Norderstedt
Fussball

Zum Regionalliga-Auftakt gibt’s ein Prestigeduell

Foto: Anne Pamperin

Die Fußballer von Eintracht Norderstedt starten am Sonntag mit der Heimpartie gegen den Hamburger SV II in die Punktrunde 2017/2018.

Norderstedt.  Wunsch Nummer eins zerplatzte, kaum dass er zur Diskussion freigegeben war. Die Spielplangestalter der Fußball-Regionalliga Nord lehnten den Vorschlag von Reenald Koch, Präsident des FC Eintracht Norderstedt 03, die Punktrunde 2017/2018 mit dem Match zwischen seinem Club und Aufsteiger Altona 93 im Edmund-Plambeck-Stadion zu eröffnen, kategorisch ab. Begründung: Die Flutlichtanlage reiche nicht aus, um eine qualitativ hochwertige Fernsehübertragung zu gewährleisten. Die erste Partie der neuen Serie findet deshalb im Stadion an der Lohmühle zwischen dem VfB Lübeck und dem VfB Oldenburg statt.

Aber: Der Eintracht-Chef brauchte sich nicht lange zu grämen – denn sein Wunsch Nummer zwei wurde erfüllt. Mit der zweiten Mannschaft des Hamburger SV kommt am Sonntag um
14 Uhr ein Gegner an die Ochsenzoller Straße, der eine große Kulisse garantiert und zu den interessantesten Teams der Staffel gehört. „Ich schätze den HSV II sehr stark ein“, sagt Eintracht-Trainer Dirk Heyne, der mit seinen Kader etwas mehr als einen Monat lang auf das Auftaktmatch hingearbeitet hat.

Die Erinnerungen der Norderstedter an das letzte Prestigeduell mit der U23 des Bundesliga-Dinos am 14. Mai (3:1 – Torschützen: David Karg, Philipp Koch und Ante-Akira Kutschke/Jonas Behounek) sind aber keinesfalls nur positiv. „Damals“, erinnert sich Heyne, „sind wir ganz schön hintergelaufen.“ Und das soll sich möglichst nicht wiederholen.

Bezüglich der Erwartungen an die eigene Mannschaft hält der Coach den Ball betont flach. „Die Messlatte liegt nach unserer starken Rückrunde in der letzten Serie und dem siebten Tabellenplatz hoch“, sagt Dirk Heyne, der seit Oktober 2016 die Verantwortung für das Team trägt, „wir werden aber alles versuchen, um an die Vorsaison anzuknüpfen, wollen erst einmal so schnell wie möglich 40 Punkte erreichen.“

Saisonvorbereitung ist nicht optimal verlaufen

Die Zurückhaltung des 59 Jahre alten Fußball-Lehrers kommt nicht von ungefähr – schließlich ist die Vorbereitungsphase nicht ganz so reibungslos verlaufen, wie es sich alle Beteiligten vorgestellt hatte. „Mir sind im vergangenen Monat regelmäßig ein, zwei wichtige Akteure ausgefallen“, sagt Heyne. Eine Stammformation ließ sich demzufolge nicht einspielen.

So fehlten mit Linus Meyer, Kangmin Choi, Jan Lüneburg, Ermir Zekjiri und Jordan Brown phasenweise gleich fünf Offensivkräfte. Immerhin hat sich die Lage mittlerweile deutlich entspannt, nur Meyer (Muskelbündelriss) und Choi (Patellasehnen-OP) stehen gegen den HSV II nicht zur Verfügung.

Als Sturmspitze gegen die Hamburger beginnen wird aller Voraussicht nach Neuzugang Sinisa Veselinovic (26), auch wenn der Top-Transfer der Eintracht bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. „Sinisa ist mit seinen Leistungen genauso wenig zufrieden wie ich“, sagt sein Trainer, „er kriegt ja keine schlechten Bälle und muss definitiv mehr tun.“ Sprich: die Trefferquote erhöhen.

Luft nach oben gibt es aber auch noch im Abwehrbereich. „Unser Defensivverhalten ist verbesserungswürdig“, so Dirk Heyne, der in den Testspielen und beim 11:2 im Oddset-Pokal gegen den Duvenstedter SV diverse Disziplinlosigkeiten und individuelle Fehler registrierte. Er fordert: „Die Jungs müssen mehr Mut haben, an den Mann ranzugehen und aktiv zu stören.“

Als Innenverteidiger gesetzt ist Marin Mandic. Neben ihm könnte am Sonntag Hamajak Bojadgian auflaufen – sofern er bis dahin seine Wadenverletzung, die ihn zu einer eineinhalbwöchigen Fußballpause zwang, komplett auskuriert hat. Mögliche Alternativen im Abwehrzentrum sind die vielseitig verwendbaren Marcus Coffie und Jan-Philipp Rose.

Taktisch setzt die Eintracht weiter auf Altbewährtes: „Unsere besten Spiele haben wir im 4-2-3-1-System gemacht, weil wir so unsere Qualität auf den Außenbahnen am besten zur Geltung bringen können“, sagt der Norderstedter Trainer. Doch auch eine 4-4-2-Formation mit zwei Angreifern ist denkbar.

Für die kreativen Aktionen ist normalerweise Deran Toksöz, der Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld, zuständig. Seine Formkurve zeigte nach einer langwierigen Adduktorenverletzung zuletzt deutlich nach oben. Aber ist auch schon fit genug für den HSV II?

Auf der Torhüterposition hat Dirk Heyne die Qual der Wahl

Die schwierigste Frage, die der einstige DDR-Nationaltorhüter Dirk Heyne bis zum Anpfiff von Schiedsrichter Tim Skorczyk (VfL Salder) beantworten muss, lautet allerdings: Wer steht im Prestigeduell im Kasten? Die beiden Keeper, Routinier Johannes Höcker und Youngster Lars Oliver Huxsohl, lieferten sich in den vergangenen Wochen ein Duell auf Augenhöhe. „Beide haben ihre Vorzüge, Höcki in Eins-gegen-Eins-Situationen, Lars auf der Linie“, sagt der Coach diplomatisch, um schmunzelnd hinzuzufügen: „Und beide haben mit dem Fuß so ihre Probleme...“

Die übrigen Partien des 1. Spieltags der Regionalliga Nord VfB Lübeck – VfB Oldenburg, SC Weiche Flensburg 08 – FC St. Pauli II, BSV Schwarz-Weiß Rehden – Lüneburger SK, SSV Jeddeloh – SpVgg Drochtersen/Assel, Altona 93 – TSV Havelse, 1. FC Germania Egestorf-Langreder – Eutin 08. Das Spiel zwischen dem VfV Borussia 06 Hildesheim und dem VfL Wolfsburg II wurde wegen der Hochwasserlage in Hildesheim abgesagt.