Norderstedt
Radsport

Paul Lindenau will zur Cross-Weltmeisterschaftt

Paul Lindenau (21, Stevens-Racing-Team) gewann sein Heimrennen im Norderstedter Stadtpark

Paul Lindenau (21, Stevens-Racing-Team) gewann sein Heimrennen im Norderstedter Stadtpark

Foto: Anne Pamperin

Zwischenziel des 21 Jahre alten Harksheiders ist im Januar die Goldmedaille bei der Deutschen U23-Meisterschaft im Querfeldeinfahren.

Norderstedt.  „Bleib dran. Jetzt nicht nachlassen“, ruft Jens Schwedler, als sich Radsportler Paul Lindenau im Norderstedter Stadtpark verbissen durch den Matsch kämpft und seinen Vorsprung Runde für Runde vergrößert. Dass Ex-Querfeldein-Weltmeister Schwedler, der inzwischen Trainer des Stevens-Racing-Teams ist, seinen Schützling lautstark anfeuert, obwohl dieser beim dritten Lauf des norddeutschen Cyclocross-Cups das Feld der Elitefahrer schon nach wenigen Runden souverän anführt, hat einen Grund. „Am Wochenende fahren wir zwei schwere Rennen in Belgien. Das wird wesentlich intensiver. Paul soll sich schon mal an die Belastung gewöhnen und bis zum Ende Gas geben.“

In der Tat trifft der 21 Jahre alte Harksheider beim Internationalen Polderscross in Kruibeke und beim traditionellen Superprestigerennen, das schon zum 35. Mal in Zonhoven ausgetragen wird, auf stärkere Konkurrenz als bei den letzten beiden Crosswettbewerben in Kaltenkirchen und in Norderstedt. „In Belgien ist diese Sportart äußerst populär. Da kommen pro Tag bis zu 60.000 Zuschauer“, so Lindenau, der auf eine Platzierung zwischen Rang zehn und 20 hofft.

2015 und 2016 verliefen nicht optimal für den 21-Jährigen

Der talentierte Crosser will richtig durchstarten, nachdem er im Herbst 2015 zunächst durch einen Kreuzbandriss zurückgeworfen worden war und im vergangenen Jahr aus beruflichen Gründen kürzertreten musste. „Ich studiere in Wedel Betriebswirtschaftslehre und Logistikmanagement. 2016 habe ich in einer Hamburger Bank gearbeitet und konnte nicht so viel trainieren“, sagte Lindenau, der klare Ziele für die Wintersaison hat.

„Ich möchte im Januar Deutscher U23-Meister werden und mich für die Anfang Februar stattfindenden Weltmeisterschaften im niederländischen Valkenburg qualifizieren.“ Die Chancen stehen gut, national hat er sich in der Spitze etabliert.

Beim vom RSC Kattenberg ausgerichteten 10. Cross im Park, dem zweiten Lauf des Stevens Cyclocross-Cups, landete Paul Lindenau hinter seinem Teamkameraden Jannick Geisler auf Rang zwei. Im Norderstedter Stadtpark holte sich Lindenau im Eliterennen, das gleichzeitig der zweite Lauf der Deutschland-Cup-Serie war, den Sieg. Yannick Gruner wurde Dritter.

Nachdem Sturm Xavier im Kaltenkirchener Freizeitpark gewütet hatte, musste die dortige Strecke aus Sicherheitsgründen an einigen Stellen umgeleitet werden. In Norderstedt schien dafür die Sonne, sodass nicht nur hartgesottene Crossfans, sondern auch zahlreiche Spaziergänger die Radsportler anfeuerten. „Das war eine tolle Atmosphäre. Ich wünsche mir, dass wir immer so einen Zuspruch haben“, sagte Paul Lindenau.

Während er seinen Triumph beim Heimrennen sichtlich genoss, schob sein zwei Jahre älterer Bruder Max Frust. Erst warf ihn ein Plattfuß zurück, dann riss das Schaltwerk am Rad ab – mehr als Platz sieben war nicht drin. „Jedes Mal, wenn ich an der Spitze dran war, ging wieder was kaputt.“

Wesentlich zufriedener war der Tangstedter Felix Holst (elektroland24-Crossteam), der sich im Stadtparkrennen nach 60 Minuten einen tollen vierten Platz sicherte. „Ich will in dieser Saison eine gute Deutschland-Cup-Serie fahren und bei der DM in der U23-Klasse vorne mitmischen“, sagte der 19-Jährige, der mit Tim Rieckmann einen nationalen Topfahrer in seinem Team hat. Der 26 Jahre alte Fuhlsbütteler belegte in Kaltenkirchen den dritten Rang und wurde in Norderstedt Zweiter.

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