Norderstedt
Volleyball

1. VC Norderstedt kassiert bittere Heimniederlagen

Die beiden Norderstedter Sebastian Meiser (Mitte) und  Malte Gier strecken sich dem Schmetterschlag von Michel Bargmann (Kieler TV) entgegen

Die beiden Norderstedter Sebastian Meiser (Mitte) und Malte Gier strecken sich dem Schmetterschlag von Michel Bargmann (Kieler TV) entgegen

Foto: Thomas Maibom

Beide Regionalliga-Mannschaften des VCN ziehen in der Moorbekhalle in ihren Partien gegen den Kieler TV mit 2:3 Sätzen den Kürzeren.

Norderstedt.  Die Stimmung in der Moorbekhalle hatte etwas Bedrückendes. Als die Volleyballfrauen des 1. VC Norderstedt nach der Regionalliga-Heimpartie gegen den Kieler TV II in die Kabine schlichen, waren ihre Mienen ebenso finster wie später am Abend die ihrer männlichen Vereinskollegen, die es mit dem ersten Team des Kieler Clubs zu tun hatten. Beide Begegnungen verloren die Gastgeber mit 2:3 Sätzen, wobei es hinsichtlich des Spielverlaufs ganz erstaunliche Parallelen gab.

So etwas hat es im Norderstedter Volleyball in der Tat ganz selten gegeben: Beide VCN-Mannschaften gaben die ersten beiden Sätze ab – 20:25 und 24:26 die Frauen, 19:25 und 18:25 die Männer. Nahezu identisch verliefen die Durchgänge drei und vier. Die Männer gewannen mit 25:22 und 25:20, die Frauen setzten sich mit 25:13 und 25:17 durch.

Der statistisch gesehen bemerkenswerte Schlusspunkt: Sowohl die Männer als auch die Frauen zogen im Tiebreak des fünften Satzes jeweils mit 10:15 den Kürzeren.

Lukas Braunschweig, Kapitän der von Frank Koch trainierten Mannschaft: „Wer wie wir dermaßen den Start verschläft, darf sich über ein dickes Ende nicht wundern. Wir sind alle deprimiert.“

Das Ergebnis gegen den neuen Tabellenzweiten aus der Landeshauptstadt hat weitreichende Folgen, denn nur ein kleines Wunder kann den auf Rang drei liegenden Norderstedtern jetzt noch auf den direkten Aufstiegsplatz verhelfen. Vor allem müsste das Rückspiel beim um vier Punkte besser dastehenden Tabellenführer PSV Neustrelitz gewonnen werden.

Die Spieler aus Mecklenburg-Vorpommern machten auf ihrem Rückweg vom Match beim Kieler MTV II (3:0) Zwischenstation in der Moorbekhalle und waren natürlich erfreut über den Ausrutscher des mutmaßlich ärgsten Verfolgers, bei dem Malte Gier (Grippe) und Lukas Braunschweig (Knieprobleme) nicht im Vollbesitze ihrer Kräfte waren.

Coach Koch konnte insgesamt nur acht Spieler aufbieten – und ein weiteres Mal gab es eine Parallele, denn auch die Frauen waren nur zu acht. Das war letztlich wohl der ausschlaggebende Faktor dafür, dass die Gäste jeweils zwei Zähler mit nach Kiel nehmen konnten und die VCN-Teams nur einen behalten durften. Immerhin: Lukas Braunschweig hatte seinen Humor trotz des aus Norderstedter Sicht enttäuschenden Endresultats des Männer-Spitzenspiels nicht ganz verloren. „Vielleicht lag’s ja auch daran, dass wir zu lange bei unseren Vereinskolleginnen zugeguckt und uns abgeschaut haben, wie man verliert“, sagte er schmunzelnd.

Nach genau 104 Minuten reiner Spielzeit war die bittere Niederlage der von Ulrich Lampe trainierte Frauencrew perfekt. Der Ausgang der Partie war für den Tabellendritten und Aufsteiger der Regionalliga Nord absolut unglücklich, vielleicht war es sogar die unglücklichste Schlappe in dieser Saison, die bisher aus VCN-Sicht ja sehr erfreulich verlaufen ist.

Mit zunehmender Spielzeit hinterließ die physische Schwächung des Teams zunehmend Spuren. Die beiden grippekranken Schwestern Jana und Laura Eickhof standen unter Medikamenteneinfluss und hatten kräftemäßig mächtig zu kämpfen. Carina Polomsky ging ebenso angeschlagen ins Treffen wie Stellerin Katharina Klein, die zu allem Unglück am Spieltag um 5 Uhr ihren Frühdienst am Altonaer Krankenhaus aufnehmen musste und erst auf den letzten Drücker in der Moorbekhalle erschien.

„Das alles waren Handicaps, die wir am Ende nicht ganz kompensieren konnten“, sagte Coach Lampe, „jetzt sind meinen Spielerinnen richtig groggy und müssen in der Woche erst mal wieder zu Kräften kommen, bevor sie trainieren können.“

Für ein Novum hatte im Übrigen Ulli Lampe selbst gesorgt. Zum ersten Mal überhaupt sah er die Gelbe Karte, weil er sich wiederholt lautstark über Schiedsrichter-Entscheidungen geäußert hatte. Die Regeln im Volleyball sind anders als bei der kickenden Zunft: Bei der zweiten Verwarnung erhält der Gegner einen Punkt, bei der dritten wird man aus der Halle gewiesen.

„Der Unparteiische hatte nicht seinen besten Tag, ich aber anscheinend auch nicht“, sagte der Vorsitzende des 1. VC Norderstedt selbstkritisch. Zu Hause hatte er sich nach einem Glas Wein indes schnell wieder beruhigt.