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Eintracht Norderstedt

Dirk Heyne: "Wir müssen unbedingt konstanter werden"

Dirk Heyne ist seit dem 6. Oktober 2016 Coach von Eintracht Norderstedt

Dirk Heyne ist seit dem 6. Oktober 2016 Coach von Eintracht Norderstedt

Im Abendblatt-Interview stimmt Trainer Dirk Heyne die Fußballer von Eintracht Norderstedt auf eine schwierige Saison 2018/2019 ein.

Norderstedt. Nur zu gern hätte Dirk Heyne (60) am Pfingstmontag im Stadion Hoheluft an der Seitenlinie gestanden und mit den Regionalliga-Kickern von Eintracht Norderstedt zum zweiten Mal nach 2017 den Hamburger Oddset-Pokal geholt. Stattdessen verfolgte der Fußballlehrer das Finale zwischen der TuS Dassendorf und dem Niendorfer TSV vor dem Fernsehgerät – sein Team hatte den NTSV am 3. Oktober 2017 zwar mit 6:4 nach Elfmeterschießen bezwungen, der Titelverteidiger wurde jedoch disqualifiziert, weil Mittelfeldakteur Philipp Koch in dieser Partie nicht spielberechtigt war. Im Interview mit dem Abendblatt zieht Heyne seine Saisonbilanz – und wagt einen Ausblick auf die Serie 2018/2019.

Herr Heyne, mal ganz ehrlich, wie weh hat es getan, beim Cupendspiel nur Zuschauer sein zu dürfen?

Dirk Heyne: Das war kein Problem für mich, dieses Thema ist längst abgehakt. Ich habe mich aber sehr für Jeremy Karikari gefreut, der 2017 mit uns im Endspiel gegen die SV Halstenbek-Rellingen stand, aber schon nach 17 Minuten verletzt ausgewechselt werden musste. Diesmal hat er beide Dassendorfer Tore erzielt.

Ihre Mannschaft hat die Saison 2017/2018 mit 45 Punkten und 54:58 Toren als Tabellenneunter abgeschlossen, war damit fünf Zähler und zwei Plätze schlechter als in der Regionalliga-Runde 2016/2017. Wie würden Sie die Spielzeit auf einer Skala von eins (überragend) bis zehn (katastrophal) bewerten?

Wir hatten starke Phasen, wir hatten schwache Phasen. Mit unserer Trefferquote bin ich zufrieden, aber wir haben brutale Abwehrfehler gemacht. In Summe war das nicht mehr als Durchschnitt, ich gebe uns eine Fünf.

Wie erklären Sie sich die starken Leistungsschwankungen ihrer Mannschaft?

Die Jungs haben Probleme gehabt, ihre Spielweise an die schwierigen Witterungsbedingungen anzupassen. Solange die Platzverhältnisse gut waren, haben wir mit den Spitzenteams der Staffel auch gut mitgehalten. Als das Geläuf im Herbst und Winter immer weicher und tiefer wurde, ist es uns zu selten gelungen, den erforderlichen Selbstbehauptungswillen zu aktivieren, Fußball mehr zu kämpfen als zu spielen.

Ist das nicht auch eine Charakterfrage?

Bei aller Kritik und berechtigter Verärgerung über Leistungen wie bei den Heimniederlagen gegen Altona 93, den VfB Oldenburg und die SV Drochtersen/Assel – das Team kann es ja. Als wir in die Abstiegszone abzurutschen drohten, hat die Mannschaft die Bereitschaft gezeigt, auf die es ankommt und im entscheidenden Moment gepunktet. Klar ist aber auch: Wir müssen in Zukunft bei Ballbesitz taktisch disziplinierter agieren, aktiver gegen den Ball arbeiten und unbedingt konstanter werden.

Welche Spieler haben sich gut entwickelt, wer hat Sie besonders überzeugt?

Jordan Brown. Im Gegensatz zu vielen anderen hat er sein Niveau konstant gehalten, mit einigen Rausreißern nach oben. Weitere Lichtblicke waren Marcus Coffie, Jan Lüneburg und Felix Drinkuth mit seinen 15 Saisontoren.

Und wer ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben?

Da gab es in sämtlichen Mannschaftsteilen Kandidaten, die ich hier nicht alle aufzählen möchte.

Mit Linus Meyer ist einer der Leistungsträger und Publikumslieblinge in Richtung SV Rödinghausen in die Regionalliga West gewechselt. Felix Drinkuth zieht es im Winter für sechs Monate in die USA. Lässt sich der erhebliche Verlust an Angriffspo­wer überhaupt kompensieren?

Wir sind uns der Situation bewusst, haben deshalb ja auch Nick Brisevac von Altona 93 geholt. Außerdem hoffe ich darauf, dass Kangmin Choi nach seiner langen Verletzungspause weiterhin Fortschritte macht und noch besser in Schwung kommt als in den vergangenen Monaten.

Als weitere Neuverpflichtungen stoßen Rico Bork (Eutin 08), Jan Novotny (Altona 93), Johann von Knebel (FC Voran Ohe) und der Serbe Boris Dobric (SOFT Karadjordje Topola) zur Mannschaft. Wie ist der Stand der Personalplanungen, legt die Eintracht noch mal nach? Und wenn ja, auf welchen Positionen?

Wir sind noch am Basteln. Da uns Keeper Lars Oliver Huxsohl verlassen wird, suchen wir ganz dringend einen zweiten Torhüter hinter Johannes Höcker – und einen offensiven Außenbahnspieler als Back-up für Felix Drinkuth.

Was sind die Ziele von Eintracht Norderstedt für die kommende Serie?

Wir bleiben unserem Motto der vergangenen Jahre weiterhin treu, wollen möglichst schnell den Klassenerhalt schaffen und den Oddset-Pokal gewinnen. Aber die Regionalliga Nord wird künftig noch stärker als bisher – wir stehen vor einer schwierigen Saison.