Norderstedt
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Linus Meyers erster Hattrick

Regionalliga-Fußballer von Eintracht Norderstedt bringen Spitzenreiter SV Meppen beim 3:3 ins Wanken

Norderstedt. Das Banner mit der Aufschrift „Linus Meyer Fußballgott“ hatte während der DFB-Pokalpartie der Kicker von Eintracht Norderstedt gegen die SpVgg Greuther Fürth am 21. August für viele Lacher gesorgt. In den Regionalliga-Heimspielen der Garstedter gegen den VfV Borussia 06 Hildesheim, den FC St. Pauli II, die
SV Drochtersen-Assel sowie Spitzenreiter SV Meppen suchte man das Spruchband vergeblich – es wäre aber keine große Überraschung, wenn das Transparent im Match gegen den
VfB Oldenburg (Sonntag, 6. November, 14 Uhr) wieder im Edmund-Plambeck-Stadion hängen würde.

Grund: Der 24 Jahre alte Mittelfeldakteur arbeitete beim 3:3 (0:2)-Unentschieden des Tabellen-13. gegen die Emsländer nachhaltig an seinem Image. Mit drei Toren zwischen der 56. und 76. Minute, seinem ersten Hattrick im Herrenbereich überhaupt, ließ er sich und seine Teamkollegen zwischenzeitlich sogar von einem Sieg träumen. Einziger Schönheitsfehler: Der SVM, der nach dem Seitenwechsel nahezu alle Qualitätsmerkmale eines Top-Teams vermissen ließ, erzielte kurz vor Schluss durch Janik Jesgarzewski noch den Ausgleich.

„Dass das 3:3 so spät fällt, ist schon ein bisschen bitter“, sagte Meyer, „allerdings sollten wir uns nicht allzu sehr ärgern. Schließlich wären wir vor dem Anpfiff mit einem Unentschieden zufrieden gewesen.“

In der zweiten Begegnung unter der Regie des neuen Trainers Dirk Heyne (59) überzeugte Eintracht Norderstedt vor allem nach der Pause – wie schon beim 0:2 gegen den amtierenden Regionalliga-Meister VfL Wolfsburg II. „In der ersten Halbzeit haben die Jungs zu viel Respekt vor dem Gegner gezeigt, wir waren bei Ballbesitz zu zögerlich“, so Fußball-Lehrer, der vor eineinhalb Wochen Thomas Seeliger als Coach abgelöst hat.

Defensiv stand seine Elf sicher, bis auf zwei Ausnahmen: In der 18. Minute ließ sich die Hintermannschaft nach einem Flüchtigkeitsfehler auf der linken Seite überlaufen, Meppens Kapitän Martin Wagner vollendete freistehend aus elf Metern zum 0:1. Beim zweiten Gegentor kam Benjamin Girth nach einem Doppelpass mit Mirco Born ebenfalls unbedrängt zum Schuss (44.). Eintracht-Schlussmann Patrick Hartmann, der für Stammkeeper Johannes Höcker (Rückenbeschwerden) zwischen den Pfosten stand, war – wie auch später beim dritten Gegentreffer – macht- und schuldlos.

Es spricht für die Moral der Norderstedter, dass sie trotz der Nackenschläge nie resignierten und stattdessen ihr Heil in der Flucht nach vorn suchten. „Wir wollten nach dem Wiederanpfiff möglichst schnell das 1:2 machen“, sagte Linus Meyer, „und das ist uns dann ja auch gelungen.“ Es folgten zahlreiche gute Spielzüge, die immer wieder über die beiden Außenbahnen vorgetragen wurden; genau dies hatte Heyne in seiner Halbzeitansprache angemahnt.

Nicht zur Norderstedter Startelf gehörten überraschend Kapitän Philipp Koch und Stürmer Jan Lüneburg; für sie rückten David Karg und Laurynas Kulikas in die Anfangsformation. „Beide haben im Training sehr gut gearbeitet und einen frischeren Eindruck hinterlassen“, so der Eintracht-Coach.

Dirk Heynes Fazit: „Zu kritisieren ist, dass wir in der Schlussphase unsere Positionen nicht konsequent gehalten haben. Aber wir haben einen 0:2-Rückstand aufgeholt und gegen den Spitzenreiter drei tolle Tore geschossen. Ich bin zufrieden.“

Tore: 0:1 Martin Wagner (18.), 0:2 Benjamin Girth (44.), 1:2, 2:2, 3:2 Linus Meyer (51./61./66.), 3:3 Janik Jesgarzewski (88.). Zuschauer: 655.Eintracht Norderstedt: Hartmann – Marxen, Karikari, Mandic, Lindener – Brown(91. Jozic), Karg, Toksöz, Drinkuth – Meyer (86. Koch), Kulikas (59. Lüneburg).