Norderstedt
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Eintracht Norderstedt verteidigt dritten Tabellenplatz

48. Minute im Edmund-Plambeck-Stadion: Linus Meyer erzielt das 1:0 für Eintracht Norderstedt

Foto: Thomas Maibom

48. Minute im Edmund-Plambeck-Stadion: Linus Meyer erzielt das 1:0 für Eintracht Norderstedt

Die Regionalliga-Mannschaft von der Ochsenzoller Straße bezwingt den BSV Rehden durch einen Kopfballtreffer von Linus Meyer mit 1:0.

Norderstedt.  Was für ein Wochenende für Linus Meyer. Einen Tag vor dem Regionalliga-Punktspiel gegen den BSV Rehden bekam der 25 Jahre alte Fußballer von Eintracht Norderstedt während einer feierlichen Zeremonie sein Zeugnis als Master of Arts der Betriebswirtschaftslehre in die Hand gedrückt. Wie es sich für einen gewissenhaften Leistungssportler gehört, ließ Meyer den anschließenden Festball mit den Studienkollegen sausen, um ausgeschlafen auflaufen zu können – und wurde keine 24 Stunden später im Edmund-Plambeck-Stadion zum Matchwinner. In der 48. Minute hechtete er sich in einen Freistoß von Philipp Koch und markierte mit der Stirn das entscheidende 1:0.

"Als Kopfballungeheuer bin ich bisher ja eher nicht aufgefallen", sagte Linus Meyer nach dem Match schmunzelnd, "wir haben früher als Kinder solche Situationen im Planschbecken geübt, unter Wettkampfbedingungen habe ich das so aber noch nie hinbekommen. Umso schöner, dass sich das Ding in den Winkel gesenkt hat."

Mit seinem vierten Saisontor sorgte der Offensivakteur dafür, dass der Höhenflug der Eintracht weiter anhält. Nach sieben Spieltagen ist die Elf von Trainer Dirk Heyne immer noch ungeschlagen und verteidigte mit nun 15 Punkten den dritten Tabellenplatz. Nur Spitzenreiter VfB Lübeck (18 Zähler) und der Hamburger SV II (16) sind aktuell noch besser.

"Es läuft einfach gut für uns", sagte Mannschaftskapitän Marin Mandic; allerdings hatten der Innenverteidiger und seine Abwehrkollegen in der ersten Halbzeit erhebliche Probleme mit den mutig nach vorn spielenden Niedersachsen – zum Missfallen von Trainer Dirk Heyne: "Wir hätten gleich durch den ersten Rehdener Angriff in Rückstand geraten können, waren in der Defensive total schläfrig und haben in der gesamten ersten Halbzeit viel zu unruhig agiert."

Wie schon beim 2:0-Heimerfolg gegen den Lüneburger SK vor zwei Wochen steigerte sich seine Crew nach der Pause dann allerdings deutlich. Der schnelle Führungstreffer wirkte wie ein Weckruf auf das Team, das die eigenen Außenbahnspieler nun immer wieder gut in Szene setzte und vor allem mit und nach Standardsituationen brandgefährlich war. Einziges Manko aus Sicht von Coach Heyne: "Wir haben unsere Möglichkeiten zum 2:0 nicht genutzt und mussten deshalb bis zum Schlusspfiff zittern."

Rehdens Trainer Wolfgang Schütte war nach der Partie enttäuscht, erwies sich aber als fairer Verlierer. "Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, hatten da sogar die besseren Möglichkeiten. Das Gegentor ist trotz klarer Zuordnung gefallen, wir haben bis auf die letzten sieben, acht Minuten zu wenige Aktionen nach vorn gehabt. Um hier was zu holen, muss man mehr machen, der Norderstedter Sieg geht deshalb in Ordnung."

Nächster Gegner ist am 17. September Altona 93

Nächster Gegner für Linus Meyer und seine Mannschaftskameraden ist am Sonntag, 17. September (14 Uhr, Adolf-Jäger-Kampfbahn) Altona 93. Das Derby hat seinen besonderen Reiz; unvergessen ist das dramatische Endspiel um den Hamburger Oddset-Pokal im Mai 2016, als sich die Eintracht gegen den damaligen Oberligisten in letzter Minute in die Verlängerung rettete, am Ende doch noch deutlich mit 4:1 durchsetzte und zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Cup holte.

Eintracht Norderstedt – BSV Schwarz-Weiß Rehden 1:0 (0:0). Tor: 1:0 Linus Meyer (48.).– Zuschauer: 465. – Eintracht Norderstedt: Höcker – Brown, Bojadgian, Mandic, Lindener – Koch, Toksöz – Drinkuth (87. Zekjiri), Meyer (90.+1 Meien), Kummerfeld – Veselinovic (89. Lüneburg).


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