11:6; B­-Pokal, Finale: SC Nahe 08 – SG Todesfelde/Leezen 7:8; C-­Pokal, Finale: TSV Hürup – #mitnahewarnegeileidee 5:7