Norderstedt
Fussball

Diese Mannschaft kann mit Sicherheit viel mehr

Auf Rechtsverteidiger Juri Marxen (links) war in dieser Saison in fast allen Partien Verlass

Auf Rechtsverteidiger Juri Marxen (links) war in dieser Saison in fast allen Partien Verlass

Foto: Anne Pamperin

Regionalligist Eintracht Norderstedt, nach 19 Partien Tabellenzwölfter, hat sein Leistungsvermögen noch längst nicht ausgeschöpft.

Norderstedt.  Die Regionalliga-Fußballer von Eintracht Norderstedt haben vor der Winterpause gerade noch die Kurve gekriegt. Mit Siegen gegen den SV Eichede (5:0), bei Hannover 96 II (4:3) und Lupo Martini Wolfsburg (1:0) beendete das Team von Trainer Dirk Heyne die sportliche Talfahrt, setzte sich deutlich von der Abstiegszone ab. Der zwölfte Tabellenplatz nach 19 Partien, 24 Zähler und 25:27 Tore dokumentieren das, was der Hamburger Pokalsieger bisher präsentiert hat: Mittelmaß. Entsprechend fallen die Zwischenzeugnisse für die Spieler aus.

Torhüter

Johannes Höcker (Alter: 31 Jahre/
Spiele: 15/Einsatzzeit: 1350 Minuten/Treffer: 0).
Nach dem Wechsel von Ole Springer zum Lüneburger SK die unangefochtene Nummer eins bei der Eintracht. Vollbrachte keine Heldentaten, leistete sich aber auch keine schwerwiegenden Patzer.
Lars Oliver Huxsohl (20/1/90/0). Wurde Mitte der ersten Saisonhälfte verpflichtet und stand beim 2:2 gegen den VfL Oldenburg zwischen den Pfosten. Sein Pech: Beide Gegentreffer waren unhaltbar, ansonsten bekam er in diesem Match kaum etwas zu tun.
Patrick Hartmann (20/3/270/0). Der stets loyale Reservekeeper, dem bei seinen drei Einsätzen einiges, aber längst nicht alles gelang, wird im neuen Jahr endlich regelmäßig spielen – eine Klasse tiefer, beim Hamburger Oberliga-Elften TuS Osdorf.

Abwehrspieler

Juri Marxen (21/ 16/1440/0). Vor zwei Jahren stand der Rechtsverteidiger wegen Rückenproblemen vor dem Karriere-Aus, mittlerweile gehört er zu den Leistungsträgern bei der Eintracht. Hatte im Gegensatz zu vielen Teamkollegen kaum schwache Auftritte.
René Jozic (19/3/168/0). Spielt auf derselben Position wie Marxen, hat deshalb kaum eine Chance auf die Startelf – obwohl Dirk Heyne viel von ihm hält.
Marin Mandic (28/18/1620/1). Der Dauerbrenner. Kein anderer Norderstedter Akteur absolvierte mehr Minuten. Der Innenverteidiger dürfte noch souveräner agieren, wenn er sich nicht ständig mit neuen Nebenleuten arrangieren muss.
Jan-Philipp Rose (31/14/1015/1).
Als linker Verteidiger oder im Zentrum nicht immer erste Wahl, aber gewohnt zuverlässig, wenn es auf ihn ankam.
Hamajak Bojadgian (20/5/439/1).
Einer der Gewinner des Trainerwechsels. Der junge Innenverteidiger kehrte nach zehnmonatiger Verletzungspause ohne größere Anlaufschwierigkeiten ins Team zurück. In Bestform erste Wahl neben Mandic.
Jeremy Karikari (29/9/766/0). Fiel lange mit Rückenbeschwerden aus, ist nun aber wieder fit. Mit seiner Ballsicherheit und Routine immer eine Alternative im Defensivbereich.
Marcus Coffie (21/ 3/177/0). Nach langer Zwangspause wegen einer schweren Adduktorenverletzung beim Trainingsauftakt am Mittwoch, 4. Januar, ein gefühlter Neuzugang.
Dane Kummerfeld (24/5/248/0). Nicht mehr als ein Ergänzungsspieler. Steven Lindener (25/12/993/0). Er hat sicherlich mehr drauf, als er bisher gezeigt hat. Muss um seinen Platz auf der linken Abwehrseite kämpfen.

Mittelfeldspieler

Philipp Koch (26/15/1117/0). Als Sechser längst nicht mehr so unangefochten wie in den vergangenen Jahren. Seine Standards führten bisher nur selten zu Toren, Grundschnelligkeit und Zweikampfverhalten des Mannschaftskapitäns sind verbesserungswürdig.
David Karg (23/14/832/0). Kam unter Thomas Seeliger kaum zum Zug, kämpfte sich dann aber zurück ins Team. Allerdings ist auch bei ihm noch Luft nach oben.
Jordan Brown (25/11/879/1). Der Königstransfer der Eintracht wechselte aus der Schweiz in ein verunsichertes Team, konnte deshalb nur selten glänzen. Hoffnungsträger für 2017.
Deran Toksöz (28/19/1546/1). Der Edeltechniker der Eintracht ließ sein Können bisher viel zu selten aufblitzen. Zuletzt zeigte seine Formkurve allerdings klar aufwärts.
Linus Meyer (24/15/1194/4). Er spielt offensiver als zu Beginn der Punktrunde und ist unter Dirk Heyne geradezu explodiert. Sein Hattrick beim 3:3 gegen den SV Meppen war eines der Highlights im bisherigen Saisonverlauf.
Felix Drinkuth (22/19/1484/6). Der Offensiv-Allrounder hat zwar schon sechs Tore erzielt, bisher aber noch nicht hundertprozentig überzeugt.
Kangmin Choi (23/11/498/2). Der Koreaner war zunächst nur Bankdrücker, startete in den letzten Partien vor der Winterpause jedoch durch und stahl den etablierten Offensivkräften im Team die Show.
Yayar Kunath (27/10/464/0). Der Flügelflitzer hat nach seinem Kreuzbandriss nie wieder zu früherer Stärke gefunden und spielt bei der Eintracht keine wichtige Rolle mehr.
Ermir Zekjiri (27/4/179/0). Bei ihm ist nur sein Verletzungspech bemerkenswert.
Haris Kevac (20/5/200/1). Siehe Zekjiri. Steht möglicherweise vor dem Absprung zu Regionalliga-Konkurrent Eintracht Braunschweig II.
Fynn Rathjen (19/2/6/0). Hat einen schweren Stand im Norderstedter Kader.

Stürmer

Jan Lüneburg (26/17/1291/5). Zu Saisonbeginn als einzige Sturmspitze häufig allein auf weiter Flur – fünf Tore in 17 Spielen sind für einen Angreifer seiner Qualität dennoch zu wenig.
Laurynas Kulikas (22/12/536/0). Wenn er spielt, gibt er alles. Aber als Stürmer wird er nun mal an seinen Toren gemessen. Bisher gelang ihm kein einziger Treffer, das ist enttäuschend.
Ante-Akira Kutschke (19/3/46/1). Schien schon abgeschrieben zu sein – und bekommt nun eine zweite Chance.