Norderstedt
Fussball

Torjäger Morten Liebert trifft beim 7:0 viermal

In dieser Szene kommt Todesfeldes Goalgetter Morten Liebert ausnahmsweise einen Schritt zu spät

In dieser Szene kommt Todesfeldes Goalgetter Morten Liebert ausnahmsweise einen Schritt zu spät

Foto: Thomas Maibom

Oberligist SV Todesfelde deklassiert nach dreieinhalbmonatiger Wettkampfpause den Tabellenvorletzten TSV Friedrichsberg-Busdorf.

Todesfelde.  Das Ärgernis sind Regenwürmer, nicht Maulwürfe. Während Letztere sich mit Ende der Regenperiode Ende Dezember weitgehend ins Erdreich verzogen hatten, legten die glitschigen Gesellen auf dem Sportplatz des SV Todesfelde richtig los und verwandelten den sonst so gepflegten Rasen in eine unebene Fläche. Sehr zum Verdruss von Andreas Grandt, stellvertretender Vorsitzender des Fußball-Oberligisten SV Todesfelde.

Grandt weiß jedoch, wie man den Würmern zu Leibe rückt. Vor dem Heimspiel des SVT gegen den TSV Friedrichsberg-Busdorf (7:0) bestätigte der Greenkeeper der Todesfelder Kicker, der seit mehr als 40 Jahren dem Verein angehört, seinen Ruf als Allzweckwaffe im Verein – und rückte den für Sportler lästigen Nutztieren, die so gerne Häufchen bauen, zu Leibe.

Das Ergebnis: Als die SVT-Spieler im jüngsten Oberligatreffen den Platz betraten, sah der Rasen fast wie neu aus. Nach den langen Winterwochen mit viel Schnee und Frost machte es dem Tabellensiebten folglich Spaß, gegen einen überforderten Gegner einen Torreigen zu inszenieren. Die Mannschaft schloss damit nahtlos an die gute Form des Vorjahres an und könnte in nächster Zeit in der Tabelle noch einige Plätze nach oben springen.

Wie aber hat es Andreas Grandt geschafft, für akzeptable äußere Bedingungen zu sorgen? „Wir haben wenige Tage vor dem Spiel stabile Baumatten an einen Trecker gehängt, den Hauptplatz mehrfach abgezogen und danach so lange gewalzt, bis er bespielbar war“, sagt der 54-Jährige.

Beim SV Todesfelde kennt man den Vize-Clubchef fast ausschließlich unter dem Spitznamen „Eddy Grant“ – das ist ein dunkelhäutiger britischen Popsänger, der einst mit dem Song „I don’t wanna dance“ weltbekannt wurde und mit der Band The Equals 1966 den Superhit „Baby come back“ produzierte.

Mit der bunten Welt des Pop hat Grandt natürlich nichts zu tun. Er sieht stattdessen zu, dass die Bedingungen rund um die Todesfelder Sportanlagen tipptopp sind. Dafür hat der hauptverantwortliche Greenkeeper eine Solidargemeinschaft aufgebaut, die engagiert zusammenarbeitet und mit ehrenamtlicher Tätigkeit die Kosten in überschaubaren Grenzen hält.

„Den Hauptanteil der anstehenden Arbeiten erledigen wir selbst“, sagt Andreas Grandt. „Wir“, das sind neben dem Vorstandsmitglied vor allem noch Torsten Wrage, Joachim Lehmann, Kurt Kahl und Heiko Böhm, Bruder des Vereinsvorsitzenden Holger Böhm. Laut An­dreas Grandt werden für die Pflege der drei Rasenplätze sowie die Instandhaltung der 20.000 Quadratmeter großen Anlage im Joda-Park im Schnitt 3000 Euro pro Jahr benötigt – für die Hälfte des Geldes kommt die Gemeinde auf, der Rest kommt durch Eigenmittel der Mitglieder zusammen.

Dann sind da auch noch diverse Kleinunternehmer und Landwirte des Dorfes, die sich einbringen. Sie ermöglichen Reparaturarbeiten, stellen Trecker und Rasenmäher zur Verfügung. Gärtner gewährleisten Unkrautbeseitigung und bringen das Saatgut. Das funktioniert alles reibungslos, und letztlich leisten auch die Fußballer selbst einen Beitrag. „Unsere Sportler gehen mit den Plätzen sehr pfleglich um“, hebt Andreas Grandt hervor.

Umgepflügt wurde der Rasen beim einseitigen Oberliga-Match gegen Fried­richsberg-Busdorf nicht. Die Gastgeber entwickelten enormen Sturmdrang und hatten nach der ersten Halbzeit (5:0) die Fronten geklärt. Trainer Sven Tramm: „Nach dreieinhalb Monaten Pause hatte ich das so nicht erwartet.“ Der Coach zeigte Verständnis dafür, dass seine Elf nach den letzten beiden Toren (52./ 57. Minute) einen Gang herunterschaltete.

Mann des Spiels war Torjäger Morten Liebert, der beim höchsten Saisonerfolg des SVT viermal traf (19./42./52./ 57.) und sein Konto auf 15 Treffer aufstockte. Außerdem waren Emanuel Bento (27.), Rafael Krause (33.) und Sören Gelbrecht (43.) erfolgreich.

Kapitän Lennard Koth muss vorerst passen

Bitter für das beste Fußballteam im Kreis Segeberg ist, dass Mannschaftskapitän Lennard Koth (Steißbeinprellung) und Jan-Ole Urbanski bis auf Weiteres ausfallen. Beim Nachwuchsspieler wurde ein Leistenbruch diagnostiziert.

Coach Tramm hofft trotzdem, personell gut durch die Saison zu kommen, auch wenn seine Mannschaft mit 15 Partien erst die Hälfte der Punktspiele bestritten hat. Und wenn noch mehr Matches auszufallen drohen, gibt es ja schließlich auch noch „Eddy Grant“…