Norderstedt
HANDBALL

HSG Nord HU festigt den zweiten Tabellenplatz

André Lohrbach (Mitte) wechselte kürzlich aus Bietigheim zur HSG Nord HU

Foto: Nils Göttsche / HA

André Lohrbach (Mitte) wechselte kürzlich aus Bietigheim zur HSG Nord HU

Sieben Spieltage vor Saisonende der 3. Liga Nord verschafft sich die HSG Norderstedt Henstedt-Ulzburg ein Polster auf den HSV Hamburg.

Norderstedt.  Die Drittliga-Handballer der HSG Norderstedt Henstedt-Ulzburg haben zurück in die Erfolgsspur gefunden. Mit einem deutlichen 34:25 (20:13)-Heimsieg über den VfL Fredenbeck untermauerte das Team von Interimstrainer und Geschäftsführer Olaf Knüppel seinen zweiten Tabellenplatz und die damit verbundenen Aufstiegsambitionen.

Nur eine Woche nach der schmerzhaften 27:29-Niederlage gegen Tabellennachbar Handball Sport Verein Hamburg, der sich am Sonnabend überraschend Abstiegskandidat MTV Braunschweig geschlagen geben musste, galt es für die HSG vor allem mit der nötigen Spannung in die Partie zu gehen. "Das Ergebnis des HSV war ein Warnschuss für uns", sagte ein erleichterter Knüppel nach Abpfiff. "Für uns bestand die Schwierigkeit unter der Woche darin, den Fokus nach dem Derby in Hamburg wieder zu finden. Darauf haben wir extrem geachtet und das Team mehrfach hingewiesen." Insofern sei die Niederlage der Hamburger für seine Truppe ein Beispiel zur richtigen Zeit gewesen, wie es bei zu wenig Spannung laufen könne, so der 50-Jährige.

André Lohrbach ist bereits gut in das Team integriert

Dennoch fand auch die HSG, bei der Torjäger Tim Völzke nach seinem Einsatz gegen den HSV zurück in die Co-Trainer-Funktion wechselte, nur schleppend in das Spiel. Bis zur zehnten Spielminute lief die Spielgemeinschaft aus SV Henstedt-Ulzburg und HSV Norderstedt einem Rückstand hinterher. Angeführt vom neunfachen Torschützen Maris Versakovs und Neuzugang André Lohrbach gelang es aber anschließend, den Fokus zu finden und bis zur Halbzeit eine komfortable 20:13-Führung vorzulegen. 350 Fans in der nicht einmal zur Hälfte besetzten Norderstedter Moorbekhalle verabschiedeten ihr Team mit höflichem Applaus in die Kabine.

Trotz des dürftigen Besuchs freute sich HSG-Neuzugang André Lohrbach in seiner ersten Partie vor Norderstedter Publikum über den Support von den Rängen. "Wir freuen uns über jeden Einzelnen, der kommt. Auf die treuen Fans, die heute da waren, können wir uns schließlich immer verlassen." Auch mit seinem eigenen Auftritt gegen Fredenbeck zeigte sich der 27 Jahre alte Linksaußen durchaus zufrieden. Noch vor seinem Umzug in den Norden warf "Schlotzi" seine Tore für Zweitligist SG BBM Bietigheim, nun gelangen ihm die ersten drei Treffer für die HSG Nord HU. "Ich freue mich sehr darüber, bin nach gut drei Wochen bereits voll im Team integriert, identifiziere mich mit den Zielen des Vereins und möchte mithelfen, diese auch zu erreichen", so der gebürtige Nordhesse über seinen Einstand.

Im Hinblick auf das Fernduell gegen den HSV Hamburg um Tabellenplatz zwei, der nach dem Verzicht von Spitzenreiter TSV Altenholz zur Teilnahme an einer Aufstiegsrunde berechtigt, sei der Partie gegen Fredenbeck eine große Bedeutung zugekommen. "Der Sieg heute war extrem wichtig und fühlt sich sehr gut an. Wir wollten und mussten diese Pflichtaufgabe lösen, um Hamburgs Niederlage für uns nutzen zu können." Dennoch wird auch Lohrbach nicht müde zu betonen: "Natürlich sind wir nun ein kleines Stück weit im Vorteil und wollen diesen zweiten Platz nach Möglichkeit bis zum Saisonende halten. Trotzdem liegen noch genügend schwere Spiele vor uns."

Bis zum Saisonende am 6. Mai könne noch vieles passieren. "Wenn man sieben Spieltage vor Schluss dort oben steht, ist man gekommen, um zu bleiben. Es wäre am Ende unglaubwürdig, von dem Erreichten wieder Abstand zu nehmen."

Wie es für Lohrbach persönlich nach der Saison weitergeht, darüber macht er sich derweil nur wenig Gedanken. "Ich bin momentan erst bei 50 bis 60 Prozent von dem, was ich eigentlich kann und womit ich eine Verstärkung für das Team darstelle. Deshalb liegt mein Fokus im Moment komplett auf der täglichen Arbeit und dieser Saison. Ich schaue nur von Woche zu Woche. Alles was danach passiert, wird man sehen."

HSG Norderstedt Henstedt-Ulzburg: Maris Versakovs (9/3 Siebenmeter), Jens Thöneböhn, Robert Schulze (je 5), Simon Hedehus, Julian Lauenroth (je 4), Martin Laursen (3), André Lohrbach (3/1), Benedict Philippi (1).

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