Norderstedt
Tischtennis

„Ich würde gern weiter in Kaltenkirchen spielen“

Elina Vakhrusheva hat sich ausgezeichnet in der Regionalliga akklimatisiert

Elina Vakhrusheva hat sich ausgezeichnet in der Regionalliga akklimatisiert

Foto: Thomas Maibom

Die 21 Jahre alte Ukrainerin Elina Vakhrusheva fühlt sich beim Regionalliga-Club wohl, doch die Zukunft ihrer Mannschaft ist ungewiss,

Kaltenkirchen.  Es lief kaum etwas zusammen bei Elina Vakhrusheva. Die 21 Jahre alte Ukrainerin, Nummer zwei des Tischtennis-Regionalliga-Damenteams der Kaltenkirchener TS, ging im Heim-Punktspiel gegen den VfL Oker (0:8) dreimal an die Platte – und zog dreimal den Kürzeren. Vak­h­rusheva verlor zunächst das Doppel gegen Velitchka Wais/Petra Zyková an der Seite von Partnerin Jin-Sook Cords mit 1:3. Anschließend folgten Einzelniederlagen gegen Ivana Pelcmanová (1:3) und – trotz 2:0-Satzführung – gegen Velitchka Wais (2:3). Entsprechend gefrustet packte sie nach dem Match ihre Utensilien zusammen.

19:13-Bilanz der jungen Ukrainerin ist aller Ehren wert

Ähnlich schwarze Tage hat die flinke Rechtshänderin, die vor der Saison vom spanischen Erstligisten CTM Cidade de Naron zur KT gekommen ist, in der laufenden Serie nur selten erlebt. In der Hinrunde brachte sie es auf 12:10 Siege, in der Rückrunde auf 7:3 Einzelerfolge – diese Zwischenbilanz in einem neuen Team und einem ungewohnten Umfeld ist aller Ehren wer.

Elina Vakhrusheva, die im Alter von fünf Jahren mit dem Tischtennisspielen begann und zu den Punktpartien der KT mit dem Flieger aus Kiew angereist kommt, hat die in sie gesetzten Erwartungen bisher erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. „Das liegt auch daran, dass ich mich in Kaltenkirchen wohlfühle“, sagt sie, „ich bin glücklich, dass ich hier spielen darf. Meine Mannschaftskolleginnen und ihre Familien sind sehr nett, haben mir bereits einige Sehenswürdigkeiten in Hamburg und Berlin gezeigt. Und die Regionalliga passt hervorragend zu meinem aktuellen Leistungsniveau. Ich würde gern bleiben.“

Die Reisen nach Deutschland sind für sie jedesmal ein Trip in eine schönere Welt. „In der Ukraine wollen die Regierungsmitglieder viel Geld verdienen, ihren Reichtum aber nicht mit dem Volk teilen. Die politische Situation und die Lebensbedingungen in meiner Heimat sind hart, aber wir kämpfen für einen sonnige Zukunft.“

Um im grauen Alltag die Erinnerung an die entspannten Augenblicke im Ausland jederzeit parat zu haben, nimmt Vakhrusheva, die in Kiew seit vier Jahren IT-Ingenieurswesen studiert und täglich zwei bis drei Stunden trainiert, stets Süßigkeiten mit nach Hause. „Am liebsten Marzipan!“

Ob dies auch in der Serie 2017/2018 so sein wird, ist indes völlig offen. Grund: Die Führungsriege der Tischtennissparte hat noch nicht entschieden, ob die Kaltenkirchener TS eine Damenmannschaft in der Regionalliga melden wird.

„Wir würden gern weitermachen“, sagt der stellvertretende Abteilungsleiter Bent Holm, „das macht aber nur Sinn, wenn es uns gelingt, in den kommenden vier Wochen noch einiges auf die Beine zu stellen.“

Größte Baustelle der Verantwortlichen ist dabei nicht etwa die finanzielle Situation. Dank der Ausrichtung diverser Großveranstaltungen und der Unterstützung eines Förderkreises ist ausreichend Geld vorhanden, um den Spielbetrieb in der vierthöchsten deutschen Klasse zu sichern. Das Hauptproblem ist der zu kleine Mannschaftkader – lediglich Vakhrusheva, Jin-Sook Cords und Luca Marie Kabel stehen ständig zur Verfügung. Die etatmäßige Nummer eins, Katalin Jedtke, ist nur in ausgewählten Partien dabei.

Gelingt es, den Regionalliga-Kader aufzustocken?

Um ein komplettes Team aufbieten zu können, muss deshalb regelmäßig Ersatz aus der Verbandsoberliga-Crew aushelfen – eine Notlösung, die auf Dauer nicht praktikabel ist. Holm: „Wir werden uns deshalb verstärkt nach einheimischen Spielerinnen umschauen, die Lust auf Regionalliga haben.“ Versucht wurde dies in einer ähnlichen Lage schon vor einem Jahr – allerdings ohne Erfolg. Die Rettung war Elina Vakhrusheva. Sie sagte wenige Stunden vor Wechselschluss bei der KT zu...