Norderstedt
Tennis

Die Nordliga-Armada aus dem Kreis Segeberg schlägt auf

George von Massow (28) führt die Meldeliste der Herrenmannschaft des TC Rot-Weiss Wahlstedt  an

George von Massow (28) führt die Meldeliste der Herrenmannschaft des TC Rot-Weiss Wahlstedt an

Foto: Thomas Maibom

Vereine aus dem Kreis Segeberg sind mit ihren Leistungsmannschaften auf überregionaler Ebene so stark wie selten zuvor vertreten.

Norderstedt.  Zum Start in die neue Freiluftsaison wird ein beachtlicher Leistungsstandard im Tennis des Kreises Segeberg deutlich. In den Punktspielen sind ein Regionalliga- und gleich zehn Nordligateams am Start – das hat es schon lange nicht mehr gegeben hat. Einige Mannschaften schlugen bereits am Feiertag in dieser Woche auf.

Die Nordliga-Herren des TC Rot-Weiss Wahlstedt kamen zum Auftakt zu einem 8:1-Sieg beim Harvestehuder THC. Die Deutlichkeit des Ergebnisses täuscht etwas, denn die Gäste mussten einigen Widerstand brechen. Ausgerechnet Mannschaftskapitän Leonard von Hindte, der amtierende Hallen-Landesmeister, war einziger Verlierer – 5:7, 5:7 gegen Maximilian Todorov.

In der gesamten vergangenen Sommer- und Hallensaison hatte von Hindte nicht ein Einzel abgegeben. „Die widrigen Bedingungen mit Regen und starkem Wind haben genervt“, sagte die in Bad Schwartau lebende Nummer zwei der Wahlstedter.

George von Massow feiert ein gelungenes Comeback

Dafür feierte George von Massow einen gelungenen Einstieg in die Freiluft-Runde. Der in Hamburg-Winterhude lebende Topmann hatte in der Halle für den Club an der Alster gespielt, ist nun aber nach Wahlstedt zurückgekehrt und gewann gegen den Ukrainer Marat Deviatarov nach verlorenem erstem Satz mit 5:7, 6:1, 10:4.

Von Massow hat sich bei Challenger-Turnieren in Antalya (Türkei) auf die Sandplatzsaison vorbereitet. Seine Achillessehnenprobleme sind überwunden, sodass er der Mannschaft wieder regelmäßig zur Verfügung steht. Rot-Weiss muss zunächst drei Auswärtspartien bestreiten und tritt dann viermal in Folge zu Hause an. Von Hindte: „Wir gucken mal, was nach oben möglich ist. Aufstiege in die Regionalliga im Winter und Sommer, das wäre grandios.“

Die Damen des Clubs von der Nordlandstraße sind hingegen nicht auf Aufstiegskampf eingerichtet. Die junge Crew um Trainerin Lydia Steinbach hat ihren ersten Nordliga-Auftritt am kommenden Sonnabend auf eigener Anlage gegen den Harvestehuder THC. Weil die mehrfache Landesmeisterin Carolin Schmidt noch in den USA weilt und Sophia Intert am Fuß verletzt ist, stehen die Chancen auf eine vordere Platzierung nicht gut.

In der Parallelstaffel, der Nordliga 2, hatten die Damen des TC an der Schirnau einen bitteren Einstieg in die Saison. Beim Großflottbeker THGC II führten die Kaltenkirchenerinnen nach Einzelerfolgen von Spitzenspielerin Katharina Huhnholz, Sibel Demirbaga, Julia Paetow und Christin Potsch schon mit 4:2, um den Gesamterfolg in den Doppeln doch noch aus der Hand zu geben. Dreimal musste sich der TCS im Match-Tiebreak geschlagen geben, was schließlich zur 4:5-Niederlage führte.

Ein Schock für die Truppe um Mannschaftsführerin Potsch, die aber sagt: „Die Motivation wird bei uns nicht leiden. Wir versuchen das Bestmögliche in der bestmöglichen Aufstellung, aus dem Abstiegskampf werden wir uns heraushalten.“

Vom Regionalliga-Abstieg in der Halle scheinen sich die Herren 30 des TC Alsterquelle erholt zu haben. Die Mannschaft fertigte den TC Molfsee auswärts ohne Satzverlust mit 9:0 ab. In Topformation gehört der TCA in jedem Fall zu den Aufstiegsaspiranten. Die Herren 30 des TC an der Schirnau sollten in der Parallelstaffel locker die Klasse halten können.

Alsterquelles Herren 40 haben am Sonntag mit dem Heimduell gegen den Ottersberger TC schon ein Schlüsselspiel vor sich. Der Kontrahent gewann zu Beginn klar mit 7:2 gegen die
TG Bergstedt-Wensenbalken und gilt als Titelkandidat.

Nach dem unglücklichen Abstieg aus der Regionalliga im vergangenen Jahr ist bei den Herren 50 des Hamburger SV die Rückkehr in die höchste nationale Klasse das Ziel. Der erste Schritt ist mit einem 8:1-Erfolg beim Bremer TC getan.

Die Damen 30 des Vereins standen 2017 dicht vor dem Sprung in die Regionalliga. Eine prominente Rolle ist der Mannschaft durchaus wieder zuzutrauen, wobei diesmal nur vier Saisonspiele auf dem Programm stehen.

Die Damen 40 der TV Bad Bramstedt sind Nordliga-Aufsteiger und dürften sich nach den ersten Eindrücken nur schwer in der höheren Klasse halten können. 0:9 hieß es bei der Premiere gegen die TG Alstertal.

Älteste Nordliga-Mannschaft des Kreises ist die Herren-70-Crew des TC Alsterquelle. Die Oldies spielen jeweils mittwochs, zum ersten Mal am 16. Mai gegen die TG Hannover.

Die stärkste Herrenmannschaft aus Norderstedt peilt in dieser Saison die Rückkehr in die Nordliga an. Der TC Garstedt ist in der Landesliga vertreten und nach Einschätzung von Kapitän Bennet Krause gut gewappnet für den Sprung nach oben. Aus Anlass des
50-jährigen Bestehens des Vereins in diesem Jahr wäre der Wiederaufstieg ein passendes Geschenk des Herrenteams. Das erste Match absolviert der TCG am Sonnabend, 26. Mai, beim
TSV Glinde.

3:6-Niederlage für Damen 30 des TC an der Schirnau

Eine negative Überraschung erlebte die einzige Regionalliga-Mannschaft aus der Region. Die Damen 30 des TC an der Schirnau, vielfacher Nordmeister und Teilnehmer an der DM-Endrunde, unterlagen beim TC Blau-Weiss Berlin mit 3:6. Schon nach den Einzeln stand es 5:1 für das Team aus der Bundeshauptstadt. Die Schirnauerinnen mussten allerdings drei Ausfälle verkraften: Alison Röpcke fehlte wegen einer Erkrankung, Susanne Fleischfresser und Karin Bornholdt sind derzeit verletzt.