Norderstedt
FUSSBALL

Eintracht Norderstedt erobert den zweiten Tabellenplatz

Mittelfeldspieler Deran Toksöz bereitete mit viel Übersicht die Tore zum 2:0 und 3:0 für Eintracht Norderstedt vor

Mittelfeldspieler Deran Toksöz bereitete mit viel Übersicht die Tore zum 2:0 und 3:0 für Eintracht Norderstedt vor

Foto: Thomas Maibom

Regionalliga-Kicker gewinnen das Derby bei Aufsteiger Altona 93 mit 3:0 und bleiben auch nach dem achten Spieltrag ungeschlagen.

Hamburg.  Mittelfeldakteur Linus Meyer brauchte nur vier Wörter, um nach dem 3:0 (1:0)-Sieg seines Teams im Derby bei Aufsteiger Altona 93 die Stimmungslage bei Fußball-Regionalligist Eintracht Norderstedt zusammenzufassen: „Es macht einfach Spaß.“ Kein Wunder: Der 25 Jahre alte Offensiv-Allrounder und seine Mannschaftskollegen sind auch nach dem achten Spieltag immer noch ungeschlagen, rückten durch den Erfolg im Prestigeduell auf den zweiten Tabellenplatz hinter dem Hamburger SV II vor.

Das Match in der Adolf-Jäger-Kampfbahn war fast eine Spiegelbild der beiden Heimpartien gegen den Lüneburger SK (2:0) und den BSV Rehden (1:0). Die Elf von Trainer Dirk Heyne lieferte vor 1188 Zuschauern in den ersten 45 Minuten eine schwache Leistung ab, um sich nach dem Seitenwechsel bei Blitz, Donner und phasenweise strömendem Regen deutlich zu steigern.

Der Coach hat für dieses Phänomen eine einfache Erklärung: „Es liegt nicht an der Einstellung – die stimmt. Die Jungs wollen in der Tabelle unbedingt vorne dranbleiben, aber sie sind noch nicht so weit, dass sie ein Spiel von Beginn an dominieren können. Also nutzen wir die Halbzeitpause, um ein paar Kleinigkeiten ändern.“

Die Führung der Gäste nach dem ersten Durchgang war schmeichelhaft; die Altonaer hatten in der 23. Minute schon zum Jubeln angesetzt, doch Eliezer Correia Ca traf nach Vorarbeit von Jakob Sachs nicht ins Netz, sondern den auf der Torline stehenden Eintracht-Kapitän Marin Mandic – Schlussmann Johannes Höcker wäre machtlos gewesen.

Das wichtige Führungstor fällt kurz vor der Pause

Die Offensivbemühungen der Norderstedter auf dem nassen Rasen blieben bis zur 37. Minute Stückwerk. Dann zog Philipp Koch aus fast 30 Metern Entfernung ab und setzte seinen Distanzschuss an die Querlatte; Dane Kummerfeld konnte den Abpraller nicht verwerten. Pech, doch der Aluminiumtreffer war die Ouverüre für das 1:0 in der 44. Minute. Felix Drinkuth setzte sich auf der rechten Außenbahn in Szene, flankte flach in den Strafraum – und Torjäger Sinisa Veselinovic bugsierte das Spielgerät in den Winkel.

Im zweiten Durchgang agierte Eintracht Norderstedt dynamischer, zielstrebiger und gefährlicher. Aber: Die Gäste gingen zu leichtfertig mit ihren Chancen um. Die größte Möglichkeit vergab Veselinovic, der eine Meyer-Flanke an die Unterkante der Latte köpfte (57.). Auf der anderen Seite traf Nick Brisevac ebenfalls nur das Gebälk (71.).

Jetzt ging es hin und her. Der für Felix Drinkuth eingewechselte Ermir Zekjiri besorgte nach einem Traumpass von Deran Toksöz technisch perfekt und ungewohnt kaltschnäuzig das 2:0 (79.). Jan-Philipp Rose („Das war richtig schlecht und wohl der letzte Elfmeter, den ich in meiner Karriere geschossen habe“) vergab einen an Linus Meyer verursachten Strafstoß (81.), Altonas Correia Ca bugsierte den Ball aus
16 Metern an die Latte (88.).

Den Schlusspunkt in einem in der Endphase äußerst kurzweiligen Nachbarschaftsduell setzte Jan Lüneburg; die Vorlage liefert erneut Toksöz, der frei vor Keeper Joshua Du Preez mit viel Übersicht uneigennützig quer auf den besser postierten Angreifer abspielte (90.).

Nachdem Schiedsrichter Patrick Schult (SC Osterbek) die Partie abgepfiffen hatten, badeten die Gäste trotz klitschnasser Trikots und fast schon herbstlicher Temperaturen ausgiebig im Applaus ihrer Fans. „Das Spiel hätte auch 5:3 für uns ausgehen können“, sagte Mannschaftskapitän Marin Mandic, „wir haben verdient gewonnen.“

Altona 93 – Eintracht Norderstedt 0:3 (0:1).
Tore: 0:1 Sinisa Veselinovic (44.), 0:2 Ermir Zekjiri (79.), 0:3 Jan Lüneburg (90.). – Zuschauer: 1188. – Schiedsrichter: Patrick Schult (SC Osterbek). – Eintracht Norderstedt: Höcker – Brown, Bojadgian, Mandic, Rose – Koch, Toksöz – Drinkuth (75. Zekjiri), Meyer (89. Marxen), Kummerfeld – Veselinovic (83. Lüneburg).


Die Tabelle der Regionalliga Nord