Norderstedt
Tischtennis

Der Sieger hat die Staffelmeisterschaft sicher

Zwei Generationen, ein Ziel: Die Friedrichsgaberinnen Miriam Ludwig (l.) und Jin-Sook Cords wollen mit ihrem Team das Gipfeltreffen gewinnen

Zwei Generationen, ein Ziel: Die Friedrichsgaberinnen Miriam Ludwig (l.) und Jin-Sook Cords wollen mit ihrem Team das Gipfeltreffen gewinnen

Foto: Thomas Maibom

Das Verbandsoberliga-Damenteam des SV Friedrichsgabe empfängt am Freitag um 19.30 Uhr den punktgleichen Verfolger SC Poppenbüttel II.

Norderstedt.  Showdown in der Sporthalle Pestalozzistraße: Am morgigen Freitag kommt es dort allerdings nicht zum Duell zweier Revolverhelden, sondern zum Gipfeltreffen in der Tischtennis-Verbandsoberliga Nord der Damen. Tabellenführer SV Fried­richsgabe (21:1 Zähler) hat von 19.30 Uhr an den punktgleichen Verfolger
SC Poppenbüttel II zu Gast – mehr Spitzenspiel geht nicht...

Der Gewinner der Partie – darüber herrscht in der Szene Einigkeit – hat die Staffelmeisterschaft und das damit verbundene Aufstiegsrecht in die Oberliga Nord sicher. Zu übermächtig war die Dominanz beider Mannschaften im bisherigen Saisonverlauf; die TTSG Urania-Bramfeld (15:9) ist auf Rang drei schon weit abgeschlagen.

Die Vorzeichen sprechen für den SVF, der über ein leicht besseres Spielverhältnis als der SCP II verfügt. „Keine Frage, wir müssen zwei Punkte holen, wenn wir am Ende der Serie auf Platz eins landen wollen“, sagt die frühere Hamburger Meisterin Sandra Opitz, die bei den Gästen an Position vier schmettert.

Für die Friedrichsgaberinnen wäre ein Unentschieden wie beim ersten Aufeinandertreffen am 8. Oktober 2017 dagegen ein gefühlter Sieg.

Bis in die Fingerspitzen motiviert wird die Nummer eins des SV Fried­richsgabe, Jin-Sook Cords, aufschlagen. Die gebürtige Südkoreanerin hat in ihren 16 Einzeln erst eine Niederlage kassiert – gegen Poppenbüttels Sonja Reißmann.

Miriam Ludwig hat bislang alle 23 Einzel gewonnen

Cords (54), deutsche Vizemeisterin des Jahres 1989, war zu Saisonbeginn von der Kaltenkirchener TS zum SVF gewechselt, bestreitet aber nur die Hälfte der Punktspiele. Noch makellos ist die Bilanz ihrer Teamkollegin Miriam Ludwig (18) – 23 Matches, 23 Siege.

Gemeinsam standen beide zuletzt auch im Doppel am Tisch: beim 8:4-Erfolg im Nachbarschaftsduell gegen den Tabellenvierten KT (12:12 Punkte). Das Duo setzte sich erst nach hartem Kampf mit 11:4, 8:11, 11:7, 9:11, 11:5 gegen Anja Dallmeier-Tießen und Luca Marie Kabel durch. Dass Cords/Ludwig gegen den SC Poppenbüttel II eine weitere Bewährungschance erhalten werden, steht außer Frage.

Bemerkenswert: Sowohl der SV Friedrichsgabe als auch die Hamburgerinnen haben noch keine konkreten Pläne für den Fall des Aufstiegs geschmiedet. Spartenleiter Jörg Albrecht äußert sich hinsichtlich der sportlichen Perspektive des SVF-Teams recht zurückhaltend. „Wir müssen schauen, wie es nach dieser Saison bei uns weitergeht“, sagt er, „ich denke zwar, dass wir für die Oberliga melden würden, aber es gibt noch diverse Dinge zu klären.“

Die Unwägbarkeiten sind vor allem personeller Natur. Was wird beispielsweise aus Miriam Ludwig, die mitten in den Abiturprüfungen steckt? „Noch ist nicht klar, was sie nach der Schule macht und wohin es sie möglicherweise verschlägt“, so Albrecht, „und es kann ja auch sein, dass Miriam in der kommenden Serie noch höher spielen möchte.“ Das Potenzial dafür hätte sie allemal.

Mannschaftskollegin Jana Fernholz (17), die unlängst eine Ausbildung begonnen hat, wohnt in Preetz. Für sie ist die Teilnahme an den Punktpartien des SV Friedrichsgabe mit einem erheblichen logistischen und zeitlichen Aufwand verbunden. Möchte sie dies auch weiterhin tun? Und die Lust von Jin-Sook Cords auf die mit dem Aufstieg verbundenen Auswärtsfahrten in die Region rund um Berlin dürfte sich in überschaubaren Grenzen halten.

Über diesen Aspekt wurde auch schon beim SC Poppenbüttel II diskutiert. „Unsere Mannschaft hat noch nicht beschlossen, ob sie überhaupt in die Oberliga will“, sagt Sandra Opitz.

Für eine SVF-Spielerin könnte die höhere Klasse indes nahezu maßgeschneidert sein. Anna Schüler, die am Freitag 14 Jahre alt wird und gerade erst in den Talentkader des Deutschen Tischtennis-Bundes berufen worden ist, hat in der Verbandsoberliga Nord 9:2 Siege auf ihrem Konto – und nur starke Gegnerinnen bringen sie in ihrer Entwicklung weiter voran.


Der SC Hohenaspe
hat seine Mannschaft nach einem tödlichen Motorradunfall der an Nummer fünf gemeldeten Andrea Apholz vom Spielbetrieb zurückgezogen.