Norderstedt
FUSSBALL

Eintracht Norderstedt ist zu stark für die Konkurrenz

Die Eintracht wurde ihrer Favoritenrolle gerecht. Oben von links: Jan-Philipp Rose, Til Bauman, Dane Kummerfeld, Philipp Koch, Sinisa Veselinovic. Unten von links: Jan Schrage, Johannes Höcker, Ante-Akira Kutschke, Marlon Stannis, Juri Marxen.

Die Eintracht wurde ihrer Favoritenrolle gerecht. Oben von links: Jan-Philipp Rose, Til Bauman, Dane Kummerfeld, Philipp Koch, Sinisa Veselinovic. Unten von links: Jan Schrage, Johannes Höcker, Ante-Akira Kutschke, Marlon Stannis, Juri Marxen.

Foto: Thomas Maibom

Regionalligist gewinnt sämtliche Partien beim Tangstedter-Mühle-Cup. Im Finale ist der SV Todesfelde beim 5:2 deutlich unterlegen.

Tangstedt.  Einen imposanten Pokal, 300 Euro Siegprämie und ein dickes Lob erhielten die Fußballer des Regionalligisten Eintracht Norderstedt für den Turniersieg beim zweiten Tangstedter-Mühle-Cup. „Ihr habt verdient gewonnen und seid sehr sympathisch rübergekommen“, sagte Tangstedts Liga-Obmann Ralf Rath bei seiner launigen Laudatio. „Das soll ich euch sogar von den Damen am Grill ausrichten.“

Böse Zungen könnten nun behaupten, die Eintracht-Kicker konnten diesen Wettbewerb locker gewinnen, ohne Sportlernahrung zu sich zu nehmen. Wirklich gefordert wurde der Favorit nämlich nur beim 2:1 im Halbfinale gegen den Oberligisten Niendorfer TSV. Das 5:2 (3:0) im Endspiel gegen den schleswig-holsteinischen Oberligisten Todesfelder SV offenbarte wie die Vorrunde mit drei Siegen in drei Spielen und 25:1 Toren: Kein Team war in der Lage, der Eintracht die Frikadelle zu reichen.

Dafür verwöhnte der Favorit die auch am Finaltag gut 100 Fans im Kleinen Alsterstadion mit deliziösen Spielzügen wie beim ersten Tor: Ante Kutschke schickte Jordan Brown in die Gasse, der den Ball weich wie eine gute Toastbeilage ins Tor lupfte. Bald darauf, wieder über rechts, ein Treffer so herzhaft wie eine knackige Bratwurst: Einen 50-Meter-Pass von Philipp Koch gab Brown in die Mitte und Felix Drinkuth chippte die Kugel ins leere Tor. Beim 0:3 servierten die „Kellner“ Brown (vorletzter Pass) und Juri Marxen (Vorlage), Dane Kummerfeld vollendete.

In der zweiten Hälfte grillte die Eintracht die Todesfelder Abwehr weiter. Kutschke profitierte von einem Drinkuth-Solo und markierte das 4:0, doch eine doppelte Portion gestattete ihm der Unparteiische nicht. Er pfiff Strafstoß nach einem Foul an Sinisa Veselinovic, obwohl Kutschke den Ball eine Sekunde später ins Netz schob. Pech für Kutschke, Glück für Jan-Philipp Rose. Er verwandelte in der 68. Minute souverän zum 5:0.

Sechs Norderstedter verlängern ihre Verträge

Zum Abschluss schenkte die gesättigte Eintracht ihrem Gegner zwei Ehrentreffer. Hamajak Bojadgian köpfte unbedrängt ins eigene Netz (79.) und der Distanzschuss von Todesfeldes Torjäger Morten Liebert rutschte Keeper Johannes Höcker durch die Hosenträger (81.).

„Über die Nachlässigkeiten am Ende ärgere ich mich sehr. Wir wollen 90 Minuten konzentriert durchspielen. Trotzdem bin ich heute zufriedener als gestern gegen Niendorf. Es war mehr System drin“, sagte Trainer Dirk Heyne. Und angesichts der Vertragsverlängerungen von Jan-Philipp Rose (bis 2018), Larx Huxsohl, Juri Marxen, Yayar Kunath, Marcus Coffie (jeweils 2019) und Marin Mandic (2020) erinnerte er an die alte Weisheit, dass Geld nicht alles sei im Leben: „Der eine oder andere Spieler könnte woanders mehr verdienen. Sie haben trotzdem hier verlängert. Jeder unserer Spieler fühlt sich in dieser guten Mannschaft wohl.“

Weitgehend zufrieden aus Tangstedter Sicht zeigte sich Ralf Rath. „Es hat wie immer viel Spaß gemacht. Unser Team ist ordentlich aufgetreten. Nur die zwei Absagen von Rugenbergen und Hamm United waren nicht so schön.“ Beide Teams traten nach der Vorrunde nicht mehr an. So rutschte Tangstedt ins Halbfinale, was etwas irritierte, da der SSC Phoenix Kisdorf in der Gruppe vor dem WSV gelandet war. „Wir haben das intensiv beredet und das ist dabei herausgekommen“, so Rath, dessen Team im Spiel um Rang drei dem Niendorfer TSV mit 1:4 unterlag.

Mit 200 Euro mussten sich die im Finale unterlegenen Gäste aus Todesfelde zufrieden geben. Was aber heißt denn schon zufrieden geben? „Meine junge Mannschaft hat im Finale wertvolle Erfahrungen gesammelt“, betonte der neue Coach Sven Tramm. „Die Eintracht war glasklarer Favorit, und trotzdem haben wir uns in einigen Phasen bestens verkauft. Die Norderstedter sind eben nicht unsere Kragenweite.“

SV Todesfelde mit Platz zwei zufrieden

Der 44 Jahre alte Trainer, Nachfolger des zum Saisonende ausgeschiedenen Sascha Sievers, ist sich bewusst, dass der Gegner in puncto Technik, Spiel- und Taktikauffassung klare Vorteile besitzt – gleichwohl musste der erste Gegentreffer nicht sein, als Lennard Koth vor dem Abschluss von Jordan Brown über den Ball schlug. „Mist“, ärgerte sich der Abwehrspieler hinterher. Möglichkeiten zu einem besseren Ergebnis gab es sogar: Gegen Spielende gab es außer den beiden Toren auch gute Chancen durch Jannik Loose und Raffael Krause.

Alles in allem konnte sich der SVT-Anhang nach der Siegerehrung gut gelaunt auf die Heimfahrt machen. Das Turnier erfüllte seinen Zweck und lässt den Kader näher zusammenrücken. Die sportliche Bilanz stimmt ja auch: Es gab nur eine Niederlage gegen Niendorf in der Vorrunde (2:3), die übrigen Partien bis zum Endspiel wurden gegen Tangstedt (3:1 und 4:1 im Halbfinale) sowie gegen Kisdorf (3:2) gewonnen.

Einen entspannten Eindruck machte auch WSV-Spartenleiter Jörg Danzfuß. Er verkaufte am Kassenhäuschen Tickets und freute sich über die allgemein gute Resonanz, vor allem am Schlusstag. Ein Lob an den Gastgeber verteilte letztlich noch Sven Tramm: „Dass sich der Rasen nach 17 Turnier-Begegnungen noch in einem so ausgezeichneten Zustand befindet, ist erstaunlich.“